Ultragruppierungen sind keine Naziverbände

Ultragruppierungen sind keine Naziverbände. Immer öfter wird diese Fanbewegung fälschlicherweise in die braune Schublade gesteckt.

Der Fußballplatz war schon immer ein Ort, an dem viele gesellschaftliche Schichten zusammen kommen. Vom Arbeiter bis zum Banker. Und als in den 1980er Jahren die ersten Afrikaner in der Bundesliga spielten, waren es auch die Zuschauer auf der Haupttribüne, die Spielzüge mit „Uh-Uh-Uh“ Geräuschen begleiteten. Rassismus ist kein Problem einer bestimmten Fangruppierung, sondern ist in den Logen ebenso zu finden wie im Stehplatzbereich. Es ist falsch und gefährlich junge Fußballfans als Nazis auszugrenzen, nur weil sie formiert auftreten, gemeinsam ihre Banner montieren und die Doppelhalter und Schwenkfahnen in Position bringen.

Den meisten Ultras geht es mehr um die Stadionatmosphäre als um den gesellschaftspolitischen Anspruch. Und die Vereine profitieren davon. Die lauten Gesänge und spektakulären Choreographien verschaffen den Vereinen Aufmerksamkeit und bieten auch für die gut zahlenden Gäste in den Logen beeindruckende Erlebnisse. Die Masse im Block verbindet seit ihren Anfängen der gemeinsame Kampf gegen den modernen Medien- und Kommerzfußball und fühlen sich, in Zeiten in denen Stadien zu Arenen und Vereine zur Aktiengesellschaften geworden sind, häufig selbst nur als Statisten des Entertainmentprogramm Bundesliga. Die Ultras selbst interpretieren ihre Kultur ganz unterschiedlich und setzen sich in Beziehung zu gegensätzlichen politischen Überzeugungen. Ultras geben keine klare politische Richtung vor, sondern es hängt maßgeblich davon ab, wie eine konkrete Gruppe sich definiert.

Außerdem gibt es in Deutschland immer mehr Ultragruppierungen, die explizit antirassistische Positionen beziehen und sich als „politisch links“ bezeichnen.

 

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