Lisicki, Nowitzki und 140-Zeichen-Brückenschläge

Tennisspielerin Sabine Lisicki hat sich während eines Turniers in Dallas im Mavericks-Dress als Fan des NBA-Champions gezeigt und Dirk Nowitzki begeistert.

„Looks great“ twitterte der Würzburger Basketball-Superstar über seinen Account @swish41, nachdem die WTA-Top-20-Spielerin (@sabinelisicki) sich im Trikot der Nowitzki-Mannschaft ablichtete und das Bild mit dem Text „Got the coolest shirt ever from a fan today! What do you think of it Dirk @swish41!? :D“ in die Weiten des Internets schickte. Die daraus entstandene dpa-Meldung wurde auf über 100 deutschen News-Seiten übernommen.

Lisicki und Nowitzki sind positive Beispiele für Sportler die sich im Web nicht verstellen und Brücken schlagen. Brücken zwischen verschiedenen Sportarten und zwischen dem Sport auf dem Platz und den Fans. So hat Nowitzki während der Frauen-Weltmeisterschaft seine Sympathien zum US-Team um Hope Solo & Alexandra Krieger natürlich über Twitter geäußert, wie Lisicki sich einen Sieg für Formel-1-Pilot Sebastian Vettel beim Heim-Grand-Prix auf dem Nürburgring gewünscht hat.

Was in Deutschland (noch) für ein Phönomen gehalten wird, hat sich in anderen Ländern längst durchgesetzt. Sportler, aber auch Vereine und Verbände nutzen Twitter wie selbstverständlich um mit Fans und Multiplikatoren in Verbindung zu treten und einen gleichberechtigten Austausch zu fördern. Für die Stars und Sternchen des Sports gehört es zum guten Ton direkt unaufgefordert Antworten auf Fragen zu geben, die nie gestellt wurden. Live und ungefiltert. Keine PR-Agentur kontrolliert den Inhalt, kein Pressesprecher hält den Daumen darauf.

Alles im Rahmen der möglichen 140 Zeichen, die man an seine „Follower“ verschicken kann, versteht sich. Ob die Nachricht banal oder bedeutend ist, spielt für Sportler (im Gegensatz zu Verbänden) erstmal keine Rolle.

Jetzt müssen sich Dirk Nowitzki mit seinen Jungs vom Team des Deutschen Basketball Bundes und Sabine Lisicki erstmal für Olympia qualifizieren um dann gemeinsam aus dem Olympischen Dorf zu twittern. Das Olympische Komitee (IOC) erlaubt den Sportlern während der Sommerspiele zu twittern oder auf einem sozialen Netzwerk ihre Eindrücke zu posten. Allerdings müssen sie sich an bestimmte Regeln halten. Der sozialen Netiquette des IOC zufolge müssen die Postings „würdig und geschmackvoll“ abgefasst sein, dürfen keine vulgären oder obszönen Wörter, Bilder oder Werbebotschaften enthalten.

Twitter macht Sportler menschlicher. Die Kurzbotschaften unterscheiden sich dabei angenehm von den glatten und auswendig gelernten Statements vor den TV-Kameras oder den langweiligen Presseerklärungen der Vereine.

3 Kommentare

  1. Marcel says:

    Cool, dass sie über die Digitalität des Sports schreiben. Da gibt es auch viele Verbindungen zur Politik. Fast 5.000 Follower? WOW!

  2. Sportreporter says:

    Spannend. Zwei tolle Beispiele!

  3. Medienbeobachter says:

    Okay. Das sind mal zwei gute Beispiele. Die anderen Deutschen Sportler findet man dort allerdings nicht. Die würden gar nicht auf die Idee solcher Sachen kommen!

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