Frauen-WM 2011: Das größte Familienfest der Welt

30. Juni 2011: Deutschland vs. Nigeria: Die gute Nachricht zuerst: Deutschland steht im WM-Viertelfinale und das Team um Simone Laudehr, Nadine Angerer und Kim Kulig hat Steigerungspotential. Dass Deutschland nicht ins Spiel gefunden hat, lag auch an der Taktik Nigerias. Die Westafrikanerinnen traten gegen entweder gegen den Ball, um in aus der eigenen Hälfte zu befördern oder gegen die DFB-Spielerinnen um sie niederzustrecken. Eine erfolgreiche Taktik, schließlich hatte die südkoreanische Schiedsrichterin neben Karten und Pfeife auch ihre Augen in der Kabine vergessen. Die Folge: Die Zuschauer pfiffen die angeblich Unparteische aus. Die Atmosphäre im Waldstadion war mit der vom Sonntag in Berlin nicht zu vergleichen. Es zeigte echte Fußballemotionen, startete Stadionwellen für das DFB-Team, ging bei den Angriffen lautstark mit und bewertete die Aktionen Nigerias äußert kritisch. Wer Weltmeisterin werden will, muss kämpfen und solche Spiele gewinnen. Danke Simone Laudehr, für das erlösende 1:0. Ein Fußballabend voller Dramatik. Klasse!

26. Juni 2011: Deutschland vs. Kanada: Das Eröffnungsspiel im Berliner Olympiastadion ist nun schon drei Tage her. Ich bin immer noch sehr beeindruckt von der grandiosen Atmosphäre der über 73.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion. Dazu noch mehr als 18 Millionen Fernseh-Zuschauer und ein traumhafter Marktanteil von 60,1 Prozent sind wirklich gigantisch. Schon ganz zu Beginn liefen La Olas durch das Stadion, ohne dass überhaupt etwas passiert war. Von der Zusammensetzung unterscheidet sich das Publikum beim Frauenfußball übrigens sehr deutlich von den Fans bei den Männern. Hassgesänge von den Rängen oder Ähnliches gab es nicht. Der Sonntagabend in Berlin war ein rießiges Familienfest.

 

25. Juni 2011: Ballzauber Frankfurt: Das Herz des Frauenfußballs schlägt in Frankfurt. Und da können die Berliner noch so am Sonntagabend das WM-Eröffnungsspiel feiern: Frankfurt stahl ihnen heute schon mal mit einem Multimedia-Spektakel namens „Ballzauber“ die Show. Mehr als 120.000 Zuschauer am Ufer bekamen ein buntes Programm aus Musik, Tanz, Artistik und Lasershow zu sehen. Unheimlich emotional und gut!

3 Kommentare

  1. ToKo says:

    hassegesänge habe ich bei der wm der männer allerdings auch noch nie so wirklich vernehmen können..also zumindest bei dem, was man aus den stadien so mitbekam.

    • daniel mack says:

      ja und nein. die stimmung während eines bundesligaspiels ist sicherlich von internationalen spielen zu unterscheiden. die stimmung 2006 in dortmund gegen polen und im halbfinale gegen polen war meiner meinung nach schon eine „eher aggressive“. der hauptgrund für den unterschied sehe ich im publikum. die zuschauer am sonntag waren kein klassisches fußballpublium. fachwissen, taktische kenntnisse u.ä. spielten keine rolle. ich fand die stimmung wesentlich entspannter. kein gedränge, kein rangeleien am bierstand, dafür aber viel hilfsbereitschaft und geduld vor den einlaßtoren.

      gar nicht so schlecht, oder?

      • ToKo says:

        okay, in der hinsicht kann ich das absolut nachvollziehen und mir vor allem auch gut vorstellen. gerade was die situation in der halbzeit oder am einlass angeht, das wird da wohl deutlich angenehmer sein. eben auf grund dessen, dass die zuschauer eher aus spaß und interesse an der sache kommen und nicht, weil dieser sport für sie das leben bedeutet und sie sowieso alles besser wissen.

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