Rente mit 67 ist richtig

Rente mit 67 bedeutet, dass ab 2030 etwa zwei Millionen Menschen mehr im erwerbsfähigen Alter sein werden. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist das notwendig. Da den Sozialdemokraten keine anderen Themen einfallen, haben sie die Debatte um das Rentenalter neu entfacht. „Solange es uns nicht gelingt, tatsächlich den Anteil derjenigen zu erhöhen, die zwischen 60 und 64 arbeiten, können Sie die Rente mit 67 nicht einführen, weil es de facto nichts anderes ist als eine Rentenkürzung.“ sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel im ARD-Sommerinterview.

Gesetzeslage

Der Plan des damaligen Bundesarbeitsministers Franz Müntefering, volle Rente für Beschäftigte ab dem Jahr 2029 erst mit 67 Jahren, wurde von der Bundeskanzlerin und allen Ministern, also auch von Sigmar Gabriel, unterstützt. Für die Geburtsjahrgänge ab 1947 steigt das Rentenalter zunächst jährlich um einen Monat, später um zwei Monate. Im Jahr 2023 wird also das Rentenalter bei 66 Jahren liegen, 2029 dann bei 67 Jahren. „Sie ist angesichts der demographischen Entwicklung unvermeidlich, um die Rentenversicherung weiterhin finanzieren zu können.“ sagte der damalige SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck. Zustimmung hierzu kam von den hessischen GRÜNEN. Auf ihrer Landesmitgliederversammlung (LMV) im November 2005 bewerteten sie die Rente mit 67 im schwarz-roten Koalitionsvertrag so: „Die schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre bis zum Jahr 2032 trägt zu einer besseren Ausgewogenheit der Lastenverteilung von Jung und Alt bei.“

Unehrliches sozialdemokratisches Ausstiegsszenario

Opportunist Gabriel rückt nun von der Rente mit 67 ab, weil er die Erfahrung gemacht hat, dass große Teile der überalterten SPD-Basis diesen Einschnitt nicht akzeptieren und seine Partei an der Wahlurne dafür abgestraft wurde. Er beruft sich dabei auf eine von der SPD durchgesetzte Überprüfungsklausel im Gesetz, die die Bundesregierung verpflichtet, vor dem Start der Rente mit 67 zu ermitteln, ob die Lage am Arbeitsmarkt dies erlaubt.

Da sich SPD in Sachen Rente mit 67 nicht einig ist (Agenda-Befürworter um Steinmeier wollen an der Gesetzeslage nichts ändern, wird nach einem Ausstiegsszenario gesucht, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Aussetzen statt abschaffen. So lautet der unehrliche Kompromiss der SPD-Spitze. Heisst: Rente mit 67 geht nur dann, wenn auch genügend Ältere in Arbeit sind. Mit dieser Argumentation kann Gabriel dann das Rentenalter gleich doppelt absenken, weil bei den 55-60jährigen die Beschäftigungsquote noch nicht ausreichend ist.

Zusammen mit den Plänen für eine Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 50 Prozent (unter Schröder wurde der Spitzensatz der Einkommensteuer auf 42 Prozent gesenkt) und einer deutlichen Verschärfung der Erbschaftssteuer entsteht der Eindruck, dass die SPD zentrale Reformen der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder zurückdrehen möchte.

An der Realität vorbei

Fällt der SPD ansonsten nichts mehr ein? Die Horrorvision von körperlich schwer arbeitenden Menschen, die bis zum Umfallen Ziegel aufs Dach schleppen, bei brütender Hitze die Straße teeren oder den ganzen Tag LKWs beladen geht an der Realität vorbei. Viele Arbeitgeber haben Wege und Möglichkeiten gefunden, die Erfahrung ihrer älteren Mitarbeiter anderweitig zu nutzen. Viele ältere Arbeitnehmer währen allerdings bereit, sich auf Teilzeitregelungen einzulassen, wenn sie das nicht mit deutlich zu hohen Abschlägen bei der Rente bezahlen müssten.

Ältere Arbeitnehmer werden gebraucht

Für Ältere hat sich die Lage am Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren verbessert. 2009 war laut Statistischem Bundesamt mehr als jeder Dritte (38,4 Prozent) der 60- bis 64-jährigen erwerbstätig, im Jahr 2000 war es nur jeder Fünfte (19,9 Prozent). Auch der Anteil der Älteren ist gestiegen, die einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen – wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau: Im Jahr 2008 waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 21,5 Prozent der 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, im Jahr 2000 war der Anteil mit 10,7 Prozent halb so groß. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) seien ältere Arbeitnehmer nach wie vor nicht ausreichend in den Arbeitsmarkt integriert, ihre Lage haben sich aber deutlich verbessert. Gründe dafür sind den Wissenschaftlern zufolge die Anhebung des Rentenalters und die Einschränkungen der Frühverrentung. Durch den demographischen Wandel wird der Anteil der älteren Arbeitnehmer in Unternehmen stark zunehmen. Im Jahr 2020 werden nach einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 13,2 Millionen über 50-Jährige 7,6 Millionen unter 30-jährigen Arbeitnehmern gegenüber stehen. Dann wird jede dritte Arbeitskraft 50 Jahre und älter sein.

Gabriel müsste sich somit mit einer weiteren Anpassung des Arbeitsmarktes an die demografische Entwicklung beschäftigen und nicht den demografischen Wandel zur Grund für die Anpassung des Rentensystems.Schließlich wird in den nächsten Jahren mit dem steigenden Anteil älterer Arbeitnehmer auch ihre Bedeutung für die Unternehmen steigen.

8 Kommentare

  1. martin says:

    Na ja, so einfach ist das alles nicht. Nur wenige werden es gesundheitlich bis zum 67.LJ in Arbeit aushalten.
    Das Arbeitstempo und der stress wachsen doch derzeit ohne Grenzen.
    Darauf vertrauen, dass die Arbeitgeber den älteren Mitarbeitern leichtere Tätigkeiten zuordnen werden, da sie froh sind, diese überhaupt noch halten zu können, geht vollkommen an den Tatsachen vorbei.
    Rente ab 67 ist ein einziger Hohn.

    Martin

  2. martin says:

    Na ja, so einfach ist das alles nicht. Nur wenige werden es gesundheitlich bis zum 67.LJ in Arbeit aushalten.
    Das Arbeitstempo und der stress wachsen doch derzeit ohne Grenzen.
    Darauf vertrauen, dass die Arbeitgeber den älteren Mitarbeitern leichtere Tätigkeiten zuordnen werden, da sie froh sind, diese überhaupt noch halten zu können, geht vollkommen an den Tatsachen vorbei.
    Rente ab 67 ist ein einziger Hohn.

    Martin

  3. Ein Kritiker says:

    Wenn es nach Mack geht wird bis zum Tod gearbeitet. Man müsste die Rente mit 50 einführen, dann hätten wir auch weniger Arbeitslose und ältere Menschen müssten sich ihre Gesundheit nicht kaputt machen!

  4. Ein Kritiker says:

    Wenn es nach Mack geht wird bis zum Tod gearbeitet. Man müsste die Rente mit 50 einführen, dann hätten wir auch weniger Arbeitslose und ältere Menschen müssten sich ihre Gesundheit nicht kaputt machen!

  5. Stefan Weimar says:

    Herr Mack, ich stimme Ihnen zu!

    • SPD Mitglied MKK says:

      Können Sie auch sagen warum Sie Herrn Mack zustimmen? Es ist schon sehr merkwürdig was Daniel Mack so von sich gibt. Seine Meinung zur Rente mit 67 soll er mal den Menschen auf der Straße oder in seiner Nachbarschaft kund tun. Da wird er schnell merken, wie wenig Zustimmung er dafür bekommen wird!

  6. Stefan Weimar says:

    Herr Mack, ich stimme Ihnen zu!

    • SPD Mitglied MKK says:

      Können Sie auch sagen warum Sie Herrn Mack zustimmen? Es ist schon sehr merkwürdig was Daniel Mack so von sich gibt. Seine Meinung zur Rente mit 67 soll er mal den Menschen auf der Straße oder in seiner Nachbarschaft kund tun. Da wird er schnell merken, wie wenig Zustimmung er dafür bekommen wird!

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