Lagerwahlkampf war gestern und vorgestern

“Die Option Schwarz-Grün werden wir bei den nächsten Wahlen zumachen müssen. Berlin hat gezeigt, dass unsere Wählerinnen und Wähler da 150 Prozent Klarheit brauchen.”, sagte Renate Künast im SPIEGEL 39/2011.

Ich sage:

Die GRÜNEN müssen sich endlich vom Lagerdenken verabschieden. Um im zementierten Fünf-Parteien-System unsere Ideen in Regierungsverantwortung umsetzen zu können, dürfen wir vor Wahlen zukünftig keine Koalitionsoptionen zwischen demokratischen Parteien ausschließen. Die Zeiten der Volksparteien, aber auch die des Lagerdenkens sind endgültig vorbei. Lagerwahlkampf war gestern und vorgestern! Die Bundesrepublik lässt sich nicht in ein linkes und ein bürgerliches Lager teilen! Die Aufspaltung in ein “rechtes” und “linkes” Lager ist gesellschaftlich längst überholt. Deutschland kann nicht in Rot-Rot-Grün und Schwarz-Gelb geteilt werden. Die meisten Wählerinnen und Wähler können die Frage, ob sie bürgerlich, links oder liberal sind nicht beantworten. Sie wählen nicht mehr nach Tradition, nicht nach Stand und Religion. Sie wollen überzeugt werden!

Für uns GRÜNE birgt diese neue Situation ein unerschöpfliches Potential. Wir bieten mit unserer Programmatik eine breite Basis, die allen anderen Parteien des demokratischen Spektrums einen Anreiz schafft, mit uns GRÜNEN über mögliche Koalitionen zu verhandeln. Denn wir besitzen das Programm der nachhaltigen Zukunftsgestaltung und sind somit der notwendige Impulsgeber für die Erneuerung der Gesellschaft. In den dafür relevanten Politikfeldern weisen dagegen alle anderen Parteien Einfallslosigkeit auf und sind daher auf GRÜNE Ideen angewiesen. Die GRÜNEN sind keine Partei der linken Mitte. Sie sind ein soziales, kein linkes Projekt.

Auch wenn die gefühlte Nähe zu den Sozialdemokraten bei uns immer größer ist, können wir uns in konkreten inhaltlichen Fragen mit der Union genau so einigen wie mit der SPD.

Natürlich müssen wir GRÜNE Schwarz-Grün als mögliche Konstellation unverkrampft in Erwägung ziehen und dürfen sie nicht von vornherein verteufeln. Die Ausschließeritis beschreibt eine Krankheit. Es ist jetzt unsere Aufgabe uns alle Optionen offenhalten und dabei Brücken in andere Milieus schlagen und Schwarz-Gelb in Berlin maximal unter Druck zu setzen.

2013 muss es das Ziel sein, mit einem guten GRÜNEN Ergebnis eine Regierung mit uns zu erzwingen. Es darf keine Regierung an uns GRÜNEN vorbei gebildet werden und an uns scheitern!

2 Kommentare

  1. Herr Schreimer says:

    Stimmme meinem Vorredner zu. Herr Mack ist viel weiter als die Partei und näher am Wähler dran!

  2. jothabv says:

    Ich vermute, die Option schwarz-grün ist kein Problem der WählerInnen, eher eines der Altgedienten in der Partei. Da gibt es zu viel Verkrustung – zumindest was öffentliche Äußerungen betrifft. Dazu passt auch die Twaffäre im MKK.
    Wenn die Piraten einiges ihrer Ideen umsetzen können, wird sich
    mittelfristig etwas ändern. Dann lautet die Frage nicht mehr schwarz- gelb, schwarz-grün, rot-grün, dann werden diese Zweier-Konstellationen durch eine zusätzliche Farbe ergänzt.
    Dann sollten die Grünen es auch gelernt haben, zu netzaffinen Themen Sachverständige Netzpolitiker zu entsenden und nicht B. Höhn u.a. von der Alten Garde.

Kommentieren