jandelay_spiegel

Schokolade, Digga!

„Ey, wir sind hier eine Partei und es gibt Schokolade für alle umsonst. Und ein paar Nichtwähler sagen: Geil, Schokolade umsonst, das ist doch mal Politik. Aber, Leute, habt ihr Lösungen? Wisst ihr überhaupt, wovon ihr redet? Ich glaube euch, dass ihr Ahnung von Computern habt, das ist dann aber auch schon alles.“

Jan Delay, Hip-Hop-Musiker

 

Jan Delay (bürgerlich Jan Phillip Eißfeldt), 35 Jahre alt, ist einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands. Er ist ein politischer Mensch, kritisiert die Gesellschaft und kümmert sich um Stil & Style. Der Hamburger, der von Jürgen Klinsmann begeistert war, weil er geäußert hat die Grünen gewählt zu haben und Jürgen Trittin Style attestiert, weil er – etwas vollkommen Unpopuläres – das Dosenpfand durchgesetzt hat, diskutiert in DER SPIEGEL (16/2012) über den Wert der Kunst im digitalen Zeitalter und die Frage, ob Musik im Internet kostenlos zur Verfügung stehen sollte.

Ich finde mich sicherlich nicht damit ab, weil ihr [die Piratenpartei] unsere gesamten Urheberrechte abschaffen wollt.“, sagt Jan Delay. Die Piratenpartei stricke sich ihre Meinungen aus Blog-Posts und Wikipedia-Einträgen zusammen. „Aber keiner von euch [Piraten] hat sich 20 Jahre lang im Musikgeschäft bewegt, weder als Schaffender noch als Verkaufender. Bei euch sind die Plattenfirmen immer die Bösen, aber das ist ein Klischee. Was ihr immer vergesst, ist die komplette Infrastruktur, die da dranhängt: Videoproduktionen, Studios, all die Zulieferbetriebe, die seit zehn Jahren nur noch sterben, sterben, sterben.“ 

Richtig. Musik benötigt auch in der digitalen Gesellschaft, in Zeiten von Open Source, Creative Commons, Twitter und Facebook Profis, die sich als Produzenten, Techniker oder Label-Manager in Sachen Kreativität, Technik und Marketing auskennen neue Trends erkennen und umsetzen. Nicht jeder Künstler ist ein Digital Native, der mal schnell die Chancen sozialer Netzwerke und Blogs für sich nutzen kann. Bezeichnenderweise gibt es in der Antwort der Piratenpartei auf die Handelsblatt-Kampagne, der 101 Statements „Ja zum Urheberrecht“ keinen einzigen Satz, der die Bedeutung der Rechteverwerter erwähnt. Der Versuch der Piraten, die „Content-Industrie“ als profitgeile Rechteverwerter abzustempeln wird nicht nur nicht funktionieren, er geht auch an der Realität vorbei. So populär diese Sichtweise für diejenigen ist, die sich im Internet an den kulturellen Erzeugnissen anderer kostenlos bedienen und weiterhin bedienen möchten, so falsch ist sie.  Jeder, der sich zumindest in einem geringem Masse mit der Musikbranche beschäftigt, stellt fest, dass es auch in der Vergangenheit nicht allein die großen Musiker waren, sondern auch die Plattenlabels, Produzenten und Tontechniker, die ihre Entwicklung gefördert und ebenso maßgeblich beeinflusst haben. Gleiches gilt für die Buchverlage und die Filmwirtschaft. Jan Delay: Wir machen Musik und Kunst. Wir können uns nicht darum kümmern, wie etwas verkauft wird, wie etwas abgerechnet wird, wie etwas geschützt wird. Dafür brauchen wir die Verwerter.“

Die Forderung von Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag nach einem Schutz der Urheberrechte sowie schnellen und sicheren Bezahlmöglichkeiten im Internet, die so ausgestaltet sein müssen, dass ein möglichst großer Anteil daran beim Urheber selbst ankommt, findet augenscheinlich auch von Jan Delay Unterstützung: „Ich werfe denen in der Plattenindustrie seit zehn Jahren vor, dass die nicht auf so etwas wie iTunes gekommen sind. Dass die das verpennt haben. Mag alles sein. Aber die Versäumnisse der Plattenindustrie sind kein Argument für die Legalisierung der Tauschbörsen. Allein der Begriff ist falsch. Hört sich so harmlos an. Aber da wird nichts getauscht. Da werden meine Lieder für umsonst dupliziert.“ Der HipHopper spricht sich im SPIEGEL-Interview wiederholt gegen Abmahnanwälte aus und möchte „die Kids, die sich Songs oder Filme bei Pirate Bay oder kino.to besorgen, nicht kriminalisieren.“ Er fordert deshalb ein niedriges Kostenlimit für einfache Urheberrechtsverletzungen. „Ich fahre seit Geburt schwarz. Wenn ich erwischt werde, zahle ich 60 Euro, und das ist okay. “Superman”-Film runtergeladen, erwischt worden, 60 Euro. Dieses Geld sollte dann nicht den großen Musikern zugutekommen, sondern denen, die unter dem Runtergelade wirklich leiden.“

Die Aussage von Jan Delay, er habe in den 1990er-Jahren nur mit Musik weitergemacht, weil es, jetzt mal krass formuliert, damals kein Internet gab. Hätten sich alle meine Musik einfach umsonst runtergesaugt, hätte ich aufgehört.“ zeigt das, dass der Markt offenbar nicht mehr in der Lage sei einen gerechten Lohn für Musiker bereitzustellen. Ein junger Künstler könne heute nicht mehr von seinen Platten leben. „Heutzutage verdienst du dein Geld mit Live-Shows, mit Merchandise, oder du stellst dich für Werbung zur Verfügung. Als ich von meinem letzten Album 100 000 Stück verkauft und damit Gold-Status erreicht hatte, war ich immer noch im Minus.“, sagt Jan Delay, der nach eigenen Angaben ein Platin-Album (200.000 Einheiten) verkaufen  müsse, um überhaupt etwas verdient zu haben. Von den 99 Cent, die ein Song im Schnitt auf Apples Musikplattform iTunes kostet, erhalte er 15 Prozent, von denen er Produktion und Musiker bezahlen müsse.

Das Thema Urheberrecht muss differenzierter betrachtet werden. Das darf aber nicht bedeuten, dass die Grundsätze nicht auch künftig bestand haben sollten. Ein modernes Urheberrecht muss die veränderten Nutzungsmöglichkeiten angemessen berücksichtigen. Das Recht der Urheber, über Preis, Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Internet. Dieses Recht muss, auch international, geschützt werden. Die Entscheidung, ob eine Urheberin oder ein Urheber seine Leistung mit anderen Menschen teilen oder die Nutzung dieser Inhalte unter bestimmten Bedingungen oder nur gegen Zahlung eines Entgelts gestatten will, muss jeder Urheberin und jedem Urheber selbst überlassen bleiben.

46 Kommentare

  1. Scen says:

    Mack hat recht!!

  2. Willi Kostenlos says:

    Wie viel Cent bekommt Mack von Jan Delays verkauften Liedern, wenn er das Wort Kostenloskultur benutzt?

    Eine Kostenloskultur gibt es nicht. Es gibt aber ein Recht auf freien Zugang zu Musik und anderen Dingen. Der Staat finanziert das alles und dann sollen wir auch noch zahlen? Dann brauchen wir auch keinen Staat mehr. Jan Delay wird als Künstler vom Staat unterstützt. Er bekommt alles in den Hintern geblasen und jetzt will die Grüne Partei denen noch mehr Geld geben? Der Typ ist reich und sagt er wäre arm. Und dann schreibt einer er ist arm.

    Der Text ist ein Grund warum Piraten euch überholen!!!

    Mein Kommentar ist übrigens auch kostenlos. Mack zahlt keinen Cent für Kommentare!!!

    • Uwe says:

      @Willi: Ein Recht auf freien Zugang zu Musik und anderen Dingen? Wo steht das denn? Woher nimmst Du dieses Recht? Musik produzieren Menschen unter Einsatz von Arbeitszeit und Geld. Wie jede andere Ware auch. Sie ist zum Verkauf bestimmt. Sie ist ein Gut. Wenn jemand seine Musik, seine Texte oder seine Bilder verschenken möchte, sollte er das selbst entscheiden dürfen. So wie Du es für Deinen Kommentar selbst entschieden hast. Ein “Recht” auf Deinen Kommentar hat Daniel natürlich nicht. Du kannst es doch nicht ernst meinen, dass Du einfach ein Recht auf anderer Leute Arbeit beanspruchst. Komm am Samstag bitte bei mir zum Rasen mähen. Ich habe in Recht darauf…

    • Voll,Horstl says:

      Freier Zugang zur Musik bedeutet aber wohl nicht, diese Musik einfach unentgeltlich zu kopieren und sie damit zum Privateigentum zu machen (hier ist nicht die gelegentliche Privatkopie bei einem Kumpel gemeint, sondern das tonnenweise absaugen nach Lust und Laune). Mit diesem Schwachsinn gehört jetzt mal langsam aufgeräumt. Man hat diese Sauger viel zu lange frei agieren lassen, so dass dieser Zustand für diese Leute mittlerweile schon als verbrieftes Recht und als Selbstverständlichkeit gilt. Die Ideen der Piraten zum Urheberrecht sind vor allem darauf ausgelegt, diese o.a. Gruppe als Wähler zu gewinnen. Und Nutznießer dieser ganzen Geschichte sind Facebook, Google,Youtube……….wenn das so weitergeht und diese Konzerne sich entsprechend weiterentwickeln, wird das bestimmt ganz toll für alle am Ende. Dämlichkeit kennt echt keine Grenzen, ganz im Sinne der Globalisierung

  3. Alex says:

    Wenn hier unwidersprochen die falsche Behauptung zitiert wird, die Piraten wollten das Urheberrecht abschaffen, geht das schon mal von völlig falschen Voraussetzungen aus. Die *Reform* des Urheberrechts, die die Piraten planen, würden diesen mittelmäßigen “Musiker” vermutlich nicht einen Cent kosten.

    • Daniel Mack says:

      Die Piraten fordern ein möglichst schwaches Urheberrecht und wollen es einseitig für die Nutzerinnen und Nutzer verändern. Wenn Jan Delay von der der Piratenforderung “Abschaffung des Urheberrechts” spricht, liegt er nicht ganz falsch.

  4. Uwe says:

    Ein guter Text. Daniel differenziert. Das tun viel zu wenige, wie sich auch an vielen Kommentaren hier zeigt. René bin ich dankbar, denn er spricht es endlich mal aus: “Ich will Musik hören und keinen Euro dafür zahlen.” Das ist zwar ziemlich dumm, aber wenigstens ehrlich. Viel zu oft wird diese Schnorrer-Mentalität mit einem vorgetäuschten netzpolitischen Interesse getarnt. Warum soll ich Dir als Musiker und Autor meine Arbeit schenken, René? Verschenkst Du Deine?
    Es fällt schon auf, dass immer jene nach Gratis-Content schreien, die selbst nichts produzieren.
    Wir brauchen ein neues und faires Vergütungssystem. Das bekommen wir aber nicht durch das plumpe “Ich will alles umsonst”-Geplärre der Piraten. Daniels Beitrag ist da schon hilfreicher.

  5. René says:

    Alter. Wer soll die Musik denn bezahlen?? Ich will die Lieder hören, die mit gefallen. Ich will keine Flat und ich will auch keinn Euro zahlen.

    Mack du Mongo. Mach Dir mal Gedanken, wer dann noch Musik hören kann. Du willst wahrscheinlich auch teureres Benzin wegen der Umwelt. Dann kann aber keiner mehr fahren. Musik und Benzin sind vergleichbar. Beides gehört zum Leben.

    Ihr Grünen müsst verstehen: Nicht alle wollen leben wie ihr!!

  6. Werner K. says:

    Daniel schreibt sehr nachvollziehbar. Als Grüner stehe ich hinter seiner Position. Wollen die Piraten wirklich etwas anderes? Gute Nacht!

  7. MKKpirat says:

    Mack ist von der Wirtschaft getrieben. Meine mal in einem Interview gehört zu haben, er bezeichne sich als Realpolitiker.

    Wer keine Visionen hat gehört ins Krankenhaus!!!

  8. Angelo D'Angelico says:

    Guter Beitrag, hoffentlich fängt man demnächst an, sich zielorientiert für eine Digitale Zukunft fit zu machen. Dazu gehört meiner Ansicht nach, ein rasches Beerdigen der Idee einer staatlich verordneten ” Kulturflatrate”.Seit 2009 gibt es den Begriff, und bis heute gibt es keine ernstzunehmende Berechnung dazu. 3 jahre , indem sich das netz schon selbst hinsichtlich pauschaler Abrechnungssysteme positiv entwickelt hat. Das ist eine feine Sache, als Musiker oder anderer Kreativer möchte ich mir gerne aussuchen können, wen ich zur Verwertung meiner Interessen einsetzte. Da schließe ich sogar you tube und so Zeug mit ein. Das hat ja nicht immer nur monetäre Gründe. Eine staatlich verordnete ( oder sagen wir ruhig sozialistische ) Zwangsverwertung ( mit den dafür notwendigen Eingriff in Grundrechte) verhindert aber einen wettbewerblichen Interessenausgleich, und blockiert zudem sonst rasch durchführbare Maßnahmen, wie z.b Änderung der Buy Out Handhabung, Änderung des absurden Abmahnwesens, Reform der Verwertungsgesellschaften, Forderung einer Internationalen Kartellbehörde für Netzneutralität, etc. etc..Mit der Blockade durch die Kulturflatrate macht man orangene Positionen in der Öffentlichketi stark, und verliert gleichzeitig Stammwähler im Kreativen Bereich.
    Ziemlich unnötig.

  9. Martin Wiesner says:

    Ich gebs zu: Hab den Daniel Mack für nen Piraten gehalten. Ist aber doch nur ein Grüner, der ein Fan der Contentmafia ist…

  10. Lars says:

    Hallo Daniel,
    vielen Dank für diesen Beitrag. Künstler sind seit jeher eine wichtige Gruppe für die Grünen. Ich finde es ausgesprochen gut, dass Du als Netzpolitiker ein paar Dinge aussprichst, die unsere anderen Netzpolitiker so nicht schreiben oder sagen würden. Deine Argumentation kann ich vollständig teilen. Einem freien Internet steht sie ja nicht entgegen!

    Lars

  11. Holger says:

    Hallo Daniel,

    super Beitrag, kann dem im Großen und Ganzen auch nur voll zustimmen!!!

    Herzliche Grüße aus dem total verregneten Oberbayern :-)
    Holger

  12. SPD MKK Mitglied says:

    Kann Daniel Mack nur zustimmen. Guter Text!!!

  13. Erif says:

    Der Text ist echt gut! Höre ich das erste mal von einem Politiker so. An die Techniker und Produzenten denkt echt niemand!

  14. Binar says:

    @Helga: Bezahlen ist oft nicht das Problem. Allerdings sind z.B. Videos, die online verkauft werden, meist mit sehr rigidem Kopierschutz ausgerüstet (deutlich stärker, als dies bei CDs oder DVDs der Fall ist), sodass das Abspielen nur mit bestimmten Hard- und Softwarekombinationen möglich ist. Bei Musik war dies früher auch der Fall, allerdings hat dies viele KundInnen abgeschreckt, bei Filmen ist es aber heute auch noch der Fall. Und es gibt auch Werke, für die die VerwerterInnen keinen ausreichend großen Markt in Deutschland sehen, da fehlt dann tatsächlich eine legale Bezahlmöglichkeit.

    @Daniel
    P.S.: Unter welcher Lizenz stehen die Zitate von Jan Delay? Dürfen diese weiterverbreitet werden?

  15. Kinzigpirat says:

    So lächerlich ey. “Digga?” Machst Du jetzt auf cool Daniel? King cool grün! Yeah. Tight!!

  16. Alexander aus Bremen says:

    Mir spricht der Beitrag ebenfalls aus dem Herzen. Ich stelle selbst Bauanleitungen für Maschinen her und möchte sie nicht durch das Internet vervielfältigt wissen.

    Diese Copy&Paste Propaganda der Piraten und einer Grüner stört mich sehr. Ich bin deshalb froh um diese positive Reaktion aus Hessen.

  17. Peter W. says:

    Ich finde den Text sehr einleuchtend. Vielen Dank und grüne Grüße!

    @Erich Pawlik: Der BDK-Antrag spricht sich doch auch gegen Tauschbörsen aus.

  18. Erich Pawlik says:

    Der Aussage, dass dies eine Mack-Position ist und keine der Grünen, ist zuzustimmen. Letzten November hat es dazu einen Beschluss gegeben (Zusammenfassung z.B. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gruene-Das-Internet-als-Ganzes-staerken-1385995.html, dort auch der Link zum Beschluss).

    Die relevante grüne Position dazu:
    “Wir halten die Nutzung und Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material ohne Erlaubnis für nicht legitim, sofern dies nicht zum nicht-kommerziellen Gebrauch geschieht. Deshalb wollen wir die Kriminalisierung der nicht-kommerziellen Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke im Internet beenden und den Zugang zu ihnen grundsätzlich erleichtern. Wird urheberrechtlich geschütztes Material auf einer Internetseite oder Plattform direkt angeboten, die in nicht geringfügigem Maße (höher als Kostendeckung) Einnahmen durch Spenden, Beiträge von Mitgliedern wie Käufern oder durch Werbung oder Verlinkung hat, so ist dies ein kommerzielles Ausmaß.”

    Das hört sich doch ein wenig anders an als das, was in dem Blog-Beitrag.

    • Daniel Mack says:

      Lieber Erich,
      danke für das verlinken des BDK-Beschlusses von Kiel (November 2011). Mal abgesehen davon, dass die verschachtelten und mehrfach verneinten Sätze nicht einfach zu verstehen sind, interpretiere ihn den Beschluss so, dass urheberrechtlich geschützes Material eben nicht ohne Weiteres verbreitet werden darf. Nichts anderes sagt Jan Delay im SPIEGEL-Interview, nichts anderes schreibe ich in meinem Kommentar dazu.

      Auch die Definition des “kommerziellen Ausmaßes” teile ich. Das bedeutet: Torrent-Plattformen wie Pirate Bay, die Banner- und andere Werbung schalten (der Ertrag dürfte die Kosten für das Bereitstellen der Seite übersteigen), sind kommerzielle Plattformen. Ein Anbieten von urheberrechtlich geschütztem Material hält der BDK-Beschluss also auch auf solchen Plattformen für nicht legitim.

      Viele Grüße,
      Daniel

  19. Lena Semmler says:

    Klingt schon plausibel. Aber wo stehen wir Grüne dann im Vergleich zur CDU da? Was wollen wir anderes als die? Wie wollen wir diese Position verkaufen? Für Künstler klingt das positiv. Aber ist es auch für Nutzer positiv? Wird dann nicht alles teurer, wenn wir Tauschbörsen schließen? Hören junge Leute dann überhaupt noch Musik?

  20. Christoph says:

    Kann mich nur anschließen: Klasse Beitrag!

  21. Andy says:

    Lieber Daniel,

    1000 Dank für Deinen Beitrag!

    LG,

    Andy (Grüner, Musiker & Independent-Content-Mafioso)

  22. Christian says:

    Hallo, das Problem steckt doch im Vorletzten Absatz: “Von den 99 Cent, die ein Song im Schnitt auf Apples Musikplattform iTunes kostet, erhalte er 15 Prozent, von denen er Produktion und Musiker bezahlen müsse.”

    Warum ITunes (meist 30%, oder?) mehr bekommen soll, als der Künstler, der davon noch andere bezahlen muss, ist für mich unverständlich.

    • Dennis says:

      Wieso keine Kulturflatrate? Wäre doch ein einfaches und gutes Modell!

      • Erich Pawlik says:

        Die Kulturflatrate hat ein soziales Problem: Wenn Sie den von den Rechteverwertern reklamierten Verlustersetzen soll, müsste ein Internet-Anschluss mit irgendwas zwischen 5 und 10 Euro pro Monat belastet werden. Das ist für Gutverdienende kein Problem, tut aber den ärmeren Teilen der Bevölkerung richtig weh (erinnert Euch an die Diskussionen um die letzte Harz IV-Erhöhung). Hinzu kommt, dass noch niemand mit einem vernünftigen Modell um die Ecke gekommen ist, wie das Geld verteilt werden soll. Da kneift eigentlich die ganze Diskussion: Wir haben noch kein praktikables Modell, wie die Internet-Komponente der Kultur finanziert werden soll.

  23. “Von der Privatkopie ist keine Rede. Stattdessen wird Law and Order propagiert.” –> Auf Privatkopien hätte man natürlich eingehen können, “Law and Order” kann ich jetzt in dem Text nicht herauslesen. Und wenn, dann nicht im Sinne von harter Verfolgung sondern eher im positiven Sinne von “law”: Wo es eine klare und faire Regel gibt, kann man sich auch danach richten. Zurzeit sind die Regeln (Urheberrechte) nur weder klar, noch fair.

  24. Christian says:

    Wirklich guter Artikel.
    Muss sagen, die Meinung, die du vertrittst, ist wirklich sehr durchdacht und kann ich bis jetzt nur unterstützen!
    Macht die Grünen doch zu einer sympathischen Partei!

    • Pirate67 says:

      Das ist die Mack-Position und keine von den Grünen. Höchstens Hessen. In Berlin kooperieren die Grünen mit uns!

      • peshtigo says:

        @Pirat67: so so, in Berlin kooperieren die Grünen mit den Piraten? Ist das offiziell? Das wüßte ich aber. Das sind vielleicht einige Netzfuzzis, aber die kriegen derzeit heftigen Gegenwind. Und da ist noch lange nichts ausdiskutiert.

        Ansonsten, Danke Daniel

  25. Severin says:

    Ein Grüner an der Seite der Musikgrößen. Prost Mahlzeit! Hat Mack die Kohle aus Jan Delays Massenabmahnungs-Profiten gesteckt bekommen? Selten so einen Schwachsinn gelesen. Wenn sich die Grünen gegen Torrents aussprechen haben sie echt gelitten. Soll dann das gesamte Internet überwacht werden?

    Wie viel Geld verdient Jan Delay dadurch das Radiosender seine Lieder spielen und Leute sie kaufen? Wer finanziert die öffentlichen Radiosender? Der Steuerzahler. Und dann will er an uns alle ran, weil er den Rachen nicht voll kriegen kann.

    Soll er so sehen. Aber Politiker die den Schwachsinn gut finden und sich “Netzpolitiker” nennen gehört der Titel entzogen.

    Ich will für Musik zahlen wann ich will und nicht wann Delay und Mack und die Grünen es wollen!

  26. @neinahh says:

    Die Piraten wollen das Urheberrecht NICHT abschaffen. Jetzt machst Du mich zum Anwalt der Orangen, weil Du dieses uninformierte Statement von Jan Delay so stehen lässt. Du weißt, ich bin großer Fan der Piraten und ich verteidige sie gern, zumal ich große inhaltliche Nähe und weite Felder möglicher Zusammenarbeit sehe und pflege – und ich freue mich darüber, dass mehr und mehr Grüne sich den Piraten ebenfalls öffnen. Vielleicht kommst Du ja auch eines Tages dazu :-)

    … grad am Donnerstag haben wir das nochmal geklärt: https://twitter.com/#!/The_DanielSan/status/190575540112072704

    Grüne Grüße aus Hamburg!

    • Pirate67 says:

      Auf Dich scheint keiner zu hören :D

    • Matthias Pfützner says:

      Und weil Daniel und Jan anscheinend zwar populistisch schreiben, sich aber vorher nicht lesend informieren können, hier der Link auf den Wahlprogrammpunkt der Piraten zur Bundestagswahl 2013 zu genau diesem Thema (der auf dem BPT 2011.2 mit großer Mehrheit angenommen wurde, und damit schon jetzt beschlossen ist!):

      http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsportal/PA149

      Lesen bildet, oder, wie die Piraten sagen: “Trau keinem Plakat, informier Dich selbst!”

      Alleine die Überschrift hätte es Daniel klar machen müssen: Es geht um die STÄRKUNG der Interessen der URHEBER! Der Artikel von Daniel zeigt somit deutlich seine eigentliche Absicht… BILD-niveau!

      Schade!

      • Daniel Mack says:

        Lieber Matthias,
        Punkt 33, 34 und 37 (schön versteckt) sind das Problem. Ich bin gegen die Legalisierung von Tauschbörsen. Die Grünen gemäß ihrem BDK-Beschluss ebenfalls und Jan Delay äußert sich auch nicht anders.
        Viele Grüße,
        Daniel

        • Auch Grün says:

          Lieber Daniel,
          wir Grünen sind zum Glück nicht gegen die Legalisierung von Tauschbörsen. Tauschbörsen sind heute sowieso schon egal und wir hatten in Kiel beschlossen dass Verbreitung und Nutzung zum nicht kommerziellen Gebrauch erlaubt werden müssen.
          Dass da wo Geld verdient wird besonders die UrheberInnen etwas vom Kuchen abbekommen müssen ist aber wahr.

          schöne Grüße

          • Daniel Mack says:

            Der kommerzielle Gebrauch findet aber genau da an, wo ich ein Lied zum Download anbiete und es theoretisch von 50.000 Leuten runtergeladen werden kann.

            Der nicht kommerzielle Gebrauch ist für mich die Privatkopie. Deshalb und weil die BDK eben keine Legalisierung von Tauschbörsen beschlossen hat, ist der Beschluss von Kiel korrekt!

  27. Superior89 says:

    Mack spricht für sich und die Grünen im Landtag. Er spricht aber nicht für die Grünen. Die Grünen sehen das doch ganz anders. Die wollen wie die Piraten die Urheberrechte schwächen und das legale downloaden legalisieren. Wie sie dann noch junge Künstler haben wollen, könnte man sie ja mal fragen. Irgendwie undurchdacht….. aber vielleicht findet die Einstellung ja mal Anhänger. Schön wärs, denn Umweltschutz finde ich wichtig. Meine Rechte als kleine Nummer im Musikbiz aber ebenfalls!!

  28. DonauPirat says:

    Die Grünen an der Seite der Contentmafia!!!111

  29. Achim says:

    Hallo Daniel
    das ist eine sehr vernünftige Position. Wir müssen uns nicht vor den Piraten fürchten. Endlich mal eine Antwort, die ich als älterer Grüner in unserem Kreisverband (Soest) über den Verteiler schicken kann und verstanden wird.
    Deine Arbeit gefällt mir gut!!

    Gruß
    Achim

  30. Werner Weber says:

    Sind die Grünen jetzt an der Seite von SONY, Bertelsmann und EMI? Eine spannende Position die Herr Mack und die Grünen gefunden haben. Von der Privatkopie ist keine Rede. Stattdessen wird Law and Order propagiert.

    Gute Nacht Grüne! An die, die Musik nicht bezahlen können, denkt ihr noch. Von einem Hartz 4 kann ich keine Lieder und Filmchen kaufen.

  31. Ich unterstütze die Forderung, dass es funktionierende, legale Bezahlmodelle geben muss, die Künstler mehr vom Kuchen abbekommen und dass es gezielte Reformen im Urheberrecht, aber nicht seine Infragestellung geben muss. Künstler als Urheber müssen ihre Rechte durchsetzen können.

Kommentieren