Fußball-EM in der Ukraine: Ja zum Sport, Nein zu Menschenrechtsverletzungen

Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßt das starke Signal, das der hessische Landtag gegen Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine aussendet. Der Landtag hat den von den GRÜNEN eingebrachten dringlichen Entschließungsantrag „Hessen sagt ja zum Sport und nein zu Menschenrechtsverletzungen“ einstimmig angenommen. „Wir sind für die Ausrichtung der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine, dürfen aber die Augen nicht vor Missständen verschließen: Man kann zu Frau Tymoschenko stehen wie man will – die Art, wie sie von der ukrainischen Führung behandelt wird, ist jedoch nicht das, was wir unter Rechtstaat verstehen. Es kann daher niemanden gefallen, wenn der dafür verantwortliche Herr Janukowytsch sich bis zum Finale am 1. Juli neben Uefa-Präsident Platini, neben Zidane und Beckenbauer im Glanz des europäischen Fußballs sonnt“, so Daniel Mack, sportpolitischer Sprecher der GRÜNEN.

„Das Beispiel von Bundespräsident Gauck hat Zeichen gesetzt, sich auch während des Turniers nicht als Kulisse für ein undemokratisches System herzugeben. Die Absage Gaucks hat nicht nur symbolische Wirkung, sie ist auch ein starkes politisches Signal, das eine internationalen Debatte über Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte in der Ukraine bewirkt hat.“

DIE GRÜNEN weisen darauf hin, dass Sport und Politik nicht voneinander zu trennen sind. Dazu Daniel Mack: „Sport ist keine unpolitische Angelegenheit. Er hat wichtige gesellschaftspolitische Aufgaben. Gerade der Fußball ist für viele Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ein gemeinsamer Fixpunkt. Der Sport ist ein wichtiges Instrument für Integration und Identität. Für junge Menschen hierzulande sind Fußballer wie Mario Götze oder Mesut Özil ebenso wichtige Vorbilder wie es für frühere Generationen Jürgen Grabowski oder Tony Yeboah waren. Daher finden wir GRÜNE es richtig, dass ein Boykott für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht in Frage kommt, der Verband aber die Europameisterschaft nutzen möchte, um die politischen und gesellschaftlichen Missstände anzuprangern.“

Meine Rede in der Aktuellen Stunde im Hessischen Landtag: “Ukraine missachtet Rechte”

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