GRÜNE nehmen Gesprächsangebot der Tatort-Autoren an

Chancen und Risiken eines modernisierten Urheberrechts beleuchten

Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nimmt das Gesprächsangebot der Tatort-Autoren zu Fragen des Urheberrechts an und ist bereit, sich mit ihnen darüber auseinanderzusetzen und Anregungen aufzunehmen. 51 Autoren der Tatort-Reihe hatten sich am 29. März 2012 in einem Offenen Brief dagegen gewandt, die Rechte der Nutzer des Internets überzubewerten und die Rechte der Urheber zu marginalisieren.

„Für uns steht außer Frage, dass das derzeit geltende Urheberrecht den Anforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht wird. Klar ist für uns aber auch, dass das Recht der Urhe-ber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, auch im Internet gilt. Dieses Recht muss, auch international, vor massenhaften illegalen Kopien geschützt werden. Die Entscheidung, ob eine Urheberin oder ein Urheber seine Leistung mit anderen Menschen unentgeltlich teilen will oder die Nutzung dieser Leistung nur unter bestimmten Bedingungen oder nur gegen die Zahl eines Entgelts gestatten will, muss jeder Urheberin und jedem Urheber selbst überlassen werden“, schreibt der netzpolitische Sprecher der GRÜNEN, Daniel Mack an die Tatort-Autoren.

Für die GRÜNEN steht allerdings auch fest, dass das Internet weder ein rechtsfreier noch ein grundrechtsfreier Raum ist. Sie wenden sich strikt gegen Internet-Zugangssperren und Überwachung durch den Provider. Um Urheberrechte unter den Bedingungen der Digitalisierung tatsächlich durchzusetzen, erscheint es den GRÜNEN elementar, schnelle und sichere Bezahlmöglichkeiten in der digitalen Welt zu ermöglichen. Von diesem Geld solle so viel wie möglich beim Urheber selbst ankommen. Allerdings dürften bei dem Schutz der berechtigten Interessen der Rechte der Urheberinnen und Urheber Innovationen nicht auf der Strecke bleiben. „Die Digitalität bringt für Urheber nicht nur negative Seiten mit sich. Nie war es so einfach und kostengünstig, seine kreativen Werke einer breiten Öffentlichkeit zugäng-lich zu machen. Das ist eine große Chance, gerade für bisher noch Unbekannte.“

Deshalb ist es wichtig, sich auf die gegenwärtigen und kommenden Veränderungen einzulas-sen, sowohl auf ihre Chancen als auch auf ihre Risiken. Wir freuen uns auf den Austausch mit den Autoren des Tatorts“, unterstreicht Daniel Mack.

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