In der aktuellen Debatte um Doping in Westdeutschland fordert die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN grundsätzliches Umdenken im Spitzensport. Angesichts der jüngst veröffentlichten Studie der Universitäten Münster und Berlin sei das Ende der Scheinheiligkeit von Politik und Verbänden überfällig.

„Wer so tut als sei es eine Riesenüberraschung, dass auch in Westdeutschland und auch nach der Wiedervereinigung systematisch Doping betrieben wurde, ist scheinheilig. Es ist gut, dass die jetzt veröffentlichte Studie zu Doping in Deutschland von 1950 bis heute Verfehlungen klar benennt und klare Handlungsvorschläge macht“, äußert sich Daniel Mack, sportpolitischer Sprecher der GRÜNEN.

Im Kampf gegen Doping fordern DIE GRÜNEN stärkere Anstrengungen in der Doping-Prävention. Derzeit werden hierfür in Hessen gerade einmal 30.000 Euro im Jahr ausgegeben. „Auch das Land Hessen ist gefordert, die Sportförderung künftig stärker danach auszurichten, ob sich Verbände konsequent für Doping-Prävention, -Aufklärung und -Bekämpfung einsetzen“, fordert Daniel Mack.

Das olympische Motto „Dabei sein ist alles“ müsse wieder ernst genommen werden. DIE GRÜNEN erteilen der Förderung nach Medaillenzielen durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eine klare Absage: „Wir sollten uns trauen, die besten und nur saubere deutsche Sportler zu den Spielen zu schicken, auch wenn sie im Wettkampf mit Dopingsündern keine Chance auf Medaillen hätten. Und wir müssen die Sportförderung von internationalen Erfolgen entkoppeln und die Gelder nach neuen Kriterien vergeben.“

DIE GRÜNEN sind daher auch der Ansicht, dass man sich über großartige Leistungen hessischer Sportler zwar freuen dürfe, das Zählen von Medaillen, wie es das Innenministerium bei den letzten Spielen betrieben habe, allerdings kontraproduktiv sei. „Ein guter Sportminister sonnt sich nicht im Glanz von Medaillen, sondern kämpft für saubere und faire Wettkämpfe.“

„Jedem erwachsenen Menschen steht grundsätzlich frei, mit seinem Körper zu tun, was er will – man kann sich ungesunde Mittel zu führen und auch sonst schädigen. Aber Doping ist nicht nur gesundheitsgefährdend, sondern Betrug an Wettbewerbern, Steuerzahlern, Sponsoren und der Öffentlichkeit.“

Außerdem hätten Spitzensportler gerade als Identifikationsfiguren für Kinder und Jugendliche eine hohe Verantwortung. Dazu Mack: „Gerade in ihrer Funktion als Vorbilder müssen Spitzensportler zeigen, dass man nicht alles für den persönlichen Erfolg tun darf.“

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  • Helge

    Warum nicht Doping ganz frei geben? Die Grünen sind ja auch sonst für die Legalisierung aller Drogen und wir wollen doch im Sport nicht anders damit umgehen?

    August 7th, 2013 17:03
    Reply
    01
    • Daniel Mack
      http://danielmack.de/ueber-mich/

      Siehe vorletzten Absatz.

      August 7th, 2013 19:44
      Reply
      02

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