Foto: Daniel Mack

Patriotismus differenziert betrachten

Foto: Daniel Mack

Brief und Veranstaltungsangebot an den Bundesvorstand der Grünen Jugend aufgrund der Kampagne „Patriotismus? Nein Danke!“ zur Fußball-Europameisterschaft.

Liebe Grüne Jugend,

mit eurer Kampagne „Patriotismus? Nein Danke!“ zur Fußballeuropameisterschaft der Männer habt ihr in den letzten Tagen für kontroverse Diskussionen gesorgt. Dazu möchte ich Euch meine Sicht der Dinge mitteilen.

Natürlich muss es jedem Menschen selbst überlassen bleiben, ob er gern die Fahne schwenken und die Hymne singen möchte oder eben nicht. Das ist die individuelle Entscheidung eines jeden Einzelnen. Befremdlich ist für mich allerdings, mit welcher Vehemenz ihr die Existenz eines fröhlichen, offenen Patriotismus ablehnt – und dabei wie selbstverständlich als Ursache allen Übels der Gesellschaft die Verbundenheit mit Deutschland identifiziert.

So schreibt ihr in eurer Pressemitteilung vom 14. Juni 2012 „[…]; der positive Bezug zum eigenen ‚Vaterland‘ bedeutet immer auch die Abwertung von Anderen, weil sie zum Beispiel AusländerInnen sind oder homosexuell“. Die Abwertung von Ausländerinnen und Ausländern mag ja da auf den ersten Blick vielleicht noch irgendwie nachvollziehbar sein. Doch was verbindet den positiven Bezug zum Land, in dem man lebt, zwingend mit Homophobie? Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Dafür sind ganz andere Ursachen entscheidend, die es aktiv anzugehen gilt.

Allerdings halte ich auch die Unterstellung für überzogen, Patriotismus umfasse zwingend die Abwertung von Menschen mit Migrationshintergrund oder anderer Staatsangehörigkeit. Sicherlich versuchen bestimmte Gruppen Symbole wie die Flagge oder die Hymne zu besetzen und für ihre menschenfeindliche Politik zu instrumentalisieren. Allerdings: Wollen wir rechten Ideologen wirklich die Deutungshoheit über die Zeichen überlassen, die unseren Staat nach innen wie nach außen repräsentieren?

Beim besten Willen kann ich es nicht für verwerflich halten, Verbundenheit zu dem Land zu empfinden, in dem man gerne und gut lebt. Das bedeutet nämlich nicht, Staatsangehörigkeit oder Herkunft zum Anknüpfungspunkt von Anfeindungen oder Diskriminierungen zu machen. Auch Menschen mit Migrationshintergrund identifizieren sich gern mit Deutschland, wie man an der immer häufiger zu sehenden Doppelbeflaggung erkennen kann. Ein fröhlicher und offener Patriotismus leistet einen größeren Beitrag zur Integration, als eine verkrampfte Ablehnung jeglicher nationalstaatlicher Symbolik.

Die Europameisterschaft ist ein gemeinsames Fest der Nationen und kein Kampf gegeneinander. Gerade in diesem Rahmen Patriotismus als ausländerfeindlich zu brandmarken, ist für mich unverständlich: Schließlich demonstriert die Zusammensetzung des DFB-Teams eine offene, integrative Gesellschaft. Das schafft ein verstärktes Bewusstsein in der Bevölkerung und stiftet ein Gefühl der Zusammengehörigkeit aller Einwohnerinnen und Einwohner. Erst gestern berichteten mir türkischstämmige Jungs, wie wichtig es für sie ist, dass Mesut Özil und Ilkay Gündogan für Deutschland spielen. Der Halb-Spanier Mario Gomez wird mit seinen Toren zum Held einer Fußballnation. Auf diese Mannschaft kann man auch unter dem Gesichtspunkt der Integration guten Gewissens stolz sein. So wirbt gerade der Deutsche Fußball-Bund mit dem bunten Team für Toleranz und gegen Ausgrenzung, setzt sich aber auch unter der Mitarbeit von Claudia Roth für Nachhaltigkeit ein.

Doch auch außerhalb des Fußballs gibt es gute Gründe, sich mit dem Land Deutschland verbunden zu fühlen. In eurer Pressemitteilung erklärt ihr, es sei euch einfach vieles wichtiger als Deutschland. Zum Beispiel individuelle Freiheiten, soziale Rechte und, dass auch nachfolgende Generationen auf unserem Planeten leben könnten. Alles wichtige Anliegen. Genau im Hinblick darauf sind wir mit unserem Staat doch auf einem guten Weg: Deutschland ist Einigkeit und Recht und Freiheit.

Wir leben in einer stabilen Demokratie aufgebaut auf einem starken Grundgesetz, das viele Grundrechte gewährleistet. Es gibt ein Netz sozialer Sicherungssysteme und beispielsweise der Ausstieg aus der Atomenergie ist endlich beschlossen. Auch darauf kann man stolz sein. Ohne dabei zu vergessen, dass es auch vieles gibt, wofür wir kämpfen und für das wir arbeiten müssen.

Natürlich ist es notwendig und gut, Patriotismus kritisch zu begleiten und ausgrenzende, nationalistische Tendenzen zu benennen und zu bekämpfen. Doch jegliche Identifikation mit Deutschland rundweg als Schlecht abzustempeln hilft nicht, eine offene und demokratische Gesellschaft zu befördern. Denn: Patriotismus ist das, was wir daraus machen. Lasst uns lieber gemeinsam die Baustellen anpacken, an denen man wirklich einen Fortschritt für die Einwohnerinnen und Einwohner, Bürgerinnen und Bürger und den Staat erreichen kann!

Das Thema ist jedenfalls für euch und für mich wichtig und ich lade Euch gerne ein, dass wir miteinander eine öffentliche Diskussion über Patriotismus im 21. Jahrhundert auf die Beine stellen, wenn Ihr interessiert seid.

Viele Grüße,

Daniel

53 Kommentare

  1. Martin says:

    Alle Jahre wieder, meine Meinung gibt es immer noch hier:

    http://www.gruene-jugend.de/spunk/onlinespunk/149222.html

  2. Friedhelm Duch says:

    Obwohl ich nicht gerade ein “Vielschreiber” bin, hier will ich mich beteiligen und mich mit ein paar Begriffen auseinandersetzen.

    Stolz und Scham:
    Stolz und Scham verbinde ich erster Linie all dem, wofür ich Verantwortung trage, gute oder schlechte Leistungen in Studium, Schule, Sport oder Beruf rufen bei mir diese Gefühle hervor. Mein Geburtsort und meine Nationalitaet sind Zufälle, die ich nicht beeinflussen konnte. Daher sind mir Stolz oder Scham an dieser Stelle fremd. Das führt mich zu der Frage, was es für mich bedeutet, Deutscher zu sein.

    Deutscher sein:
    Aus den beschriebenen Gründen kann ich mit Stolz oder Scham hier wenig anfangen. Aber ich froh ein Deutscher zu sein, weil ich in einem Land lebe, in dem der Staat Menschenrechte und Demokratie achtet. Die Richter, die vor einigen Monaten einem verurteilten Kindesmörder Schmerzensgeld wegen der Androhung von Folter zusprachen, haben meine Hochachtung aus eben diesem Grunde. Es kann mich aber auch bedrücken, ein Deutscher zu sein. Meine Mutter stammt aus Sachsen und kam 1957 in die BRD; ich betrachte mich als Ergebnis des Dritten Reichs, des Krieges und der Deutschen Teilung. Wenn ich Menschen begegne, die gleichfalls Ergebnis dieser Geschichte sind, aber auf oft noch viel tragischere Weise, dann bedrückt mich das, aber – ich bin nicht schuld, muss aber meine Schlüsse z.B. in meiner politischen Arbeit daraus ziehen.

    Patriotismus:
    Patriotismus bedeutet für mich die Verbundenheit mit meiner Heimat, doch davon gibt es einige: Meine Heimatstadt, die Region, die Bundesrepublik, Europa. Könnte ich es mir aussuchen, in meinem Pass würde unter Staatsangehörigkeit “Europäer” stehen. Dennoch sind mir viele Dinge, die zu meiner Stadt, meiner Region oder Deutschland gehören, wichtig, denn sie sind Teil meiner Identität.

    Sport:
    Beim Sport werde ich zum Patrioten, “meine” Eintracht Frankfurt oder “unsere” Nationalmannschaft sind Teams, für die ich mitfiebere. Sport zeichnet sich nun einmal durch den fairen Wettbewerb aus, dass heißt für mich, “meiner” Mannschaft die Daumen zu drücken, aber – und das ist entscheidende – ohne den Gegner nicht zu respektieren oder gar zu hassen.

    Wüste Beschimpfungen Andersdenkender:
    Einige der Kommentare in diesem Blog sind von einer Art, das sich Zitate verbieten. Mir stellt sich da lediglich die Frage, wie (zumeist anonymen) Schreiber dieser Kommentare agierten, wenn sie politische Macht ausüben könnten. Dabei wird mir schwarz vor Augen, denn nach 25 Mitgliedsjahren in der Partei Die Grünen habe ich immer noch Angst vor Leuten, die Andersdenkenden den Mund verbieten möchten oder noch Schlimmeres. Grüne DiktatorInnen wären auch nur schäbige Gewaltherrscher.

    Friedhelm Duch, B90/ Grüne Maintal

  3. Invictus says:

    Das Singen der Nationalhymne (von Seiten der Nationalspieler) hat überhaupt nichts mit Patriotismus zu tun (wird von Vielen offenbar mit dem “feierlichen Gelöbnis”, welches man z.B. bei der Bundeswehr ablegt, verwechselt)!
    Es demonstriert die Identifikation mit der Mannschaft nach Außen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.
    Allerdings haben alle “Nichtmitsinger” (mit Ausnahme von Tim Wiese) einen Migrationshintergrund (oder zumindest einen nicht aus der BRD stammenden Elternteil). Ich habe leider auch das Gefühl, dass einige dieser Spieler den DFB (offenkundlich der reichste und bestorganisierteste Verband weltweit) anderen Fußballverbänden lediglich aus sportlichen Gründen (die realistische Chance auf Titel) vorziehen.
    Das darüberhinuas natürlich trotzdem ein Teamgeist besteht und diese Spieler auch gerne für “Deutschland” spielen, ist gar keine Frage.
    Allerdings führt dies dann halt bei mäßigen Leisteungen zur Infragestellung genau jener Spieler (ob rassistisch motiviert oder nicht).
    Es wird ganz einfach verkannt das es, unabhängig von der eigen Leistungsbereitschaft der Spieler, ein Privileg ist (und sein muss) eine der gröten Fußballnationen zu vertreten!

  4. Johannes says:

    Vor langer Zeit hat Arthur Schopenhauer schon sehr richtig geantwortet:
    “Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.”
    Diesem ist nichts hinzuzufügen.

  5. An dieser Stelle möchte ich als Sprecher der Grünen Jugend München darauf hinweisen, dass die unten als “GJM” mit Link auf unsere Homepage hinterlassenen Kommentare kein offizielles Statement der Grünen Jugend München darstellen.
    Eine ausführlichere Stellungnahme der GJM folgt in den kommenden Tagen.

    • Mareike says:

      Schöner misslungener Versuch Klarstellung. Wurde da nicht ein Beschluss zitiert? Wurde Daniel Mack nicht unter der Gürtellinie beleidigt? Könnte sich der Sprecher nicht klar ausdrücken und sich von den Beleidigungen distanzieren und bei Daniel entschuldigen?

      junggrüne Grüße
      Mareike

      • Lars says:

        Dommentare durch Nicht-Distanzierung auch noch verteidigen… Entschuldigung wäre überfällig!!

      • Liebe Mareike,
        es wurde in der Tat ein Beschluss zitiert, der aber keinen direkten Zusammenhang zum Patriotismus aufweist. Der Beschluss verweist darauf, dass sich die Grüne Jugend München als antionationalistischer Verband sieht, was wohl nicht sehr überraschend ist.
        Dass wir uns von Beleidigungen distanzieren beinhaltete meine Statement natürlich in sich! Eine Entschuldigung der GJM scheint mir jedoch nicht direkt angebracht, wenngleich diese der Autor der Einträge gerne selbst anbringen kann.
        Viele Grüße
        Dominik

  6. Daniel Katzenmaier (Grüne Hochschulgruppe FFM) says:

    Hallo,
    Sachlich absolut lächerlich für Deutschland Fahnen zu schwenken. Im Deutschland Deutschland Deutschland Taumel kann man Auschwitz gerne vergessen. Es zeigt mal wieder was ” unsere Volksvertreter” für eine Bildung haben nämlich nur eine (gefährliche) Halbbildung.

    Hier ein Buchtipp zum Thema:
    Ganz entspannt in Schwarz-Rot-Gold?
    Der Neue deutsche Fußballpatriotismus aus sozialpsychologischer Perspektive
    http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-11635-2

    Grüße Daniel

    • Daniel Mack says:

      Hallo Daniel,

      welche Verbindung genau siehst du zwischen unserer Fahne und den schrecklichen Geschehnissen in Ausschwitz? Schwarz-Rot-Gold sind schließlich die Farben des Paulskirchenparlamentes und der Weimarer Republik, nicht des Dritten Reiches. Außerdem besuchte eine DFB Delegation das ehemalige Konzentrationslager. Das wurde breit in den Medien thematisiert. Von Vergessen kann daher keine Rede sein.

      Danke für deinen Buchtipp. Aber, um es noch einmal klar zu stellen: Natürlich muss man, wie es in der Beschreibung des Buches so schön heißt, den Partypatriotismus kritisch hinterfragen und beobachten. Da spricht nichts dagegen. Nur die komplette Ablehnung eines fröhlichen, offenen Patriotismus und die generelle Unterstellung, die Fußball EM mit den Farben Deutschlands zu feiern mache einen automatisch ausländerfeindlich, halte ich für falsch.

      Viele Grüße,

      Daniel

  7. Gregor says:

    Ich finde, die Integrationsleistung der Nationalmannschaft bewertest du etwas über. Ansonsten hast du aber Recht – die Kritik ist überzogen und verengt die Fankultur unzulässig auf die Verfehlungen einzelner Idioten.

  8. Erich Pawlik says:

    Guten Tag,

    Ich gehe auf die 60 zu und habe bin Summe mehr als 10% meines Lebens außerhalb von Deutschland zugebracht. In einer solchen Situation kann man nicht umhin, sich damit auseinanderzusetzen, woher man kommt und wohin man gehört. Vielleicht ist es dadurch auch leichter, mit Ambivalenzen umzugehen, bei der Fussball-WM am Auto auch eine deutsche Fahne zu haben (neben der südafrikanischen, weil das südliche Afrika zu der Zeit gerade mal zu Hause war), wohl wissend, dass es auch die Tendenzen gibt, die von der grünen Jugend in den Vordergrund gestellt werden.

    Wenn man von aussen draufschaut, sieht man viel Positives in Deutschland, aber auch, dass die deutsche Identität zurzeit von den Leuten definiert wird, die eher für weniger Demokratie, weniger Ökologie, weniger soziales Denken stehen. Insofern hat die grüne Jugend erst einmal etwas zugespitzt (ich denke auch überspitzt), was gerade in der jetzigen Situation durchaus bedenkenswert ist.

    Bei dem Blog-Eintrag werde ich den Verdacht nicht los, dass Daniel Mack die Presseerklärung der grünen Jugend nicht gelesen und deren Anliegen nicht verstanden hat. Von einer differenzierten Auseinandersetzung ist der Text ziemlich weit entfernt. Ein Beispiel: Deutsche Geschichte der letzten 50 Jahre ist eine Geschichte von Deutschland in Europa und es gibt gute Gründe, dass es so bleibt.

    Spannend wäre es daher beispielsweise gewesen, die Beziehung zwischen nationaler Identität und der schon pathologischen Verweigerung der Übernahme europäischer Verantwortung näher zu beleuchten.”Do we Germans understand our pan-European responsibility? It certainly does not look that way. Indeed, rarely has Germany been as isolated as it is now. Hardly anyone understands our dogmatic austerity policy, which goes against all experience, and we are considered largely off-course, if not heading into oncoming traffic.” (Zitat eines prominenten, wenn auch nicht mehr politisch aktiven Grünen)

    Ich find es gut, dass auf der Bloccupy-Demo Grundgesetze verteilt wurden und habe mich im Nachhinein gefragt, ob eine Deutschlandfahne mitzunehmen nicht passend gewesen wäre. Aber immerhin war die grüne Jugend da. Und irgendwas in mir sagt mir, dass es bei dem kommenden Spiel gegen Griechenland das Schwenken der deutschen Fahne nicht ganz so unschuldig ist wie vor zwei Jahren bei Argentinien, England oder Ghana.

    Viele Grüße

    Erich

    PS: Ein Vorschlag zum Thema Veranstaltung: Satt sich über die Frage zu beharken, ob der Patriotismus braun oder rosarot ist, könnte man mal das Thema deutsche Identität exemplarisch beleuchten. Wir wäre es mit einer Diskussion zu deutscher Identität und Islam?

  9. Kevin says:

    Lieber Daniel,

    danke für deinen Kommentar, der auf jeden Fall zur notwendigen Differenzierung beiträgt. Die überwältigende Mehrheit derer, die sich jetzt mit “Deutschland” identifizieren, sind natürlich keine Nazis.

    Womit ich aber auch schon bei meiner ersten Frage angekommen bin: denkst du wirklich, dass sich Fans, die während der EM ihre Deutschland-Fahnen schwenken, sich unbedingt mit einem Land identifizieren? Geht es nicht viel mehr um die konkrete Unterstützung für das DFB-Team, aus welchem Grund auch immer diese erfolgt? Ich denke, dass es den wenigsten Menschen etwas ausmachen würde, ihre “normale” Deutschland-Fahne gegen eine mit integriertem DFB-Logo zu tauschen, was die Unterstützung für eine Mannschaft, die in der Tat in puncto Integration vorbildlich ist, klarmachen (und uns einige überideologisierte Diskussionen ersparen) würde. Warum also in diesem konkreten Fall die Verknüpfung von Sport und Politik? Was die Situation in der Ukraine angeht, lässt sich das sicher nicht vermeiden, wie u.a. deine (gute und medial leider sehr wenig beachtete) Aktion bezüglich der TUI-Problematik zeigt. Du gehst zwar nicht so weit wie die JU in ihrer Pressemitteilung (“Die deutsche Flagge ist ein Symbol der nationalen Identität und die Beflaggung von öffentlichen und privaten Räumen besonders zur Fußball-EM Ausdruck der Verbundenheit zu unserem Vaterland.”), dennoch sehe ich diese Verknüpfung zwischen Unterstützung für einen (zugegebenermaßen nationalen) Verband, den DFB, und Deutschland nicht als zwangsläufig an.

    Wie steht es nun um den Patriotismus an sich? Gibt es Gründe, auf Deutschland stolz zu sein? Sicherlich, du nennst einige durchaus gute, die ich vollkommen teile. Nur: rechtfertigen diese Gründe es, über Deutschlands negative Eigenschaften, die heute fortbestehen (und seien es nur tagespolitische Entscheidungen der Regierung Merkel) und vor allem die schwärzesten Episoden in Deutschlands Geschichte hinwegzusehen? Meiner Ansicht nach tut ein “Deutschland ist toll” genau das: es leugnet selbstverständlich nicht den Holocaust, aber es sieht die heutigen Errungenschaften als so gut an, dass sie die Vergangenheit insgesamt mehr als aufwiegen. Das ist eine Ansicht, die ich persönlich nicht teilen kann. Wer Deutschland nur als das begreift, was mit der Verkündung des Grundgesetzes begonnen hat, pickt sich meiner Meinung nach zu sehr die sprichwörtlichen Rosinen raus, vor allem, wenn im nächsten Satz nicht davor zurückgeschreckt wird, Goethe und Schiller zu erwähnen.

    Abschließend noch etwas zur Integration durch ein Bekenntnis zu nationalen Symbolen. Wenn, wie du schreibst, die Integration dadurch erleichtert wird, stelle ich mir trotzdem die Frage, ob diese Integrationshilfe so erstrebenswert ist. Eine Nation basiert schlussendlich darauf, dass nicht jeder ihr Mitglied ist, und rein praktisch betrachtet auch nicht jeder ihr Mitglied werden kann (hier meine ich nicht den “typischen” Migranten, sondern Menschen, die nicht mal ihren täglichen Hunger stillen können und von Deutschland noch nie etwas gehört haben, geschweige denn eine Option haben es jemals zu Gesicht zu bekommen). Bei aller Offenheit und allem positiven Wandel des Erscheinungsbildes unserer Gesellschaft, sehe ich keine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen. Es entsteht nun mal ein “wir” und ein “die”, auch wenn keine bösen Absichten dahinterstecken. Deshalb bin ich persönlich kein Freund nationaler Symbolik, denn ich schätze einen Menschen wert, weil er ein Mensch ist, unabhängig davon, aus welcher irgendwann mal erschaffenen Nation er stammt (das tust du natürlich auch, allerdings leider nicht jeder, und nationale Symbolik hilft in diesem Fall sicherlich eher, Mauern zu bauen, als sie einzureißen).

    Zu guter Letzt nochmal danke für deinen Beitrag, wie gesagt, die Differenzierung tut dem Thema echt gut und ist eine deutlich angenehmere Diskussionsgrundlage.

    Kevin

  10. Nochmal GJM says:

    Der „Tag der Deutschen Einheit“ ist für uns als antinationaler Verband kein Tag, der gefeiert wird. Eher ein Tag, der mit großer Vorsicht „genossen“ werden muss. Die Wiedervereinigung Deutschlands hat ungesundes Erstarken von nationalistischen und patriotischen Gefühlen in großen Teilen der Bevölkerung hervorgerufen.

    Beschluss unserer MV =)

  11. Auch GJM says:

    Der Text könnte von der CSU sein. Bei den Kommentaren würde ich verrückt werden. Leute wie “Vaterland” stimmen hier zu. Gerade wegen der Geschichte dürften Fahnen gar nicht geschwenkt werden. Das wurde alles verdrängt. Heute ist wieder SIEG SIEG SIEG. Nichts anderes haben gestern Fans in der Ukraine und am Stachus geschrieben. Nicht paar Idioten! Es war die M A S S E !!!

  12. GJM says:

    Loooooooooser! Am Samstag gewinnt Griechenland!!!

  13. Älterer G-Wähler ohne Parteibuch ;) says:

    @ Joel 17. Juni 2012 um 16:11, @ Jan 17. Juni 2012 um 19:48 & @ Leo 18. Juni 2012 um 09:43
    Genaus diese Aussagen spiegeln den von der GJD angeprangerten Patriotismus wieder: Ausgrenzung anderer Ansichten, keine Argumente und pseudopatriotischer Stolz. Außer diesen Aussagen unterster Schublade sind in diesen Kommentaren kene Argumente enthalten. Durch die Kommentar überhöhen sich die Autoren der Kommentare über den Initiator. Und es fehlen schlicht und ergreifend jegliche Argumente.

    In der Tat bin ich froh, in einem Land geboren und aufgewachsen zu sein, dass sich nach 1945 zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekannt hat und auch weiterhin dazu bekennt und auf dieser Basis auch eine Diskussion zulässt. Aber das ist ja nur zufall. Deswegen kann ich nicht stolz darauf sein, da ich es nicht selbst erreicht habe, deutscher zu sein. Dennoch schätez ich mich glücklich, zu diesem Stamm zu gehören.

    Letztendlich kann man eine solche Patriotismus-Diskussion auch in die jeweils kleineren Einheiten weiterführen: vom Nationalstaat über die Bundesländer, den Landkreisen bis zu den Gemeinden und weiter in die Stadtteile, die Siedlungen bis in die Straßen. In jeder dieser Einheitengibt es eine Art des Patriotismus. Sogar Vereine und Parteien verhalten sich schlussendlich patriotisch, da immer die Herkunft, der soziale Status, die Ideologie, die gemeinsamen Interessen usw. über die anderer gehoben wird und sich abgegrenzt wird. Ein gesunder Patriotismus ist Bestandteil des sozialen Gefüges. Auch ich halte nicht das geringste von nationalem oder extremen Patriotismus.

    Insoweit begrüße ich die Stellungnahme von Daniel Mack, sich kritisch mit der Aussage der BundesGJ auseinander zu setzen und z.B. auch die Studie zu hinterfragen … und das ganze Thema nicht so eng zu sehen.

  14. Michel says:

    Bitte um Korrektur:

    1.) Es gibt keine KAMPAGNE (sic!) der Grünen Jugend mit dem Titel “Patriotismus? Nein Danke!”. Falls Sie eine solche Kampagne erst konstruieren müssen, um etwas zu haben, an dem Sie sich in ihrer ihnen eigenen Art abarbeiten können, dann ist das ziemlich schräg.

    2.) Die GRÜNE JUGEND ist laut Beschlusslage seit ihrer Gründung gegen Nationalstaaten. Das sollte man dazu sagen. Unter diese Ablehnung fallen auch nationalstaatliche ergo nationalistische Symbole, egal unter welcher Begründung sie getragen werden. Das Symbol ist ein Symbol – unabhängig des Kontext. Das macht das Symbol erst zum Symbol!

    Eigene Ergänzungen:

    1.) Der Kern der Kritik sollte eigentlich der Wettbewerb aller Nationen bzw. Nationalmannschaften sein. Man sollte sich schon fragen, wieso man ein Team X so geil findet, nur weil die Spieler aus dem Land, der Region Y bzw. “der eigenen Gegend” kommen. Ich darf unverblümt sagen, dass ich diese Reflexe primitiv finde. Dann lieber Champions League – auch wenn diese widerum aus kapitalistischer Sicht Kritikpunkte aufweist (Geld/Macht).

    2.) Leider geht Herr Mack in seinen Ausführungen auch gar nicht auf die politischen Elemente dieses wie er so schön sagt “Fest der Nationen” (sic!) ein. Dort schwingt mehr als nur einmal ein “endlich wieder” mit, auf dessen Beurteilung durch Herrn Mack ich sehr gespannt wäre – vor allem wenn hier in den Kommentaren schon Bezug zu Israel genommen wurde.

    3.) Die Instrumentalisierung der EM/WM zur “Integration” (den Begriff lehnen ja zum Glück auch bereits die Fachpolitiker der Grünen weitgehend ab) ist krude und hat mehr Marketingcharakter. Der “deutsche Michel” hatte nie ein Problem damit, “die Anderen” zu akzeptieren solange sie profitabel sind. Sei es nun ökonomisch oder spielerisch. Eine allgemeine Akzeptanz abzuleiten erscheint gerade unter den Abgründen, die die NSU-Mordserie aufweist geradezu zynisch.

    4.) Nationalismus ist immer zu kritisieren. Die Trennung zwischen “gutem” und “schlechtem” Patriotismus (= Nationalismus) gibt es wissenschaftlich nicht. Wie auch, bei patriotistischen Handlungen werden nationalistische Symbole gezeigt. Das wäre ja ein Paradox es zu differenzieren. Des weiteren interessiert es mich nicht, ob türkische Nationalisten gerne die deutsche Fahne schwingen oder beidseitig beflaggt “feiern”. Im Grunde sind sie im Geiste doch Brüder des deutschen Nationalismus. Insofern ist – wie der TAGESSPIEGEL jüngst schrieb – eine kopftuchtragende Deutschland-Patriotin ebenso abzulehnen wie eine nicht-kopftuchtragende Deutschland-Patriotin. Da bin ich schon angekommen und unterscheide nicht zwischen “Ali und Hans”.

    Fazit: JedeR soll machen dürfen und können was er möchte. Eine all zu laute Parteinahme für die eine wie für die andere Seite lehne ich öffentlich ab. Mancher Punkt mag zur linken Seite hin undifferenziert sein, die Ausführungen von Herrn Mack sind es leider auch. Da beschreibt jemand eine Realität, wie sie eben nur entsteht, wenn man ständig nur “die Besucherin aus dem Wahlkreisbüro” – stellvertretend für die “türkischstämmigen Jungs” (sic!) bedient oder der PR des DFB folgt. Der Grünen Jugend würde ich abraten, eine Diskussion mit ihnen zu veranstalten. Nicht derjenige der anti-patriotisch ist muss sich 67 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg rechtfertigen, sondern der, der meint, nach Jahren der europäischen Identität und Integration wieder Schwarz-Rot-God bedienen zu müssen um sich zu des Lebens zu erfreuen. Das Trikot des Spielers scheint dazu lange nicht mehr zu genügen.

    • Oje, oje, als Grüner MdL hat man es wahrlich nicht leicht. Statt sich mit den anderen Parteien zu beschäftigen, machen die Leute sich hier gegenseitig brutal fertig, weil sie verschiedene Meinungen (!)haben.
      Irgendwie bin ich im falschen Film. Ich dachte, diese Zeiten hätten wir lang hinter uns. Wo sind Toleranz und gegenseitiger Respekt geblieben? Das tragen die Grünen doch sonst vor sich her?
      Wer solche Parteifreunde hat, der braucht keine Feinde!

      • Zuerst, mein Kommentar bezog sich allgemein auf die ganze Diskussion, nicht explizit auf diesen Beitrag.
        Zur Sache: Mich stört nicht die Debatte. Ich finde es in Ordnung, dass verschiedene Standpunkte ausgetauscht werden. Ich habe kein Problem mit Leuten, die anders denken. Man kann auch sachlich hart austeilen – wenn man denn auch einstecken kann.
        Was ich allerdings schlimm finde, ist der teilweise völlig respektlose und beleidigende Umgang miteinander. Keine Wertschätzung füreinander – das ist ein Skandal. Wo bleibt die Vorbildfunktion? Leute, die politisch aktiv sind, haben sich anders zu vehalten als ordinär herumzupöbeln mit K… und Sch…-Parolen. Das ist kein Stil.

  15. Vaterlandsliebe says:

    Guter Artikel,

    ich seh es genauso nur weil rechte Parteien, Gruppierungen etc. Symbole missbrauchen und zu ihrem Zwecke einsetzen sollen wir uns davon unterkriegen lassen? Dann haben Sie genau das erreicht was sie wollen. Bin nach disem Grünen Jugend Artikel aus der Partei ausgetreten. Peinliche Angsthasen die davor Schiss haben Flagge zu zeigen. Solche Leute wie ihr beschmutzen unsere Partei keine Stärke kein Mut Nein Danke sowas brauchen wir nicht in unserem Land. Geht in den Keller schließt euch ein und habt weiter Angst und Panik davor dass bald alle wieder die Fahne hoch singen. Mein Gott scheißt euch net so ein nur weil die Leute mit Fahne rumrennen werden noch lange keine Nazis daraus. Achja und schaut euch mal an was auf den Trikots hinten für Namen stehen Özil, Khedira, Boateng wo ist da bitte Nazi Verhalten wenn man einen türkischen Nachnamen mit stolz trägt.

  16. Dennis says:

    Es gibt keinen differenzierten Patriotismus. Nationalstaaten sind abzulehnen. Warum trittst Du nicht aus der GJ aus, wenn Du sie öffentlich anpisst?

    • PatJe says:

      Gute Stellungnahme und ich finde viele Kommentare bezeichnend. Man lehnt Patriotismus ab, weil er Ausgrenzung fördern soll und fängt dann hier an zu beleidigen und dich aus den GRÜNEN “auszuschließen”, weil du eine andere Meinung hast? Soviel zur Freiheit für die man kämpft. Aber ich habe eh den Eindruck, dass die GJ ihre Toleranz ein wenig auf der Strecke gelassen hat. Sei es nun gegen Menschen, die Patriotismus auch anders denken können oder Fleischesser. Aber gut anderes Thema.

      Hauptproblem ist, dass man nur einseitig denkt. Als wenn jemand, der die Nationalmannschaft anfeuert nun das Land der gegnerischen Mannschaft hasst. Oder weil man sich nicht vorstellen kann, sich als Deutscher, Europäer UND Weltbürger zu führen. Menschen haben eben mehr als eine Identität.
      Und wo ist die Kritik beim Ligafußball? Was man dort an Ausgrenzungen gegenüber den anderen Mannschaften hört ist teilweise härter als das bei der EM oder WM. Aber gegen Dortmunder darf man ja vielleicht hetzen?

      Kurz: Guter Kommentar! ;)

    • Vaterlandsliebe says:

      Würd mich sehr interessieren woher dieser kommunistische eingeschlagene Weg der Grünen Jugend herkommt. Wurden wohl von den Linken unterwandert. Schämt euch!

  17. Bene says:

    Da die GJ ja als eines ihrer Kernargumente einen SZ Artikel über die Forschungsarbeit von Prof. Heitmeyer nutzt, und nebenbei lediglich das Ergebnis, welches ihnen passt nutzt, möchte ich mal kurz auf weitere Daten seiner Studien verweisen:

    So stimmen der These “es gibt zun viele Ausländer in DEU” im Jahre 2002 60% zu, im Jahre 2007 nur 54,7%. In der Periode, in die auch die WM2006 in DEU fällt, ist also die Fremdenfeindlichkeit signifikant gesunken.

    Schon aus wissenschaftlicher Hinsicht ist der verkürzende Blick, der durch die Zitation eines Teiles der Studie von 2006 durch die GJ vollzogen wird, im Übrigen als problematisch, wenn nicht populistisch einzuschätzen.
    Zur Sache gebe ich Herrn Mack recht; ein positiv besetzter und in der bürgerlichen Mitte verorteter Patriotismus ist ein deutlich sinnvolleres Mittel, um desses Besetzung durch radikale Bestrebungen abzuwehren. Der Versuch Patriotimus und agressiven Nationalismus gleichzusetzen wird wird eher dazu führen, Letzterem Zulauf zu verschaffen.

  18. Julian M. says:

    Lieber Daniel,

    danke für deinen Versuch einer differenzierten und sachlichen Diskussion, die etwas mehr als 140 Zeichen umfasst.

    Ich möchte dir hierauf wiederum eine Antwort geben mit dem Versuch das von dir gesagt nochmals zu differenzieren.

    Die Ziele die du hegst mit deinem “offenen Patriotismus” mögen gar nicht mal so schlecht sein, ein Zeichen für eine “offene, integrative Gesellschaft”. Leider stimmen deine positiven Erwartungen an diesen “Patriotismus” nicht mit der Empirie überein. Die in der Pressemitteilung veröffentlichte Studie übergehst du gekonnt und lässt damit einen Kernpunkt der Kritik einfach weg. Ich poste es dir hier gerne nochmals: Erst ein Artikel aus der SZ: http://www.sueddeutsche.de/kultur/studie-zur-fussballweltmeisterschaft-fussballtaumel-und-fremdenfeindlichkeit-1.893255 und dann die Original Studie, aus der ich zitieren möchte: http://www.uni-bielefeld.de/ikg/gmf/pdf/ergebnisse_2006.pdf

    “Auch der während der WM zu beobachtende »Partypatriotismus« zieht keine positiven Effekte nach sich – im Gegenteil, es zeigt sich ein Anstieg des Nationalismus. Sinnvoll erscheint hingegen, die Wertschätzung demo- kratischer Prinzipien zu fördern. Demokratische Werte sind Vorbedingungen für eine funktionierende Zivilgesellschaft und zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht zum Ei- gentum einer Nation erklärt, d.h. nicht monopolisiert werden können.” Deutsche Zustände Folge 5 Thematische Einzelanalysen in 2006 – S.13

    Genau darin liegt nämlich der Kern des Problems, dieses “Fest der Nationen” führt nicht dazu, dass Menschen sich stärker zu Werten wie “Freiheit, Gleichheit, Offenheit usw.” bekennen sondern sie tendieren eher zu stärker Nationalistischen Tendenzen. (“Ich bin stolz ein’e Deutsche’r zu sein”) Diese Nationalistischen Tendenzen führen eben genau zu mehr Ablehnung von “Fremdem” und anderen Nationen. Dies unter dem Deckmantel des Partypatriotismus zu verschleiern und nicht genau zu benennen finde ich fatal.

    Es macht eben einen Unterschied, ob gewisse Dinge zu dem Führen was gewünscht ist oder eben genau das Gegenteil bewirken. Wenn die Objektivierungsversuche eben genau dazu führen, dass das Gewünscht eben nicht erreicht wird, es aber weiterhin positiv dargestellt wird. Als Schluss bedeutet dies eine Ignorierung der Problematik.

    Das beinhaltet auch, dass dies nicht bei allen die gleiche Komponente ein Rolle spielt. Es gibt Menschen, die auf Fanmeilen mit Deutschlandtrikot stehen und damit ein Bekenntnis zu “demokratischen Werten” und der erreichten “Freiheit” in Deutschland ablegen, aber das sind eben nicht wie von dir behauptet alle sondern, wenn wir die oben genannte Studie betrachten, im Schnitt die Minderheit und noch dazu führt so ein kollektives “Nationalereignis” eben nicht dazu, dass sich mehr Menschen zu diesen Werten bekennen sondern eben weniger und ja das halte ich für ein Problem.

    Grüße von Julian (Grüne Jugend Mitglied)

  19. Priska Hinz says:

    Hallo Daniel,
    Du hast einen guten Text geschrieben, dessen Argumente ich teile. Ich bin gespannt, ob es eine breite Diskussion darüber gibt. Das Thema wäre es wert, nicht nur für JungGrüne :-)

  20. Leo says:

    Ach, fick Dich doch!

  21. Kai Nehm says:

    Danke!

    Die zu-Gast-bei-Freunden-WM durfte ich an der Uni Stuttgart ein paar Schritte von der Fanmeile erleben. Selbst als nicht Fußball-Interessierter war ich fasziniert davon, wie hier die Fans aller Länder gemeinsam gefeiert haben. Je nach mitgeführter Flagge ging das halt in gebrochenem Englisch, Französisch oder ein paar Brocken Spanisch.
    Nicht nur die GJ, auch andere politische Organisationen haben sich bewusst dem Trubel entzogen, weil Sie persönlich damit nichts anfangen konnten. Ist ja auch ihr gutes Recht. Leider war deren Bild dann von den wenigen Chaoten geprägt die nach der Feier im Vollsuff ins Hotel wankten.
    Traurig, dass immer wieder Einzelne über die Stränge schlagen. Noch trauriger ist, dass diese über Nachwuchspolitiker noch einen unnötigen Hebel bekommen.

    Zumindest in Stuttgart konnte man erleben, dass es an Stellen lauter wurde, wo Versorgungsstände, Tribünen und Durchgänge zu eng gebaut waren. Egal welche Mannschaften spielten oder ob auf dem Platz ein Konzert war.
    Deshalb schaut lieber, ob jemand diese Euphorie wirklich boshaft ausnutzt und konzentriert auch ansonsten auf die integrative Leistung des Sports.

    Respekt an dich Daniel, dass du mit den notwendigen Worten einen Shitstorm in Kauf nimmst.

  22. NoName (GJ) says:

    Ich teile Deine Meinung gar nicht. Du verharmlost nationalistische Ansichten. Mit deinen Bildern im
    Blog zeigst Du ja, dass Du selbst nationalistisch eingestellt bist. Ich verstehe nicht, warum Du überhaupt bei den Grünen bist. Das wirkt alles sehr konservativ und rechts.

    Schade, denn deine Meinung zu Israel teile ich.

  23. Daniel Mack says:

    Unter meinem Namen kommentiere nur ich!

    Aufgrund von Nichtbeachtungen der Kommentarregeln habe ich einige Kommentare gelöscht.

  24. Frau Wirth says:

    Danke Ihnen!

  25. Elena says:

    Herr Mack,
    ich bin Ihnen sehr dankbar für den Text. Sie schreiben Worte, die viele genau so denken aber vielleicht nicht das Expertenwissen haben um es alles so zu schreiben!

    Gruß

  26. iRED says:

    Deutschland, schieß das Tor! Guter Text…

  27. Piet M. says:

    Danke für diese erfrischende Äußerung zu dieser aktuellen Thematik!
    Ich finde es schon bemerkenswert, inwieweit in Deutschland eine Entfremdung zu unserer Heimat zu beobachten ist. Ich glaube, dass es insbesondere die Grüne Jugend und linke Splittergruppen nicht verstanden haben, dass ihre Existenz alleine auf den freiheitlichen Grundsätzen unseres Nationalstaates garantiert und möglich ist. Ich teile die Ansicht, dass in ferner Zukunft Nationalstaatliche Grenzen nicht mehr nötig seien sollten, spreche mich jedoch absolut gegen eine sofortige “Hau-Ruck”-Lösung aus.
    Ich möchte gerne noch auf einige vorige Kommentare eingehen. Wer den oben genannten Text “nationalistische Kackscheiße” nennt, hat die Grundlage einer bereichernden politischen Debatte nicht verstanden und äußert sich so gegen ein demokratisches System. Der betreffende Autor wird sich in einem freiheitlichen Staat wie VRC, DDR, etc. wohl fühlen ;).
    Ein sportlicher Wettkampf ist kein Kampf der Kulturen wie im 2. Weltkrieg die “Arier” gegen die “Sklavenvölker”, sondern ein von Respekt und gegenseitiger Anerkennung getragener sportlicher Wettkampf, der weniger aus nationalistischen, sondern mehr aus sozialen Motiven ausgetragen wird. Die Grünen kämpfen ja auch aktiv gegen andere Parteien und Ansichten und bekleben Straßenzüge mit ihrem Parteilogo, schwenken die Fahne und so weiter… Da finde ich es harmloser, unsere Deutschlandflagge, die entgegen der innerhalb der in der GJ weit verbreiteten Meinung nicht durch das NS-Regime geschöpft wurde, sondern am Ende eines verlust- und siegreichen Freiheitskampfes der studentischen Burschenschaften und Verbindungen gegen die autoritär- (!) aristokratischen Monarchien als Symbol für den freiheitlichen Weimarer Staates stand, zu schwenken und so meine Teilnahme und Interesse an einem sportlichen Großereignis zu bekunden.
    Fakt ist: In Deutschland besteht trotz post-bellum-Selbsthass keine Mehrheit für links-anarchistische Anti-nationale Bestrebungen. Wenn sich die Grünen nicht wie Antifa und Co. in die Bedeutungslosigkeit manövrieren wollen, sollte man es sich genau überlegen, in wie weit man auch als Grüne Fähnchen abknickt und gegen unseren Nationalstaat bzw. seine Symbole kämpft, was zuletzt nicht auch eine Feindlichkeit zum Grundgesetz manifestiert und somit auch ein Parteiverbot nach Art. 21 GG rechtfertigt. Das wollen wir ja nicht ;)

  28. Jan says:

    Nationalistischer Scheißtext!

  29. Kim says:

    wenn du (und andere) patriotismus so siehst, dann kann ich das nachvollziehen und habe auch nichts dagegen. möchte trotzdem nicht dabei mitmachen, weil ich das anders sehe.
    trotzdem vielen dank für diesen text, damit ich verstehen kann, was die menschen meinen, wenn sie von unverkrampften patriotismus reden.
    auf eine faire EM und ein faires miteinander!

  30. Eike says:

    So genial geschrieben. Stellst Du die Antwort dann auch online?

  31. Lars says:

    Danke!! Echt nice der Kommentar. Hoffe der BuVo macht mit Dir die Veranstaltung!!

  32. Lieber Daniel Mack,
    vorzügliche Stellungnahme. Von einem solchen MdL fühle ich mich trefflich vertreten. Glückwunsch und Dank.
    Und viel Spaß am Fußballspiel heute Abend.
    Olé, olé, olé, olé!

    • Daniel Mack says:

      Liebe Erika Reußwig,
      vielen Dank. Gerade Özil, Gomez, Khedira, Schweinsteiger, Neuer & Co werben für ein Land, das bunter und vielfälter ist, als viele denken!

      Auf dieses Team, auf diese Botschafter für Integration, Toleranz und Miteinander, kann man nicht nur aufgrund der Zusammensetzung stolz sein. Der dynamische Offensivfußball begeistert Menschen von Malta bis Norwegen!

      Das ist doch das, was wir wollen? Europa gemeinsam feiern und festigen! Wann, wenn nicht jetzt? Wie, wenn nicht mit dem Sport, für den sich Millionen begeistern!

      Viel Spaß gegen Danish Dynamite!

      Daniel Mack

  33. GJ Fulda says:

    Cool :-)

  34. Arne says:

    Cool, dass Du das mal klarstellst. In der GJ wird man ja mit der Einstellung gemobbt.

  35. Lukas says:

    Diese nationalistische Sicht ist bei den Grünen weit verbreitet. Nationalstaaten bringen uns nichts weiter. Wie willst Du eine Politik für andere Menschen machen, wenn Du nur von Deutschland schreibst??? Warum bist Du gegen andere Mannschaften?

    • Björn says:

      Danke Daniel für diesen Artikel!
      Das verhalten einiger gjler_innen finde ich gerade in Bezug auf Nationalstaaten sehr merkwürdig.
      Zunächst einmal: Ich gucke die EM nicht, aber nicht wegen einer verquerten Sichtweise bezüglich Patriotismus, sondern weil mich der Sport einfach nicht interessiert und weil mir Menschenrechte und Tierschutz wichtiger sind als bescheuerte Debatten ob Patriotismus gerechtfertigt ist oder nicht.
      Es ist, entschuldigung wenn ich das so sage, zum kotzen, dass die Grüne Jugend Menschen welche von sich sagen, dass sie Deutsche sind und bei Wettbewerben für das deutsche Team mitfiebern, in eine rechte Ecke schiebt.
      Solange sie sich nicht rassistisch äußern muss es jedem Menschen selbst überlassen sein wie sie / er zu Deutschland steht.
      Das Mobbing (welches oben beschrieben wurde) gegen Menschen mit anderer Ansicht, Sachbeschädigung, etc. zeugt für mich nicht davon, dass diejenigen Recht haben. Im Gegenteil für mich zeugt es davon, dass ihnen die Argumente ausgehen und das sie nur gegen irgendetwas sein wollen (das Gefühl habe ich aber leider öfters bei der gj) .
      Kommentare wie rassistische Kackscheiße, etc. zeugen übrigens auch nicht davon.
      Und noch etwas: Ich hätte von der gj eigentlich erwartet, dass sie sich eher mit realen Problemen wie der Menschenrechtslage und den Tierverbrennungen beschäftigt – stattdessen wird ein Problem inszeniert und hochgepusht.
      Politik für Menschen geht aus meiner Sicht anders…

  36. Joel says:

    Rassistische Kackscheiße!!!

  37. Jan says:

    Danke Daniel!!!

  38. Laura says:

    Kann ich unterschreiben!

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