Kreis-SPD muss auf Schlüchterner Bürgermeister einwirken
von Daniel Mack | kein Kommentar
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Die Grüne Fraktion im Main-Kinzig-Kreis sieht in den “Polacken”-Zitaten des Schlüchterner SPD-Bürgermeisters Heiko Fritzsch und dessen abschätzigen Bemerkungen über die Partnerschaft mit der polnischen Stadt Jarocin anlässlich des Kalte-Markt-Frühstücks in Schlüchtern eine Verhöhnung polnischer Bürger und fordert die Kreis-SPD auf, ihren Parteikollegen zu einer baldigen Entschuldigung zu bewegen.
Daniel Mack, Sprecher der Grünen für Integration, machte deutlich, dass Fritzschs abwertende Äußerungen über Polen kein Kavaliersdelikt seien. “Leider bedienen sich immer wieder auch Politiker aus demokratischen Parteien populistischer Mittel, um damit weit Rechtsaußen nach Sympathien und Stimmen zu fischen. Dies ist eine höchst bedenkliche Entwicklung und erfordert das Eingreifen der Bürgergesellschaft. Von einem Kommunalpolitiker kann man erwarten, dass er die Werte des Grundgesetzes achtet, wonach jeder Mensch, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft und Religion, als Mensch zu achten ist. Herr Fritzsch sollte sich umgehend für seine Entgleisungen entschuldigen. So schafft er die Voraussetzung, dass mit der im Schlüchterner Stadtparlament vorgelegten “Resolution für Städtepartnerschaft mit Jarocin und Völkerverständigung” ein Neuanfang beschritten werden kann.
Reiner Bousonville, Fraktionsvorsitzender der Grünen, äußerte sich zu den Vorgängen in Schlüchtern, die nach Ansicht der Grünen auch Ausstrahlung auf die Kreisebene und darüber hinaus haben: “Wenn ein Bürgermeister einer Stadt im Main-Kinzig-Kreis polenfeindliche Klischees vorträgt und bedient, dann muss sich auch die politische Sphäre im Main-Kinzig-Kreis einmischen — zumal Bürgermeister Heiko Fritzsch auch Mitglied der SPD-Kreistagsfraktion ist. Wenn Herr Fritzsch seine Äußerungen für einen humoristischen Ausdruck von Volkstümlichkeit hält, dann irrt er gewaltig und sollte von seiner Partei eine Lektion in zivilgesellschaftlicher Demokratie erhalten. Wir erwarten, dass sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Krätschmer und der Unterbezirksvorsitzende Dr. André Kavai zu den Vorgängen äußern und sich von Fritzschens Verhalten distanzieren.”
