Patrick Hausding: „Ich will die zweite Olympia-Medaille“

Patrick Hausding (22) ist einer der bekanntesten Wasserspringer in Deutschland. Dem Vize-Olympiasieger von Peking 2008 gelang Historisches. Er ist der erste Springer, der in allen fünf Wettbewerben der Wasserspringer Medaillen gewinnen konnte. Der 6-fache Europameister spricht im Interview mit mir über die Olympischen Spiele 2012 in London, die Faszination Turmspringen und sein mehrteiliges und umfangreiches Trainingsprogramm. 

Hallo Patrick, wie bist Du zum Turmspringen gekommen?

Eher zufällig als geplant. Durch eine Art Sichtung in Grundschulen von Nachwuchssportlern wurde ich gefunden und dem Wasserspringen näher gebracht.

Wie sieht denn Dein Training genau aus? Wie viel arbeitest Du im Wasser, was macht den Rest aus?

Ich trainiere zwischen 25 und 30 Stunden in der Woche, wobei circa 50 Prozent davon reines Training im Wasser sind. Die andere Hälfte ist ein Mix aus Koordinations – und Krafttraining, Dehnung, Akrobatik und Turnen. Nur Wassertraining reicht nicht aus, um einen Wasserspringer auszubilden.

Wenn man oben auf dem Turm steht gibt es kein Zurück mehr. Wie hoch ist deine Nervenstärke?

Meine Nervenstärke ist ziemlich hoch. Ich kann gut mit Druck umgehen. Das ist bei unserem Sport sehr wichtig.

Worin besteht die besondere Herausforderung des Turmspringens?

Die Herausforderung, eine Sportart zu betreiben, die nicht alltäglich ist und nicht jeder beherrscht, ist schon etwas Besonderes. Der Mut, die Kraft und die Ästhetik macht diese Sportart aus.

Du hast bisher aus jeder Absprunghöhe Medaillen geholt. Welche ist Deine Lieblingshöhe?

Ich habe keine Lieblingshöhe. Das variiert von Tag zu Tag. Mal lieber Brett, mal lieber Turm. Die Abwechslung macht es aus.

Was rechnest Du Dir bei Olympia 2012 in London aus?

Ich möchte bei Olympia drei Mal an den Start gehen. Am liebsten in beiden Synchrondisziplinen und im 3 Meter Einzelspringen. Der große Traum ist, die zweite Medaille mit nach Hause zu nehmen.

In Peking hat China sieben von acht Goldmedaillen gewonnen.

China ist die Springernation überhaupt. Der Unterschied macht die hohe Popularität, die große Anzahl an Nachwuchsspringern mit dem daraus resultierenden großen Pool aus hochklassigen Springern.

Und von wo würdest Du nie runterspringen?

Ich denke, ab 25 bis 30 Metern wäre Schluss. Das wäre dann auch mir zu hoch. Wenn ich nicht muss, würde ich dann dort auch nicht herunterspringen.

Deine Fans haben eine Fanpage auf Facebook angelegt. „Patrick Hausdingi s a Legend“. Wie gehst Du damit um?

Ja, die Seite kenne ich auch. Es freut mich, dass Fans so etwas für mich anlegt. Das heißt, dass die Leute mich kennen und respektieren. An der Fanpage sehe ich, dass ich vielleicht mal eine eigene Homepage anlegen sollte.

Stimmt. Ich wünsche Dir Erfolg bei der Olympia-Vorbereitung.

Ein Kommentar

  1. Btry86 says:

    Spannendes und cooles Interview!

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