Klaas Heufer-Umlauf: “Twitter ist ja kein Produkt das man sich einmal kauft, sich nicht verändert und irgendwann langweilig wird”

Klaas Heufer-Umlauf  (28) ist U30-Leistungsträger der deutschen Unterhaltungsnationalmannschaft, Fernsehmoderator und satirischer Improkabarettist. Im März 2009 startete er “mit einem bein im knast- mit dem anderen auf dem gaspedal. und los.“ unter @damitdasklaas auf Twitter und startet heute einen Top-Tweet nach dem anderen.

Hallo Klaas, wie wichtig ist Twitter für Dich als Fernsehmoderator?

Das kann ich gar nicht einschätzen. Ich habe angefangen zu twittern, weil es mich persönlich interessiert hat, und nicht weil ich das als weiteres öffentliches Sprachrohr zusätzlich zu meiner Moderatorentätigkeit nutzen wollte. Dennoch ist man natürlich oft etwas besser und schneller informiert über die Ereignisse in der Welt, was einem natürlich auch als Moderator helfen kann.

Durch Twitter ist das Echtzeitnetz sichtbar geworden. Haben wir einen Information Overkill?

Das würde ich so nicht sagen. Bei Twitter, wie auch bei vielen anderen social/ information networks kommt es immer sehr darauf an, wie man das persönlich für sich nutzt. Nur weil es theoretisch immer und permanent Informationen über jedes denkbare Thema gibt, heißt es ja nicht, dass man diese auch alle in sich aufnehmen muss. Persönliche Disziplin im Umgang mit Medien dieser Art ist da unerlässlich. Informationssucht und ein permanentes Gefühl, irgendwas Wichtiges zu verpassen, ist etwas, das man unter Kontrolle halten muss, sonst treibt es einen vor sich her. Die Vorteile des Echtzeitnetzes sind sicherlich auch, dass Dinge die jetzt noch sehr wichtig zu sein scheinen, in 10 Minuten schon wieder die Zeitung von gestern sein können. So reguliert sich die Informationsflut eigentlich auch ganz gut von alleine.

Was macht Twitter so besonders, hat der Dienst eine Zukunft?

Dieser Dienst hat definitv eine Zukunft. Man bestimmt ja mit der Auswahl der Leute die man verfolgt die Qualität dieses Dienstes selber. Twitter ist ja kein Produkt das man sich einmal kauft, sich nicht verändert und irgendwann langweilig wird. Außerdem steht man nicht unter diesem sozialen Facebook-Druck, dass man jeden den man irgendwo mal getroffen hat, auch annehmen muss, weil dieser sonst bei der nächsten Begegnung total beleidigt ist. Durch diesen Mix aus Freunden, Kollegen und Leuten denen man nicht aus dem weg gehen kann, ist Facebook oftmals ein Sammelsorium aus vielen verschiedenen Stimmen, und in der Summe dann oft wenig aussagekräftig. Es gibt ja den schönen satz, den ich für sehr richtig halte: Bei Facebook lernt man Freunde zu hassen, bei Twitter lernt man Fremde zu schätzen.

Warum hast Du dich dazu entschlossen, Twitter zu nutzen? Was erhoffst Du Dir davon?

Erhoffen ist wohl etwas viel gesagt. Twitter informiert mich, es unterhält mich, und es gibt einem die Möglichkeit, einen schnellen Überblick zu bekommen, was eine bestimmte Gruppe von Menschen von einer speziellen Sache hält. Außerdem ist es ein guter Kanal für direktes Feedback. wenn man als öffentliche Person mal so richtig auf dem Holzweg ist, dauert es nicht lange, bis dir das jemand bei Twitter sagt. Das kann zwar auch nerven, in erster Linie ist das aber hilfreich.

Wie hoch ist der Aufwand für Dein Twitter-Engagement?

Nicht besonders hoch. Wenn ich etwas denke, sehe oder mitzuteilen habe, was ich einen Tweet wert finde, dann schreib ich den. Aber ich sitze zu hause nicht mit der Strichliste, und schreibe auf, wer mich in den letzten zwei Tagen so alles gefavt hat und wer nicht. Hab den Eindruck, ein paar Leute dort machen sowas in der Art.

Was twitterst Du, was twitterst Du nicht?

Ich twittere Dinge von denen ich das Gefühl habe, sie sind lesenswert. Entweder auf unterhaltsame oder informative Weise. Tweets wie “ich gehe jetzt schlafen, und vorher esse ich noch eine Banane” versuche ich zu vermeiden. Klappt aber nicht immer.

Was hat sich für Dich am meisten durch Social Media verändert?

Ich kann jetzt einigermaßen mit meinem ganzen Apple Zeugs umgehen.

3 Comments

  • Sozi

    Herr Mack und die dicken Fische…

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  • debingo

    klaas, respekt!

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  • Lisa

    gar nicht politisch aber ziemlich witzig und lustig :D

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