Volkswirtschaftliche Zuwanderung

Es wird in den nächsten Jahren die Aufgabe sein, mit der Notwendigkeit fertig zu werden, ein moderner Dienstleistungs- und Industrieland zu bleiben. Das anhaltende Geburtendefizit und die fortschreitende Alterung machen demnach eine auf die Migration qualifizierter Arbeitskräfte ausgerichtete Zuwanderungspolitik unumgänglich. Der Rückgang des Erwerbstätigenpotenzials wird nicht nur die Wirtschaft in Deutschland vor eine besondere Herausforderung stellen. Eine ähnliche Entwicklung vollzieht sich in ganz Europa. Die potenzielle ökonomische Effektivität einer Bevölkerungsgruppe ist vor allem von ihrer Altersstruktur abhängig. Je größer der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, desto höher kann der mögliche volkswirtschaftliche Nutzen für die Gesellschaft sein. Migranten können folglich bei gelungener Integration demografische Probleme abfedern. Bei missglückter Integration, verstanden als hohe Arbeitslosigkeit ( Migrantinnen und Migranten stellen 19 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, aber 29 Prozent der Arbeitslosengeldempfänger ) und der Abhängigkeit von öffentlichen Leistungen, tritt jedoch das Gegenteil ein: einigen Migranten droht somit die Armut und auch nach dem Erwerbsleben die Abhängigkeit von öffentlichen Leistungen.

Die bisherigen Anstrengungen, Migrantinnen und Migranten in das Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt zu integrieren, sind absolut unzureichend. In einer Gesellschaft, die mit dem Problem einer rückläufigen Zahl an Menschen im erwerbsfähigen Alter kämpft, kommen wir nicht daran vorbei, die vorhandenen Potenziale stärker zu fördern. Eine gute Integration der zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten ist auch eine wichtige Voraussetzung für die künftige Zuwanderung von Hochqualifizierten. Ein Staat mit deutlich wahrnehmbaren schlechten Existenzbedingungen für Zugewanderte, die die Wahl haben, wo sie sich niederlassen, wird im internationalen Wettbewerb um Fachkräfte das Nachsehen haben.

Menschen mit Migrationshintergrund benötigen eine besondere Förderung, um ihnen den Zugang zum öffentlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu erleichtern. Ihre Leistungen müssen daher stärker bekannt gemacht und anerkannt werden. Nur so können Vorurteile abgebaut und neue Vorbilder geschaffen werden.

Einbürgerungen zu erleichtern, ist ein deutliches Signal an Zuwanderer, dass sie erwünscht sind. Dazu gehört auch, dass jedes in Deutschland geborene Kind die deutsche Staatsbürgerschaft erhält. Die Einbürgerung nach dem Geburtsortsprinzip sorgt auch für eine schnellere Identifikation der Migrantinnen und Migranten mit der Aufnahmegesellschaft.

2 Kommentare

  1. Lucas Gerrits says:

    Lieber Daniel,
    der Artikel gefällt mir und spiegelt meine Meinung zur Integrationspolitik wieder. Denn vor allem Bildung ist der Schlüssel für Chancengleichheit und gesellschaftlihe Teilheibe, weswegen wir dieses gesellschaftliche Gut viel stärker fördern müssen. Weiter gedacht sollte man auch die Integration weiterdenken, da auch Menschen ohne "Migrationshintergrund" heute unter Prekarisierung und vererbte Armut aufgrund von selektiver Bildungspolitik leben. Auch diese Menschen müssen wir fördern.
    Sicherlich könnte man das noch ausweiten, aber so zusammengefasst steht ein gutes Grundkonzept :)

  2. Lucas Gerrits says:

    Lieber Daniel,
    der Artikel gefällt mir und spiegelt meine Meinung zur Integrationspolitik wieder. Denn vor allem Bildung ist der Schlüssel für Chancengleichheit und gesellschaftlihe Teilheibe, weswegen wir dieses gesellschaftliche Gut viel stärker fördern müssen. Weiter gedacht sollte man auch die Integration weiterdenken, da auch Menschen ohne „Migrationshintergrund“ heute unter Prekarisierung und vererbte Armut aufgrund von selektiver Bildungspolitik leben. Auch diese Menschen müssen wir fördern.
    Sicherlich könnte man das noch ausweiten, aber so zusammengefasst steht ein gutes Grundkonzept :)

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