Steffi Jones for DFB-Präsident

Theo Zwanziger ist ein großer Frauenfußballfan. „Der Weltmeistertitel 2003 wirkte auf mich dann wie eine richtige Initialzündung“ sagt der Präsident des Deutschen Fußball Bundes (DFB). Er will sich Gedanken darüber machen, wo der Fußball in zehn Jahren stehen könnte. Es sei sein Mädchenfußballkonzept gewesen, das Früchte getragen hat, so dass er sich über mittlerweile circa 1,2 Millionen Frauen und Mädchen unter den heute 6,5 Millionen DFB-Mitgliedern freuen kann. Zwanziger findet das Spiel der Frauen „attraktiver und oft offensiver als das athletische Spiel der Männer.“

Er ist zurecht Stolz darauf, dass zum ersten Mal in Deutschland nun Millionen Menschen auch mit unseren Frauen mitfiebern. Die perfekte Organisation des Organisationskomitees um OK-Chefin Steffi Jones hat es geschafft für volle Stadien zu sorgen. „Sie ist zum Gesicht für Deutschland geworden, das unter dem Aspekt der Integration in vernünftiger und verantwortbarer Weise zusammenwachsen muss. Steffi Jones zeigt, wie Menschen mit anderer Hautfarbe, die eine völlig andere Geschichte haben, in Deutschland durch Leistung trotzdem Anerkennung finden und sogar an die Spitze großartiger Unternehmen kommen können.“ sagt Zwanziger und behält recht.

Man muss sich aber auch Fragen, warum er sie als zukünftige „Direktorin für Frauen- und Mädchenfußball wieder in die zweite Reihe beordert? Wenn der DFB so fortschrittlich und modern ist, warum setzt sich Theo Zwanziger nicht für mehr Frauen in den Führungsgremien und Schaltstellen des Verbandes, zum Beispiel im Präsidium, ein? Was Unternehmen wie die Telekom können, sollte für den DFB kein Problem darstellen. Nach den beiden perfekt organisierten Fußballwelmeisterschaften „Sommermärchen“ 2006 und „Sommermärchen Reloaded 2011“ könnte sich der Präsident ohne schlechtes Gewissen mit 66 Jahren von der Fußballbühne verabschieden und für sein Amt eine jüngere Frau vorschlagen. Steffi Jones.

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