Motorsport übt von jeher eine große Faszination auf die Zuschauer und die aktiv Beteiligten aus. Die Entwicklungen des Automobilsports haben unbestritten – meistens mit einer Verzögerung von einigen Jahren – Auswirken auf Konzeption und Produktionsweise herkömmlicher Autos für den Straßenverkehr. Die aktuellen Entwicklungen der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) im Bereich Ressourcen-Effizienz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehen in die richtige Richtung, müssen jedoch noch stärker forciert werden.

Auch der grüne Weg wird den Motorsport nicht innerhalb weniger Wochen zum Dreiliter-Auto führen, könnte jedoch die Entwicklung umweltschonender Technik beschleunigen. Die Einführung des Katalysators, um Schadstoffemissionen im Abgas zu reduzieren, oder die Serienmäßigkeit des Rußpartikelfilters und die Umsetzung von Geräuschlimitierungen sind Entwicklungen aus dem Rennsport, die die Wechselwirkung zwischen der Entwicklung für den Straßenverkehr und dem Motorsport ebenso verdeutlichen wie der Einsatz von Faserverbundwerkstoffen zum Leichtbau im Motorsport seinen Teil dazu beigetragen hat, dass heute moderne Straßenfahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien konzipiert werden können.

Sowohl der Leichtbau, als auch aerodynamische Entwicklungen sind von enormer Bedeutung für die Entwicklung verbrauchsoptimierter Fahrzeuge für die Zukunft. Ich würde es begrüßen, wenn die Hersteller der DTM die Reduzierung des Treibstoff- und Ressourcenverbrauchs sowie den Einsatz von Umwelttechnik und den Technologietransfer zur Serientechnik noch stärker als Entwicklungsziele festschreiben würden und in den Vordergrund ihrer Kampagne stellen würden. Der Motorsport bietet die Chance modellhafte und vorbildliche Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Die hohe Attraktivität der DTM könnte den sachgerechten Umweltschutz mit positiven Attributen belegen und die Botschaft zu den Zuschauern transportieren.

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  • Volker Lechthaler

    Ich bin sehr erstaunt, dass ein grüner Landtagsabgeordneter sich zum Protagonisten des Motorsportes aufschwingt. Auch als sportpolitischer Sprecher der Fraktion muss man nicht jeden Unsinn unterstützen, denn ich halte den Motorsport für völlig überflüssig. Mit der gleichen Argumentation, dass wichtige technische Entwicklungen hier erprobt werden, könntest du auch Kriege und das Militärische unterstützen, denn dafür wurden und werden enorme technische Entwicklungen in Gang gesetzt, von denen Anteile auch irgendwann das Zivilleben positiv beeinflusst haben. Diese technischen Weiterentwicklungen müssen auch ohne den motorsportlichen Anreiz möglich sein.
    Ich halte den Motorsport für eine Ressourcenverschwendung und vermeidbare Umweltbelastung, der zudem dazu beiträgt, dass das Image immer stärkerer und schnellerer PKW gefördert und gesellschaftlich aufgewertet wird. Das ist m.E. ich mit einer ökologischen und nachhaltigen grünen Politik nicht vereinbar.
    MfG
    Volker Lechthaler
    Bad Orb

    April 24th, 2012 20:10
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    • Daniel Mack
      http://danielmack.de/about

      Vielen Dank für den Kommentar!

      Ich habe die Qual der Wahl:

      a) Ich verteufel den Motorsport und erkläre Ihn für Unsinn

      b) Ich versuche mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen, um über zukünftige Entwicklung zu diskutieren und neue Gedanken in die Debatte einzuwerfen.

      Variante a) ist mir zu einfach. Veränderungen kann ich so nicht herbeiführen. Variante b) ist komplizierter, der Dialog mit dem Vermarkter der DTM, ITR, nicht einfach. Eben weil der Motorsport für viele Menschen sehr faszinierend ist, möchte ich den Austausch mit den Verantwortlichen führen, wie die Serie nachhaltiger gestaltet werden kann.

      Um es auf den Punkt zu bringen: Mit einer DTM, die Elektrofahrzeuge einsetzen würde und so die Weiterentwicklung und Serienreife unterstützen könnte, würden Menschen eher zu einem Umdenken gebracht als durch ein Verbot.

      Ich fahre übrigens selbst kein Auto, halte persönlich den Motorsport auch nur bedingt für Sport, will es den Herstellern aber nicht zu einfach machen, sondern das Maximale fordern, um das Optimale zu erreichen. Das ist dann, für mich, nahchaltige Politik.

      Anderes Beispiel, gleiches System: innerdeutsche Flüge verbieten zu wollen ist einfach, sich Gedanken zu machen, wie die Bahn konkurrenzfähiger werden kann, deutlich komplizierter. Eine Schließung der neuen Landebahn zu fordern ist ebenfalls einfach, Anflugrouten- und höhen und Lärmobergrenzen einzuführen komplizierter.

      Ich mache keine Politik, um schnelle und einfache Lösungen zu präsentieren. Ich will an guten und realistischen Konzepten arbeiten!

      Viele Grüße,
      Daniel Mack

      April 24th, 2012 21:33
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