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Es sei höchste Zeit, im Main-Kinzig-Kreis eine breite und sachliche Debatte über die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am gesellschaftlichen Leben zu führen, monieren die Grünen. Die Debatte zur Einbürgerung eines in Gelnhausen lebenden Leichtathleten in der vergangenen Kreistagssitzung sei eine Zumutung für den anwesenden Sportler gewesen.

„Der Beitrag des Fraktionsvorsitzenden der Republikaner, Frank Marhauer, war ekelhaft und schäbig“, findet Daniel Mack, integrationspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion.

Aber auch die Auseinandersetzung zwischen den Koalitionären CDU und SPD habe eine „große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ bei Fragen von Einwanderung und Einbürgerung gezeigt. Beide Seiten hätten den Fall des Gelnhäuser Leichtathleten für ihre parteipolitischen Zwecke zu instrumentalisieren versucht. Dabei habe die schwarz-rote Bundesregierung gerade erst im vergangenen Jahr eine drastische Verschärfung des Aufenthaltsgesetzes beschlossen. Auch bemühe sich die große Koalition in Berlin nach Kräften, alles aus dem im Bundestag anstehenden Integrationsplan herauszuhalten, was mit Chancengleichheit und der Gewährung von Rechten zu tun hat, sei es die Erleichterung von Einbürgerungen oder die Einführung des kommunalen Ausländerwahlrechts.

Insbesondere Dr. Rolf Müller, Fraktionschef der CDU im Kreistag, habe versucht, sich mit der Unterstützung der zweifellos wünschenswerten Einbürgerung des Gelnhäuser Vorzeigesportlers von dem ausländerfeindlich angelegten Wahlkampf von Roland Koch rein zu waschen. Die Zustimmung zur Einbürgerung in Einzelfällen täusche aber nicht darüber hinweg, so Mack, dass ein überzeugendes Integrationskonzept im Main-Kinzig-Kreis fehle.

„Wir brauchen Chancengleichheit für Migrantinnen und Migranten bei der Bildung, auf dem Arbeitsmarkt und in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Integration besteht nicht aus gnädig gewährten Rechten für Ausnahmefälle, sondern zeigt sich erst bei der Integration und Gleichberechtigung der hier lebenden Einwanderer im Alltag,“ sagte Mack.

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