ACTA ist kein guter Schutz für Urheberrechte

Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN fordert die Überarbeitung des Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA). „Ohne Transparenz, ohne demokratische Kontrolle und ohne Beteiligung kann man keine Verträge schließen, die dann auch noch in den persönlichen Bereich der Nutzung von Medien eingreifen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Es ist aber auch kein grundrechtsfreier Raum. Internet-Zugangssperren und Überwachungen durch den Provider, gleich welcher Form, gefährden den freien Austausch von Informationen. Sie beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit“, so der netzpolitische Sprecher der GRÜNEN, Daniel Mack.

„Wir brauchen konkrete Antworten im Urheberrecht, wo sich drängende Fragen des Ausgleichs zwischen Urhebern, Verwertern und Nutzern stellen. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Internet. Dort, wo das Urheberrecht so eingesetzt wird, dass innovative Produkte und Dienstleistungen verhindert werden, sollte das Verbotsrecht zu einem Vergütungsanspruch korrigiert werden – das gilt online und offline. ACTA soll Online-Piraterie im Internet bekämpfen, der Kolla-teralschaden aber ist die Freiheit im Internet.“

DIE GRÜNEN weisen darauf hin, dass die Kostenloskultur im Internet in seiner jetzigen Form keine Zukunft haben kann. „Es ist sehr wichtig, Bezahlvorgänge im Internet zu ermöglichen, die schnell, einfach und sicher sind, und so stattfinden, dass Urheber für ihre Leistungen entsprechend honoriert werden. Wer wertvolle Inhalte haben möchte, der muss dafür auch etwas zahlen. Die Kostenloskultur im Internet muss ein Ende haben. ACTA wie es heute vorliegt, ist nicht das richtige Mittel um eine neue Online-Kultur zu etablieren.“

2 Kommentare

  1. Andreas says:

    »Die Kostenloskultur im Internet muss ein Ende haben.« Und das aus grünem Munde. Wie schade. Wie traurig. Wie rückschrittlich ist das denn? Ich weiß nicht, ob eine Diffamierung der sog. „Kostenloskultur“ der richtige Weg ist. Niemand wird gezwungen, Inhalte kostenfrei ins Netz zu stellen… aber deswegen Modelle, die auf Kostenfreiheit basieren komplett abzulehnen ist einfach nur dämlich. Ich hoffe, Herr Mack, sie gehen mit gutem Beispiel voran und nutzen ab sofort die Wikipedia nicht mehr, und bitte auch keine Suchmaschinen, die ihnen »kostenlos« eine Dienstleistung anbieten. Und ach ja, am Besten wäre es noch, wenn Sie ihre Webseite hier nur noch für bezahlende Leser zugänglich machen… damit die »Kostenloskultur« schon bald ein Ende hat! :-/

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