Rhein-Main-Region braucht striktes Nachtflugverbot

Das neue „Segmentierte Anflugverfahren“ auf den Frankfurter Flughafen wird zu besseren Lärmmesswerten und damit auch zu einer Verbesserung für die lärmgeplagen Anwohner führen. Der, durch die neue Landebahn, zu erwartende und von Fraport prognostizierten Anstieg des Luftfverkehrs von 470.000 auf bis zu 800.000 Flugbewegungen pro Jahr wird diese Verbesserung allerdings konterkarieren. Wo mehr Verkehr ist, wird in der Summe nicht weniger Lärm sein.

Die aktuelle Resolution von 16 Städten und Landkreisen mit der Forderung nach einem umfassenden Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen darf von der Landesregierung in Wiesbaden nicht ignoriert werden. Die Hessische Landesregierung steht bei den von Fluglärm betroffenen Menschen im Ballungsraum im Wort, dass der Ausbau des Flughafens immer untrennbar mit einem Nachtflugverbot verbunden sein muss. Der damalige Ministerpräsident Roland Koch erklärte in seiner Regierungserklärung am 28. März 2001: “Es bleibt dabei, dass wir ihn nur erhalten, wenn wir ihn ausbauen. Es bleibt aber auch dabei, dass die Bürger einen Anspruch darauf haben, dass sie dafür Ruhe in der Nacht bekommen.”

Die Hessische Landesregierung hat den Ausbau des Flughafens befürwortet und vorangetrieben, es liegt daher auch in ihrer Verantwortung, die Menschen der Region vor Lärmbelastung zu schützen. Neben aktiven Schallschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel Steilstartverfahren, Änderung von Flugrouten und dem Einsatz besonders lärmarmer Flugzeuge, ist ein umfassendes Nachflugverbot unerlässlich.

Um die Bevölkerung vor übermäßiger Lärmbelastung zu schützen, dürfen zwischen 23:00 und 5:00 Uhr keine geplanten Flugbewegungen stattfinden. Dies ist das absolute Minimum der an Lärmschutz notwendigen Maßnahmen im Rhein-Main-Gebiet. Eine Durchlöcherung dieses schon kaum ausreichenden Nachtflugverbots, wäre ein klarer Wortbruch der Landesregierung und nicht hinnehmbar.

Ein Kommentar

  1. Rhein-Main says:

    Nicht nur die Rhein-Main-Region braucht ein striktes Flugverbot, sondern alle Regionen in Deutschland. Leider werden oft Zusagen gemacht um die Bürger überhaupt erst von Großprojekten zu “überzeugen” die hinterher nciht eingehalten werden. Neustes Beispiel Berlin-Brandenburg-International.
    Dank an die Grünen die sich abseits von wirtschaftlichen Zwänge auch für die Belange der Menschen interessieren.

Kommentieren