Biblis: Schausterben mit Schäfer-Gümbel (SPD)

Die Anti-Atombewegung ist wieder zurück. Sie hat mit der schwarz-gelben Bundesregierung ihren alten Gegner wieder und scheinbar einen neuen Verbundeten, die SPD. Mitten im NRW-Landtagswahlkampf entdecken die Sozialdemokraten das Thema „Atomausstieg“ für sich und hoffen so den ein oder anderen Grünen-Wähler zu überzeugen. SPD & Atomausstieg? Ja das ist in der Tat etwas neues. Bei der SPD liegen die Nerven blank. Schließlich war die Atomkraft Teil des großen Hessenplans und der Stolz einer großen Partei, aber auch der Grund für das Scheitern der ersten rot-grünen Koalition in Hessen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) kommentiert die SPD-Aktivitäten in Biblis am 26. April 2010 auf Seite 4 so:

Neben den üblichen Reden […] ist die zentrale Protestaktion an diesem Tag die „Umzingelung“ des Kraftwerks und ein „Die-in“, ein „Schausterben“, das die Auswirkungen eines GAU simulieren soll. Auch Tarek Al-Wazir und Thorsten Schäfer-Gümbel sind da, die hessischen Parteivorsitzenden der Grünen und der SPD. Während Al-Wazir mit den Demonstranten das Kraftwerk umrundet, steht Schäfer-Gümbel am Werkstor und gibt Interviews, als das Signal zum „Die-in“ ertönt. Schäfer-Gümbel zögert, blickt sich irritiert um. Um ihn herum lassen sich Demonstranten in den Staub fallen. Bloß: Diese tragen keine Anzughosen. Neben ihm, ebenso ratlos und im Anzug, Gernot Grumbach, Vorsitzender des SPD-Bezirks Hessen-Süd. Bevor das Dilemma der beiden aber auffällt, hat ein findiger Juso eine Anti-Atomkraft-Flagge der Partei vom Zaun abmontiert und breitet sie vor den beiden Politikern aus. Darauf gebettet, liegen sie dann fünf Minuten wie trocknende Sardinen in der Sonne und spielen toter Mann.

Glück im Unglück für den auf einer Demo anzugtragenden Thorsten Schäfer-Gümbel! Gut, dass ihm ein treuer Juso als Retter in der Not zur Hilfe kam und vor seinen Füßen eine Fahne ausbreitete, damit er sich nicht wie alle anderen (14.000) Demonstranten in den Dreck legen musste.

Wirklich glaubwürdig und überzeugend wirken die Sozialdemokraten auch in der Anti-AKW-Bewegung nicht.“Wir staunen, wir staunen. Wenn die SPD sich in ihrer Regierungszeit auch so reingehängt hätte, müssten wir jetzt nicht demonstrieren.“ sagt Jochen Stay, Organisator der Menschenkette und seit 30 Jahren in der Anti-Atom-Bewegung aktiv. Tja, in der Opposition protestiert es sich eben leichter. Es eignet sich auch kaum ein Thema so gut für Angriffe auf die schwarz-gelbe Koalition wie die Atompolitik.

Protestieren will gelernt sein!

14 Kommentare

  1. klyonrad says:

    Selbst ich muss hier Daniel zustimmen. Diese Geschichte über TSG ist eine wahrhaft schöne Posse, die ich immer noch gerne weitererzähle :-D

  2. klyonrad says:

    Selbst ich muss hier Daniel zustimmen. Diese Geschichte über TSG ist eine wahrhaft schöne Posse, die ich immer noch gerne weitererzähle :-D

  3. Peter Schmidt says:

    Endlich spricht jemand aus was die meisten Menschen denken. Die Grünen sind die wahren Umweltschützer in allen Bereichen.

  4. Peter Schmidt says:

    Endlich spricht jemand aus was die meisten Menschen denken. Die Grünen sind die wahren Umweltschützer in allen Bereichen.

  5. Daniel says:

    Lieber Paul Wang,

    die SPD hat nicht den Atomausstieg forciert.. sondern 2002 (2 Jahre nach dem Atomkonses) die Laufzeiten für das Kraftwerk Obrigheim nachträglich verlängert. Ein Jahr später wollte Gerhard Schröder die Plutoniumfabrik Hanau nach China verkaufen. Eine überzeugte Anti-Atom-Partei handelt anders…

    Herrmann Scheer wäre gerne der Papst der Erneuerbaren Energien. Da muss man sich schon fragen, warum die SPD von '98 bis '09 nicht auf Scheer hörte und seinen Pläne folgte.

    Die Energiewende findet allerdings nicht in Berlin oder Wiesbaden statt, lieber Paul Wang. Vor Ort vertritt die SPD allerdings die "Windkraft-überall-nur-nicht-bei-mir" Haltung. Da unterscheiden sich die Sozialdemokraten leider nicht von CDU und FDP.

    Viele Grüße

    Daniel

  6. Daniel says:

    Lieber Paul Wang,

    die SPD hat nicht den Atomausstieg forciert.. sondern 2002 (2 Jahre nach dem Atomkonses) die Laufzeiten für das Kraftwerk Obrigheim nachträglich verlängert. Ein Jahr später wollte Gerhard Schröder die Plutoniumfabrik Hanau nach China verkaufen. Eine überzeugte Anti-Atom-Partei handelt anders…

    Herrmann Scheer wäre gerne der Papst der Erneuerbaren Energien. Da muss man sich schon fragen, warum die SPD von ’98 bis ’09 nicht auf Scheer hörte und seinen Pläne folgte.

    Die Energiewende findet allerdings nicht in Berlin oder Wiesbaden statt, lieber Paul Wang. Vor Ort vertritt die SPD allerdings die „Windkraft-überall-nur-nicht-bei-mir“ Haltung. Da unterscheiden sich die Sozialdemokraten leider nicht von CDU und FDP.

    Viele Grüße

    Daniel

  7. Paul Wang says:

    wir haben Hermann Scheer, wir haben den Atomausstieg forciert. Und Grün? Rennt der FDP und der CDU hinterher

  8. Paul Wang says:

    wir haben Hermann Scheer, wir haben den Atomausstieg forciert. Und Grün? Rennt der FDP und der CDU hinterher

  9. Daniel says:

    Liebe SPD-Freunde,

    wenn man demonstriert, dann bitte richtig und glaubwürdig. Einfach mal Fahne hochhalten, weil gerade Wahlkampf ist… ist ein bisschen zu wenig! Da könnt ihr auch noch so sehr Roland Koch und die CDU für diesen Schrottreaktor verantwortlich machen… politisch gewollt wurde das Kraftwerk damals von Euch, weil ihr in der Atomkraft "ein neues Zeitalter für die Menschen" gesehen habt.

    Ihr müsst Euch auch die Frage gefallen lassen, warum in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen keine Atomkraftwerke stehen.

    In der Opposition ist eben einiges kurzfristig (!) leichter.

    Viele Grüße

  10. Daniel says:

    Liebe SPD-Freunde,

    wenn man demonstriert, dann bitte richtig und glaubwürdig. Einfach mal Fahne hochhalten, weil gerade Wahlkampf ist… ist ein bisschen zu wenig! Da könnt ihr auch noch so sehr Roland Koch und die CDU für diesen Schrottreaktor verantwortlich machen… politisch gewollt wurde das Kraftwerk damals von Euch, weil ihr in der Atomkraft „ein neues Zeitalter für die Menschen“ gesehen habt.

    Ihr müsst Euch auch die Frage gefallen lassen, warum in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen keine Atomkraftwerke stehen.

    In der Opposition ist eben einiges kurzfristig (!) leichter.

    Viele Grüße

  11. Juso Hessen-Süd says:

    Lieber Daniel,

    willst Du die Grünen alleine im Dreck liegen sehen? Dann hättet ihr 300 statt 14.000 Demonstranten. Der größte Teil kommt von der SPD. Das weisst Du auch. Tu nicht so dumm!

    Gruß

  12. A.J. says:

    Es ist unerträglich was Daniel Mack hier schreibt. Er hasst die SPD!

  13. Juso Hessen-Süd says:

    Lieber Daniel,

    willst Du die Grünen alleine im Dreck liegen sehen? Dann hättet ihr 300 statt 14.000 Demonstranten. Der größte Teil kommt von der SPD. Das weisst Du auch. Tu nicht so dumm!

    Gruß

  14. A.J. says:

    Es ist unerträglich was Daniel Mack hier schreibt. Er hasst die SPD!

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