Demografischer Wandel: Main-Kinzig-Kreis darf die Entwicklung nicht verschlafen
19. June 2008 | keine Kommentare | Artikel twittern | PDF Version | Internet ausdrucken |

Die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen warnt, dass im Main-Kinzig-Kreis wichtige Weichenstellungen bei der Bewältigung des demografischen Wandels verschlafen werden könnten. Die Grünen kritisieren, dass diese bedeutende Zukunftsaufgabe von der großen Koalition im Main-Kinzig-Kreis nicht ernst genug genommen werde. Auch der zu Beginn der Wahlperiode eigens eingerichtete Fachausschuss unter Vorsitz von Heiko Kasseckert, CDU-Beigeordneter im Planungsverband, bringe sich nicht aktiv in die Stärkung der Antriebskräfte des Bewältigungsprozesses ein.
Daniel Mack, Mitglied der Grünen im Ausschuss für Regionalentwicklung und Demografie, bemängelt, dass der Ausschuss dem Auftrag des Kreistags, bei der Erstellung einer Bevölkerungs- und Altersprognose mitzuwirken, nicht nachkomme. Seit Monaten hätten keine Sitzungen mehr stattgefunden. Die Grünen finden dies verantwortungslos und verlangen, dass Kreisspitze und Ausschuss endlich handeln. Der Main-Kinzig-Kreis dürfe keine weitere Zeit mehr verlieren.
Nach aktuellen Prognosen werde die Einwohnerzahl im Main-Kinzig-Kreis bis zum Jahr 2020 nur noch leicht zunehmen. Langfristig müsse sich der Landkreis in seiner Gesamtheit auf Stagnation und sogar Schrumpfung einstellen.
“Der Trend, wie er sich derzeit in den Kommunen des Kreises abzeichnet, immer weitere Flächen für neue Wohn- und Gewerbegebiete auszuweisen, geht im Hinblick auf die demografische Entwicklung in die völlig falsche Richtung. Immer mehr Gemeinden werden bis 2020 Einwohner verlieren. Diese Entwicklung verlangt, dass gewohnte, an Wachstum orientierte Planungs- und Verhaltensmuster revidiert werden müssen. Der Landkreis muss, um nicht Verlierer des demografischen Prozesses zu sein, sich von seiner überholten Flächenpolitik lösen und stattdessen seine Standortqualitäten sichern und ausbauen”, so Mack.
Die Grünen wollen mit ihrer Kritik den Anstoß liefern, dass der Kreis so schnell wie möglich konkrete operative Handlungsziele erarbeitet und die Rolle eines Prozessmanagers für die Kommunen einnimmt.