10 Jahre Freundeskreis: Texte für die Ewigkeit

Sie kommen genau richtig! Zurück zu einer Zeit, in der vermeintliche „Ghettorapper“ wie Fler, Sido, Bushido sich mit provokanten, aggressiven und homophoben Texten gegenseitig übertreffen und Jugendliche aus allen Ecken der Republik diesen vermeintlichen Vorbildern um Sido leider auch in Sachen Aussprache und Denkweise nacheifern.

Zehn Jahre nach dem Superhit „A.N.N.A“ sind Max Herre, DJ Friction und Don Phillippe nun unterwegs auf einer Zehnjahres-Jubiläums-Tour und gastierten Gestern auf dem Africa-Caribbean-Festival in Aschaffenburg und brachten auch noch Joy Denalane und Afrob mit. Acht Jahre sind nach dem letzten Studioalbum Esperanto dahingegangen und der musikalischen Berichterstattung von einer globalisierten Welt und der starken Kritik an der Weltpolitik machen sie genau an dem Punkt weiter an welchem sie ’99 mit der Kritik an dem Irak-Krieg und atomarem Strom aufgehört haben.

Obwohl das neue Album „FK 10“ ein Best-of-Album ist, alle Fans und die, die es noch werden wollen werden mit 2 neuen Tracks beglückt.Auch wenn Max Herre auf der Single „Das Prinzip Hoffnung“ mit Statements wie “ Von 9/11 bis zum Tod Sadam Husseins. Plötzlich waren deutsche Moslems in Guantanamo Bay“ und „Wir brauchen andere Konzepte, denn die jungen glauben nicht mehr an die alten Rezepte“ deutlich Stellung bezieht wehrt er sich gegen das Etiket „Politiband“.

Das Comeback von Freundeskreis ist richtig und gut! Wir brauchen mehr Multiplikatoren wie die Band von Max Herre und Co. oder Jan Delay, die neue Werte auf eine lockere und positive Art in die Gesellschaft hereintragen und gerade junge Menschen zu kritischem Denken animieren und den Teufel dabei nicht an die Wand malen.Gerade in dem Track „Das Prinzip Hoffnung“ zeigt Freundeskreis wie wichtig der Glaube an ein Ziel oder auch an eine bessere und gerechtere Welt ist. Vor Freundeskreis gab es wohl noch keine Rap-Musik aus Deutschland die so professionell aber auch zu gleich authentisch produziert wurde. Einzelne Tracks wie Enfants Terrible, die auch die musikalische Vielfalt der Band unterstreichen, konnten DJs problemlos unter amerikanische Rap-Platten mischen, ohne das aufhören des Tanzens zu riskieren. Mit dem Album „FK 10“ hat die Band ein Best-of-Album mit allen großartigen Songs und 2 neuen wortgewaltigen Stücken geschaffen, vielleicht auch um heutigen 12 bis 16jährigen noch einmal ihr Gesamtkunstwerk zu präsentieren.

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