Castor durch meine Heimat? Nein Danke!
von Daniel Mack | 4 Kommentare
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Am 5. September beschloss die Bundesregierung die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke. Am 18. September kam die Antwort der Bevölkerung, mindestens 100.000 Menschen gingen unter dem Motto „Atomkraft: Schluss jetzt!“ auf die Straße. Es wurde deutlich: Wir wollen keine Atomkraft mehr, wir kämpfen gegen den unverantwortlichen Beschluss von Schwarz-Gelb!
Am Samstag Abend hat der mit Atommüll beladene Castor-Transport Hessen erreicht. Die genaue Route des Transports stand ebenso wenig fest wie der Zeitplan. Dank den Twitter-Infos von CastorTicker und einer auf indymedia.org veröffentlichten PDF-Datei konnte man die Route erahnen. Um 23.25 Uhr passierte der 120 Tonnen schwere und 370 Meter lange Zug mit 11 Transportbehälter – jeder Behälter enthält die gleiche Menge Strahlung, die beim Unfall in Tschernobyl freigesetzt wurde – das ist der Atommülltransport 2010. Keiner will ihn haben. Keiner weiß, wo und wie der hochgefährliche Müll für 1 Million Jahre sicher gelagert werden soll.
Statt endlich abzuschalten wollen die Energiekonzerne RWE, EON, Vattenfall und EnBW ihre Atomkraftwerke noch jahre- und jahrzehntelang weiter betreiben und täglich eine Million Euro für jedes Atomkraftwerk extra kassieren. Der Regierung und den Konzernen geht es nur um eins: Profite auf Kosten der Sicherheit. Doch jedes Atomkraftwerk ist eine Zeitbombe.
Die Alternativen sind längst da, man muss sie nur durchsetzen. Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien – im Gleichklang mit Energiesparen und Steigerung der Energieeffizienz!
Der Castorkonvoi aus La Hague nach Gorleben ist eine Täuschung. In der Atommüllentsorgung bewegt sich nichts. Der Atommüll wird nur von A nach B gekarrt und in luftigen Hallen abgestellt. Atomtransporte sind ein Risiko, das wir nicht hinnehmen können. Der Salzstock Gorleben im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg wurde in den siebziger Jahren als Endlager für radioaktiven Müll ausgewählt, völlig zu Unrecht, wie man heute weiß. Geologisch ist Gorleben nämlich als atomare Lagerstätte vollkommen ungeeignet, Grundwasserkontakt und nahe Gasfelder bergen große Gefahren. Die Wahl für Gorleben erfolgte aus rein politischen Gründen. Dass die Anlage bis heute weiter ausgebaut wird, trotz immenser Risiken, ist ein Skandal.

@Phil: Zur Atomkraft allgemein und den Laufzeitverlängerung im besondereren: http://danielmack.de/2010/09/atomkraft-nein-danke…
Ansonsten muss ich dir leider widersprechen. Ich finde es falsch den Atommüll quer durch Deutschland zu transportieren. Die AKW-Betreiber sollten ihn meiner Meinung nach in Zwischenlagern direkt am AKW lagern, bis es ein Endlager in Deutschland gibt. Der Transport von hochradioaktivem Müll auf Bahnstrecken ist unverantwortlich und ein Sicherheitsrisiko.
"Atomtransporte sind ein Risiko, das wir nicht hinnehmen können."
Nicht ganz richtig, Daniel. ATOMKRAFT selbst ist ein Risiko, das wir nicht eingehen sollten. Die Transporte müssen hingegen wohl sein: Wenn der Müll schon entstanden ist, kommt der Protest zu spät, wie auch Bundesumweltminister Jürgen Trittin richtig erkannte.
Siehe auch mein Blogeintrag http://wp.me/pVSrm-1G
Hallo Herr Mack,
ein billiger Film. Warum waren sie nicht in Gorleben? Einfach den Castor filmen ist wohl ein billiger Protest für einen Karriere-Grünen oder?
Erfolg für die Demonstranten im Wendland: Der Castor-Zug kommt zur Stunde nicht mehr weiter in Richtung Gorleben. Einige tausend Aktivisten lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, viele wurden verletzt, ein Panzerwagen ging in Flammen auf. Auch hier verstehe ich die Politiker nicht. Warum wird solch einem Thema, was die Bürger des ganzen Landes bewegt nicht eine Volksabstimmung gemacht?