ARD-Sportschau: “Über Twitter haben wir eine gute Möglichkeit, mit Zuschauern, Hörern & Nutzern zu reden und zuzuhören”

Name: Sportschau Twitter: @sportschau_wm11 (Tom Klein, Projektleiter Online & Dennis Horn)

Geburtsjahr: 2011

Der Kanal richtet sich an: alle Interessierten an der FIFA Frauen-WM

Der erste Tweet: „Unser Kollege hat Quartett von Frauen-Nationalteam gekauft. #FAZ kommentiert: ‚16,2 Fairness-Punkte sticht!‘. #frauenwm http://bit.ly/jOTtCg

Homepage: http://www.sportschau.de/

Dafür: Frauenfußball

Dagegen: die immer gleichen schlechten Chauviwitze über Frauenfußball, die täglich durch die Timeline rasen

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Warum twittert die Sportschau zur Frauen-WM? Was erhofft ihr Euch davon?

Die Übertragung der WM war für uns ein Wagnis. Wir haben uns vor dem Turnier gefragt: Wie viele Leute werden sich überhaupt fürs rein Sportliche interessieren? Wie viele müssen wir über die „Themen am Rande“ locken? Twitter ist ein tolles Werkzeug, um festzustellen, worüber die Leute reden. Das sind zum Beispiel die Schiedsrichterleistungen, Hope Solo oder „Action Man Regular“, die Schriftart auf den deutschen Trikots. Und: Über Twitter haben wir eine weitere gute Möglichkeit, mit unseren Zuschauern, Hörern und Nutzern zu reden und ihnen zuzuhören.

Bei der Frauen-WM zeigen sich vor allem Australierinnen, Kanadierinnen und Spielerinnen des US-Teams sehr social-media-affin. Was muss sich ändern, dass deutsche Sportler Twitter stärker bzw. überhaupt nutzen?

Social-Media-Angebote haben sich in anderen Ländern schon immer schneller ausgebreitet als in Deutschland. Nadine Angerer hat einen tollen Start als @NAngerer bei Twitter hingelegt. Das war Thema auf den DFB-Pressekonferenzen, Claus Kleber hat davon im heute journal erzählt, und vielleicht muss genau das passieren: einzelne Sportler, die ein gutes Beispiel geben.

Wie hoch ist der Aufwand für Euer Twitter-Engagement?

Wir arbeiten in der WM-Zentrale der ARD mit einem Social-Media-Redakteur. Dessen Aufgabe ist nicht nur Twitter – er bloggt auch, postet Meldungen zur FIFA Frauen-WM auf der Facebook-Seite der Sportschau und betreut das Social Viewing, also die Liveübertragung von Spielen im Netz mit Facebook-Chat, Expertenkommentar und aktuellen Tweets zum Spiel.

Wie fällt das Feedback eurer Follower aus?

Wir haben uns über viele #ff-Empfehlungen gefreut, sogar über eine Empfehlung von @twitter_de selbst. Einige Nutzer sind überrascht und bedanken sich dafür, dass die „große Sportschau“ plötzlich auf ihre Tweets antwortet. Wir bilden uns ein, unsere Follower sind zufrieden. Das macht zufriedener als hohe Followerzahlen. Der @sportschau_wm11 folgen zurzeit 835 Nutzer. Diese Zahl ist für uns schwer einzuschätzen, weil es ähnliche Auftritte von uns in Twitter noch nicht gab.

Was twittert ihr, was twittert ihr nicht?

Wir twittern, was uns interessant erscheint. Wir begleiten alle Spiele und liefern in Twitter alle Tore. Wir haben keine Negativliste mit Inhalten, auf die wir gar nicht eingehen. Aber wir haben eine Haltung: Wir mögen den Frauenfußball. Und wir sind gelangweilt von schlechten Chauviwitzen.

Was hat sich für Euch am meisten durch Twitter verändert?

Ein paar Arbeitsweisen in der Redaktion, ein paar Abläufe – aber nichts Großes. Wir sind auch im Privatleben Twitter-Nutzer. Wir haben schon oft gebloggt, sind mit der Sportschau in Facebook vertreten, wir kennen die sozialen Medien und wissen, wie wichtig sie heute sind. Deshalb musste sich nichts groß ändern.

Wird die Sportschau auch in Zukunft Sportevents (z.B. Olympia 2012) via Twitter begleiten?

Wir haben zur FIFA Frauen-WM gute Erfahrungen gemacht. Aber sie ist noch nicht vorbei, und wir möchten diese Zeit noch abwarten. Ab dem Tag danach werden wir uns Gedanken zu den nächsten Events machen – und die guten Erfahrungen, die wir gerade machen, werden da bestimmt auch eine Rolle spielen.

Zwei Fragen von @sportschau_wm11 an @danielmack

1. Warum Frauenfußball?

Wegen Technik, Taktik und Toren, aber auch den Emotionen, dem Spiel und der Faszination. Fußball ist Fußball. Dem Ball ist schließlich egal, wer gegen ihn tritt.

2. Wer wird Weltmeister?

Schweden

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