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Die eigentlichen Parallelgesellschaften befinden sich in der Union

von Daniel Mack | kein Kommentar
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Der Fraktionsvorstand der Grünen im Main-Kinzig-Kreis reagierte auf die Äußerungen des hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Tauber zu Fragen der Integration im Rahmen seiner einjährigen Bilanz im Bundestag. Die Grünen halten die von „Horst Seehofer angezettelte Ausgrenzungsdebatte“ für einen „billigen Versuch“ der Union, sich nach dem Vorbild des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch mit rechtspopulistischen Parolen aus dem Umfragetief holen zu wollen.

Taubers Wortwahl („Integration ist mehr als ein Kaffeekränzchen mit dem Austausch internationaler Rezepte“) mache deutlich, dass es der Union nicht darum gehe, praktische Lösungen für bestehende Probleme zu finden, sondern „dumpfe fremdenfeindliche Emotionen zu bedienen“, so die Vorstandsmitglieder Reiner Bousonville, Christina Schmidt und Daniel Mack.

Mit ihrer „Phantomdiskussion“ nehme die Union die Gefahr einer Spaltung der Gesellschaft bewusst in Kauf. „Das Ziel dieser unwürdigen Debatte besteht allein darin, den rechten Rand der Union bei Laune zu halten. Parallelgesellschaften befinden sich auch in der Union selbst. Bundeskanzlerin Merkel gibt Christian Wulff recht, wenn er sagt, dass der Islam mittlerweile zu Deutschland gehört. Gleichzeitig redet sie den kruden Thesen von Seehofer das Wort. Das passt nicht zusammen.“

„Diese Debatte schürt Ängste und zementiert die Abschottung, anstatt den Dialog zu fördern. Zu einem solchen Dialog muss es zweifellos auch gehören, kritische Punkte offen ansprechen zu können und auch auf muslimischer Seite auf Veränderungen zu drängen. Die vorhandenen Integrationsprobleme bestehen in erster Linie in einer Bildungsferne, Perspektivenarmut und in Diskriminierungserfahrungen. Genau dort müssen Lösungen ansetzen. Zentral hierbei sind der Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt, frühzeitige und durchgängige Sprachförderung sowie breit gefächerte Bildungsangebote. Aber wir dürfen es nicht zulassen, dass die vielen erfolgreichen Integrationsgeschichten in Deutschland zerredet und beschädigt werden“, so die Grünen.

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