Grafitti von Banksy, London 2012

Offizielle deutsche Olympia-App: Macht der DOSB Daten zu Gold?

Grafitti von Banksy, London 2012

Laufen, springen, klicken, posten. Twitter und Facebook sind im Sport en vogue. Doppel-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch twittert noch kurz vor dem Abflug nach Sochi ein gemeinsames Foto mit Alpin-Kollegin Viktoria Rebensburg an ihre 46.000 Follower und Slalom-Ass Felix Neureuther postet auf Facebook ein Video und wünscht allen Sportlern viel Erfolg bei Olympia. So nah konnten Fans ihren Sportlern noch nie sein.

Gefolgt wird auf Twitter, geliked auf Facebook. Und den sogenannten „Social Hub“, in dem alle Beiträge der Athleten, Mannschaften und Verbände zusammenlaufen, gibt’s in der offiziellen Olympia-App des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Die sollen sich Olympia-Fans auf ihre iPhones und Android-Geräte laden, um „immer und überall“ dabei zu sein und „hinter die Kulissen“ zu blicken, „wenn es um mehr geht als Gold, Silber und Bronze“, schreibt der DOSB.

DOSB-App Screenshots

Weg zum digitalen Gold

Dass es dem Sportverband um mehr als „Gold, Silber und Bronze“, nämlich um die E-Mail-Adressen der sportbegeisterten Nutzer geht, schreibt der DOSB nicht. Weder auf seiner Website, noch in der App.

Der Weg zum digitalen Gold verläuft so: der Nutzer lädt die offizielle App der Deutschen Olympiamannschaft kostenlos im App-Store. Um die App zu nutzen, also die deutschen Olympiastars in Sochi digital anfeuern und mit ihnen interagieren zu können, muss er sich im Bereich „Settings“ der App mit seinem Facebook-Login anmelden und bestätigen, dass die „Deutsche Olympiamannschaft“ dabei sämtliche Informationen seines öffentlichen Profils (Vorname, Nachname, Geschlecht, Geburtsdatum, Wohnort, Bildungsstand), die Freundesliste und die E-Mail-Adresse erhält.

Bedeutet das, dass die DOSB-App auf diese Informationen zugreift, um überhaupt funktionieren zu können? Werden die Daten nur auf dem Smartphone gespeichert oder an den DOSB als App-Anbieter weitergegeben? Für welchen Zweck erhält die App die E-Mail-Adresse und wie wird sie verwendet? Darauf erhält der Nutzer bei der Freigabe der persönlichen Daten keine Antworten.

DOSB kontra Datenschutzbehörden

Erst durch mühsames Scrollen kann im Bereich „Settings“ weit unter den Überschriften FAQs, Support und Impressum erfahren werden, dass die E-Mail-Adresse (ungefragt) für E-Mail-Informationen zu mehreren Themen genutzt wird:

dosb-app-datenschutzhinweis

Außerdem informieren wir Dich nach Deiner Anmeldung per E-Mail über News rund um die Themen „Wir für Deutschland“, Deutsche Olympiamannschaft, diese App und weitere Onlineangebote des DOSB e. V. und der DOSB New Media GmbH“, 

schreibt der DOSB und verhält sich entgegengesetzt zu den Forderungen der Datenschutzbehörden. Im Beschluss der Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder heißt es zu Smartphone-Apps:

Nutzer müssen in die Lage versetzt werden, Übermittlungen nachzuvollziehen. Sie müssen auch über den jeweiligen Zweck der Datennutzungen unterrichtet werden. Den Nutzern müssen Möglichkeiten an die Hand gegeben werden, mit denen aus der Nutzungssituation heraus gesteuert werden kann, ob und welche Daten einer Applikation zugänglich gemacht werden und an wen sie übermittelt werden.“

DOSB bestätigt Umgang mit E-Mail-Adressen, sieht aber kein Problem

Technisch ist die Umsetzung der Forderungen der Datenschutzbehörden kein Problem, vom Sportverband ist sie aber offenbar nicht gewollt. In einer Mail an appsupport@dosb.de habe ich am 24. Januar 2014 nachgefragt und wollte wissen,

warum ich mich mit der Nutzung der App automatisch in sämtliche Newsletter eintrage, ohne dass ich dafür gefragt wurde und warum die entsprechenden Hinweise zum Datenschutz nicht direkt anzeigt werden, sondern erst durch mühsames scrollen gefunden werden können.

In seiner Antwort bestätigt der DOSB, dass sich Nutzer durch den Facebook-Login ungefragt in einen nicht näher beschriebenen „#WirfuerD“-Newsletter eintragen (bei einem Twitter-Login ist das übrigens nicht der Fall. Das Unternehmen gibt keine E-Mail-Adressen an Dritte weiter. Die DOSB Antwort ist an dieser Stelle falsch) und bestätigt damit auch, dass der Sportverband über die Facebook-Verbindung gewonnene E-Mail-Adressen für Werbe-Mails nutzt. Ein Problem sieht der DOSB darin nicht, schließlich könne man die Werbe-Mails ja im Newsletter wieder abbestellen. Dass Werbe-Mails ohne Einwilligung des Nutzers, also Opt-In, eine Wettbewerbsverletzung darstellen, interessiert offenbar nicht.

Mail-Antwort des DOSB

Unklar ist, wofür der DOSB die Daten wirklich nutzt

Auch einem eindeutigen Hinweis auf eine Datenschutz-Unterrichtung, wie ihn zum Beispiel das bayrische Landesamt für Datenschutz mit der Bezeichnung „Datenschutzerklärung“ oder „Datenschutzhinweis“ verlangt, wird vom DOSB eine Absage erteilt. Die Struktur der App biete dafür keinen Platz.

Ist der DOSB wirklich so naiv ist und weiß nicht, dass jeder, der Newsletter versendet, grundsätzlich die Einwilligung der jeweiligen Empfänger benötigt? Unvorstellbar, denn an anderer Stelle bietet der Verband sämtliche Newsletter (über ein korrektes Anmeldeverfahren) zu unterschiedlichen Themen an.

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) macht unmissverständlich klar, dass E-Mail-Werbung als unzumutbare Belästigung gilt, wenn keine ausdrückliche Einwilligung des Adressaten vorliegt. Ohne eine derartige Einwilligung ist die E-Mail-Werbung somit wettbewerbswidrig und kann zu Abmahnungen führen.

Macht der DOSB die E-Mail-Adressen zu Geld?

Oder ist der eigentliche Zweck der App das Sammeln von möglichst vielen E-Mail-Adressen sportaffiner Nutzer, um die Reichweite des „#WirfuerD“-Newsletter mit den OIympiapartnern Adidas, Audi, Sparkasse, Vattenfall stark zu erhöhen? Die tauchen nämlich nicht nur in sämtlichen Broschüren und DOSB-Presse-Newslettern auf, sondern nehmen auch auf der Website der Deutschen Olympiamannschaft und in der Olympia-App einen prominenten Platz ein.

Auf meine Fragen, ob der DOSB finanzielle Zuwendungen der Olympiapartner für den Newsletter erhalte oder dieser komplett werbefrei bleibe, konnte mir die Pressestelle des Sportverbands am 05. Februar 2014 telefonisch keine Auskunft geben.

DOSB Presse-Newsletter

Was passiert mit Ortungsdaten von der „Fanmap“?

Wie erfolgreich die Olympia-App des DOSB ist, zeigt die Funktion „Fancorner“. Gerade einmal 46 Nutzer haben in diesem Bereich ein Foto von sich aufgenommen und sich dabei eine digitale Medaille um den dosb-app-fanmapHals oder das olympische Feuer in die Hand angesteckt und das Bild auf einer sogenannten „Fanmap“ gepostet. Genutzt werden kann die Funktion aber nur nach einem Facebook-Login (also der Weitergabe von sämtlichen persönlichen Daten) und durch die Erlaubnis der Nutzer, auf die GPS-Funktion des Smartphones zuzugreifen, um den aktuellen Aufenthaltsort zu erfahren.

Erläuterungen im (versteckten) Datenschutzhinweis, ob der Standort gespeichert wird, während der weiteren Nutzung der App ausgelesen wird, mit weiteren personenbezogenen Daten verknüpft oder für Werbezwecke verwendet wird, gibt es jedoch nicht.

Es ist also auch nicht ausgeschlossen, dass der DOSB weiß, von wo aus und vor allem von wem die Olympia-App genutzt wird. Schließlich ist die „umfassende Information der Nutzer über die Erhebung und Verwendung ihrer Nutzungsdaten“ von besonderer Bedeutung. So schreibt es jedenfalls die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder.

Wer ist der DOSB?

Der Deutsche Olympische Sportbund ist Deutschlands mächtigste NGO, noch vor dem ADAC. Das Dach des Sports mit Sitz in Frankfurt zählt über 27,5 Millionen Mitgliedschaften in seinen Mitgliedsorganisationen. 153 Athletinnen und Athleten schickt der Sportverband ins russische Sochi. Sie kämpfen als Deutsche Olympiamannschaft mit dem Bundesadler auf der Sportkleidung um möglichst gute Platzierungen. Dafür, die Förderung des Spitzensports, zahlt das Bundesinnenministerium jährlich knapp 133 Millionen Euro Steuergelder an den DOSB.

Twitter-Kommentare zum Artikel

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Update 05. Februar, 22.00 Uhr

Thomas Stadler, Fachanwalt für IT- Recht, schreibt in seinem Blog: „Die offizielle App des DOSB verstößt gegen geltendes Recht. Datenschutzbehörden und Verbraucherverbände dürfen sich aufgerufen fühlen, dagegen vorzugehen.“

05. Februar, 23.00 Uhr

Jens Behler, Referent Online-Kommunikation beim DOSB, schreibt in seinem Kommentar zu diesem Blogbeitrag, dass die offizielle DOSB-Olympia-App überarbeitet, den Newsletter es nicht geben und der Datenschutz angepasst wird.

06. Februar, 16.00 Uhr

Udo Vetter, Rechtsanwalt, schreibt auf lawblog.de: „Die Nutzer werden auch darüber im Unklaren gelassen, was genau passiert, wenn sie sich mit ihrem Facebook- oder Twitter-Account anmelden. Genau das ist aber erforderlich, wenn man viele der interaktiven Möglichkeiten der App nutzen will (“Fancorner”).“

19. Februar

Der DOSB bringt mit Version 1.1.1 ein neues Update der Olympia-App und konzipiert den Datenschutz neu.

Über den Datenschutz der Olympia-App des DOSB haben auch MEEDIA, heise.de und Spiegel Online berichtet.

32 Kommentare

  1. Melli says:

    Die Kommentare, die hier teilweise kommen, können so auch nur in Deutschland von Deutschen gepostet werden (typische Stammtischmentalität leider).
    Teilweise lese ich hier so dermaßen unqualifizierte Kommentare, dass sich mir die Nackenhaare aufstellen. Ich würde mich schämen sowas öffentlich zu schreiben….

    Ich will Daniel gar nicht angreifen. Er hat seine Sicht der Dinge dargestellt und das ist gut so. Er hat eine Diskussion angestoßen und auf gewisse Themen hingewiesen. Absolut OK…. aber was sich hier einige Leute erlauben ist schon peinlich. Das hat BILD-Niveau.
    Naja… das Internet macht es möglich. In einer face to face Diskussion würden sie wahrscheinlich in der hinteren Ecke des Raumes verschwinden und den Mund vor lauter Aufregung und fehlender Argumente nicht aufkriegen.

    Ich schaue mir die Kommentare und persönlichen Angriffe hier weiter an und erfreue mich an Menschen, die nicht in der Lage sind selbständig zu denken…… armes Deutschland…

    #WirfuerD #Sotchi2014

  2. Mat says:

    Steht im Olympiagesetz doch alles.

    § 1 Olympia heiligt alle Mittel

  3. Frank says:

    Auf MEEDIA läuft die Sache auch schon heiß. So viel zu Thema Eigentor oder paar Slalomtore nicht getroffen…

    http://meedia.de/2014/02/06/datenschutz-verstoesse-dosb-reagiert-auf-app-kritik/

    Meine Mails beantwortet der DOSB übrigens nicht. Aber Herr Behle schreibt ja auch hier. Wie sah denn das Konzept für den Newsletter aus?

  4. Lucas says:

    Man, man, man. Avanti-dilentanti. Das ist echt ein hartes Stück, was der DOSB hier verbockt und in den Kommentaren hier zeigt, dass die zuständigen Mitarbeiter es immer noch nicht verstanden haben. Dass dem ganzen Laden auch noch ein Grünen-Politiker vorsteht und der sich ja eigentlich in Sachen Datenschutz ein bisschen auskennen müsste, macht das noch lächerlicher…

  5. Olaf says:

    Thx, Daniel. Ich kannte Dich bisher nicht, aber das hat sich ja jetzt geändert. Schöner Blog! Wäre es nicht ratsam, Du würdest mal eine Liste aufstellen und dem DOSB zukommen lassen, auf was er bei der App achten muss, damit neben den Halb-Updates, die es ja seit heute morgen irgendwie jede Stunde gibt, die App mal schnellstmöglich in Ordnung gebracht wird, bevor nicht noch mehr Portale und Blogs darüber berichten?

  6. Martina Seifried says:

    Vielen Dank für Deinen Einsatz, lieber Daniel!

    Ich find’s traurig, was eigentlich vertrauensvolle App-Anbieter wie der DOSB hinter dem Rücken der Fans machen… Und jetzt die App wohl nur in Bruchstücken zu verbessern? Lachhaft, wenn es nicht so traurig wäre.

  7. Cornelius says:

    Wann löscht Herr Mack den Artikel?

  8. Cornelius says:

    Warum benutzt Twitter-Profi Daniel Mack eigentlich den deutschen Hashtag #WirfuerD nie?

    Finde das peinlich!

  9. Ünal Szerbor says:

    Tickt ihr noch ganz richtig? Ich erwarte vom DOSB Antworten auf folgende Fragen:

    Wer hat diese App entwickelt?
    Welche Firmen haben sie programmiert?
    Wie viel hat sie gekostet?
    Wer das Konzept dazu verfasst?
    Wann wurde die fertige App abgenommen?
    Wurde die App dem Vorstand des DOSB vorgelegt?
    Wurden die in der App aufgeführten Sportler informiert?

    Danke schon mal.

  10. Frank says:

    Vielen lieben Dank, Herr Mack! Tut gut, dass Sie die App des DOSB so intensiv getestet haben.

    Ich frage mich, Herr Behler, warum Sie Herrn Macks Mail nicht zum Anlass genommen haben, die App zu überprüfen?

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass weitere Nutzer dieser Software sich nicht bei Ihnen gemeldet haben.

    Es liegt jetzt an Ihnen, allen Nutzern, deren Adressen Sie gewonnen haben, zu antworten und zu erklären, was sie nun ändern und sich dabei auch ordentlich zu entschuldigen. So macht man das, wenn man im großen Stil Daten gefischt hat.

    Ich hätte nie gedacht, dass eine halbstaatliche Sport-Organisation so etwas macht. Solche Praktiken?

    • Jens Behler says:

      Hallo Frank,

      wir haben die App ja nach Daniels Mail angepasst und mit dem Release 1.1 die Möglichkeit geschaffen, den Newsletter in der App abzubestellen. Darauf ist Daniel aber leider hier nicht eingegangen. Da frage ich mich natürlich, wieso?

      Und im großen Stil Daten gefischt? In meiner Antwort von gestern, steht welche Daten wir speichern und warum. Das werden wir jetzt auch nach Überprüfung in die Datenschutzhinweise integrieren. Da können wir nur um Geduld bitten. Das geht nicht über Nacht.

      Aber Sie können versichert sein, dass wir weiter am Ball bleiben und es nicht bei den Verbesserungen bleibt, die wir jetzt über Nacht schon durchgeführt haben.

      • Frank says:

        Dann beantworte meine Frage:

        Wie viele Nutzer haben die App bisher geladen und sich mit Facebook verbunden. Diesen Leuten solltet ihr eine Mail schicken und erklären, was sich nun zugetan hat und wie ihr das alles verändern wollt. Eine Entschuldigung muss sein.

      • Daniel Mack says:

        Lieber Jens,
        das Update 1.1. der Olympia-App macht sie nicht besser. Es geht nicht um Opt-Out, sondern um Opt-In. Das heisst, man muss den Newsletter aktiv abonnieren und sich nicht aktiv austragen, weil man von Euch eintragen wurde.
        Aber schön, dass es diese Problematik nun nicht mehr geben wird. Ich bin auf die weiteren (notwendigen) Änderungen der App gespannt.
        Viel Erfolg in Sochi,
        Daniel

  11. Reinhold Metzner says:

    Guten Morgen lieber DOSB!

    Erst werden hier in einer ad hoc Aktion gestern Abend schnell Änderungen angekündigt und jetzt gerade einmal kaum etwas passiert.

    Ich habe mir das schöne Stück noch einmal angeschaut. Ihr habt den Datenschutzhinweis geupdatet. Aber offenbar wieder nicht richtig. Unten wird im Kommentar beschrieben, welche Daten erhoben werden und in der App steht etwas anderes. Was stimmt nun?

    Warum steht zu den Ortungsdaten überhaupt nichts in der App? Und warum ist der Datenschutzhinweis immer noch versteckt und kann nur durch Zufall gefunden werden?

    Also: ich sehe weiterhin erhebliche Mängel. Die App ist immer noch rechtswidrig!

    Zur Vertiefung: http://www.internet-law.de/2014/02/die-offizielle-olympia-app-des-dosb-verstoesst-gegen-geltendes-recht.html

    Beste Grüße
    Reinhold Metzer (Jurist)

    • Jens Behler says:

      Hallo Herr Metzner,

      was wir über Nacht verbessern konnten, haben wir verbessert (kein Newsletter mehr, Hinweise prominenter in den Setting plus Hinweis auf diese bevor man sich mit FB und TW connectet). Jetzt liegen die Datenschutzhinweise noch zur Überprüfung, sobald dies geschehen ist, werden wir sie auch wie gestern bereits geschrieben, nachbessern. Diese Überprüfung ging nicht über Nacht. Da können wir nur um Geduld werben.

      Wir sind also am Ball

  12. Gero says:

    Super Daniel!

    Das Geschäftsmodell der App ist nun dahin. Der Ruf des DOSB und des IOC ohnehin. Ich kann jedem nur empfehlen, sich diese App mal runterzuladen und sie intensiv zu testen.

    Jeder, der Twitter und Facebook täglich nutzt, wird sich fragen, warum es diese App überhaupt gibt. Warum soll man Sportlern in der App antworten und nicht auf Twitter oder auf Facebook direkt?

    Weil es eben um die Gewinnung von Daten geht! Und weil es um das Versenden von E-Mails an möglichst viele Empfänger geht. So kann man Geld machen. So verstößt man aber auch gegen das deutsche Recht!

    Besten Dank,
    Gero

  13. Willi says:

    Achja, Jens Behler. Auf einmal geht’s Euch nicht mehr ums interagieren, sondern um bloses zuschauen in der App?

    Und Du willst Referent für Online beim DOSB sein? Glaubst Du wirklich, die Leute gucken Facebook in Eurer App ohne Sportlern antworten zu wollen? Du willst die Leute hier verscheißern und ihnen einreden, es würde nur ums zuschauen gehen?

    Hättest Du mal Deine Hausaufgaben in Deinem Verband gemacht und Dich vorher kundig gemacht, würdest Du in Deiner Antwort nicht schon wieder dummes Zeug schreiben.

    Wer für Verbände wirbt, der versendet nun mal Werbe-Mails. Das heisst, man muss die Nutzer fragen und darf die Adressen eben nicht einfach so benutzen.

    Macht Eure Hausaufgaben und seid Mack und Stadler dankbar!

  14. Jens Behler says:

    Lieber Daniel,

    bevor ich Dir antworte, erscheint es mir wichtig zu sagen, dass wir uns persönlich kennen und bereits zusammengearbeitet haben.

    Nun zu Deinem Beitrag:

    Grundsätzlich kannst Du die App der Deutschen Olympiamannschaft ohne Anmeldung, ohne Weitergabe Deiner Daten nutzen.

    In unseren Datenschutzhinweisen in der App heißt es:

    „Um die interaktiven Funktionen dieser App in vollem Umfang zu nutzen ist eine Anmeldung mit Deinem Facebook- oder Twitter-Konto erforderlich. Bei einer Anmeldung über Facebook Connect wird – nach Deiner vorherigen Zustimmung – die von Dir bei Facebook hinterlegte E-Mail-Adresse, bei Verwendung von Twitter Dein Twitter-Nutzername gespeichert, damit Du über diese App Inhalte über Facebook und/oder Twitter veröffentlichen kannst. Wir greifen nicht auf Deine Freundes- oder Kontaktlisten zu und werden auch nie etwas in Deinem Namen ohne Deine ausdrückliche Zustimmung veröffentlichen. Deine Daten werden auch nicht an Dritte weitergegeben.“

    Um konkreter zu werden: Wir speichern Username, User-ID, Zugriffs-Tokens und bei Facebook-Connect zusätzlich die Mailadresse (bei Twitter wird diese nicht durchgereicht, wie Du richtig schreibst), damit die Interaktion in der App über die Netzwerke funktioniert. Mehr geschieht damit nicht.

    Der von uns angedachte und bislang nicht realisierte Newsletter mit Informationen über die Deutsche Olympiamannschaft, der im Übrigen seit Release 1.1 (Veröffentlichung vor einigen Tagen) in der App abbestellbar ist, wird auf Grund Deiner Anmerkungen von uns überdacht und auch zukünftig nicht umgesetzt. Wie in den Datenschutzhinweisen bisher schon formuliert, werden die Daten nicht an Dritte, auch nicht an Partner, weitergegeben. Parallel dazu werden wir schnellstmöglich die Einwilligung für den bislang nicht existierenden, sondern nur in Erwägung gezogenen Newsletter, aus der App entfernen. Diese Update wird umgehend in Angriff genommen. Schade ist, dass Du in Deinem Text von Werbemails schreibst, obwohl ich Dir in unserem Telefonat expressis verbis gesagt habe, dass solche Mails nicht vorgesehen sind, sondern es sich lediglich um Informationen über die Deutsche Olympiamannschaft handeln sollte.

    Zum Thema Ortungsdaten: Die nutzen wir nur, um das Foto auf der Fanmap zu lokalisieren und auch nur nach Zustimmung des Users.

    Grundsätzlich werden wir die Datenschutzhinweise noch einmal überprüfen lassen und ggf. deutlicher machen, wofür wir die Daten nutzen.

    Jens Behler (Referent Online-Kommunikation beim DOSB)

    • Daniel Mack says:

      Lieber Jens,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und die Information, dass es den von Euch geplanten Newsletter nicht geben wird und ihr die Datenschutzhinweise prüfen und überarbeiten lasst. Ich hoffe, dass die Struktur der App dann so angepasst wird, dass es einen deutlichen Hinweis auf eine „Datenschutzerklärung“ oder einen „Datenschutzhinweis“ geben wird, wie es z.B. das bayrische Landesamt für Datenschutz verlangt (http://www.lda.bayern.de/MobileApplikationen/allgemeine_Hinweise_mobile_applikationen.html)

      Viel Erfolg in Sochi,

      Daniel

      • Jens Behler says:

        Lieber Daniel,

        wie wäre es mit einem Update deines Textes, der immer noch fleißig auf Twitter die Runde macht, aber ja gar nicht mehr aktuell ist. Wir haben den Newsletter bereits aus der App genommen

        Grüße
        Jens

  15. Frank says:

    Good Job, Daniel! :-)

  16. Lars says:

    Hallo Daniel,

    ich habe mir die App mal runtergeladen und angeschaut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Verbände anderer Länder es besser machen. Du könntest Dich als Netzpolitiker auch freuen, dass der DOSB überhaupt eine App für Olympia entwickelt hat und konstruktiv mitwirken, damit alle Hürden genommen werden. Nur meckern kann echt jeder.

    Gruß
    Lars

  17. Kritiker says:

    Wieder ein toller Beitrag, Daniel! Gibt es schon eine Reaktion des DOSB? Wird die App noch überarbeitet?

  18. Die NSA machts vor und da macht der DOSB direkt mit. Ist schon gruselig, wenn man sich vorstellt, wo unsere Daten so überall gesammelt werden.

    • Sebastian says:

      Gruselig? Ich finds boshaft und unverschämt. Du denkst ja als User gar nicht dran. DOSB? Okay, der deutsche Ableger des IOC und dann werden sie vom Staat unterstützt, haben also kein Geld Problem. Warum soll da etwas faul sein und die meine Daten schamlos sammeln und ausnutzen?

      Der DOSB kann die App nur zurückziehen und neu aufsetzen. Am besten die rufen Mack mal an und lassen sich beraten, damit so ein Fauxpas nicht nochmal passiert und das nächste Update der App nicht wieder in die Hose geht.

  19. Anonymus says:

    Wo bleibt die Stellungnahme des DOSB? Die App muss sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Updatet sie und sucht Euch im Netz Sachverstand. Informationen zum Datenschutz gibt es an vielen Stellen und gescheite Freelancer auch!

    Sind so große Sportverbände nicht so organisiert, dass so eine App durch mehrere Instanzen geht und ausreichend gecheckt wird?? Die E-Mail an Mack ist ja wohl eine Frechheit. Zu sagen, man könne das jetzt nicht ändern und es wäre halt so, ist einfach nur peinlich.

  20. Thorben says:

    Danke Daniel. Schönes Stück. Hast Du wirklich anderes erwartet? Und ob der DOSB eine NGO ist, muss auch mal hinterfragt werden. Wer als Sportverband seine Homepage so mit Werbung zukleistert, dem geht es eben um Geld und zwar möglichst viel davon.

    Der FC Bayern machts vor…

  21. Chris says:

    Ui riecht das dreckig. Finanziert der Steuerzahler indirekt so eine Datenschlamperei? Dann wäre das doch mindestens mal ein Fall für die Datenschutzbeauftragten und das Bundesinnenministerium!!

    Wie lange gibt es diese App denn schon und warum wird das erst jetzt bekannt?? Der DOSB muss sich da schnell zu äußern und klarstellen, wie viele Adressen er abgefischt hat und sich bei den Leuten entschuldigen. Das wäre das Mindeste!!!

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