Maria Höfl-Riesch: „Der Alpine Skisport ist die Formel 1 des Winters“

Maria Höfl-Riesch

Sie hat alles gewonnen, was es im im Alpinen Skisport zu gewinnen gibt. Maria Höfl-Riesch (26) ist Doppel-Olympiasiegerin, Weltmeisterin, Weltcup-Gesamtsiegerin. Die „Sportlerin des Jahres“ gehört zu den großen Sportlerinnen des neuen Jahrtausends. Auf ihrer neuen Website maria.com.de präsentiert sich der Skistar sehr persönlich und offen, bindet das Social Web ein, um mit Fans in den Dialog zu treten und gewährt einen spanneden Blick hinter die Kulissen des Alpinen Ski-Rennsports.

Maria Höfl-Riesch zu Beginn der Ski-Saison im Interview mit mir über frühes Aufstehen, Sebastian Vettel, das Gefühl für Schnee und besondere Motivation durch die Facebook-Kommentare der Fans.

Homepage: maria.com.de Facebook: mariariesch Youtube: MariaHoeflRieschTV

Hallo Maria, Du bist Olympiasiegerin und hast den Gesamtweltcup gewonnen. Woher oder woraus ziehst Du Deine Motivation, Deine Energie und Deine Disziplin?

Ich habe mein Hobby zum Beruf machen können, und der bereitet mir nach wie vor sehr viel Spaß – das ist ein Geschenk und zugleich die größte Motivation.

Um fünf Uhr am Morgen aufzustehen, um sich bei tiefen Minusgraden und ab und zu auch bei heftigem Schneefall auf ein Rennen vorzubereiten, ist nicht immer lustig?

Garantiert nicht, aber wie heißt es so schön: Ohne Fleiß kein Preis. Das ist doch in jedem Beruf so. Außerdem überwiegt ansonsten ja das Schöne bei meinem Sport.

Schwimmer sagen, dass sie ein besonderes Verhältnis zum Wasser haben. Hast Du ein besonderes Gespür für Schnee?

Sogar für jede Sorte Schnee ein anderes. Man glaubt gar nicht, wie viele verschiedene Arten es gibt.

Schräglage, Querbeschleunigung, Geschwindigkeit: Das alles spielt sowohl in der Formel 1 als auch im Alpinen Skisport eine entscheidende Rolle. Es siegt, wer schnell ist und das Gerät beherrscht. Ist der Skisport, gerade mit der Abfahrt, die Formel 1 des Winters?

Ja, das kann man so sagen – ich meine, wir rasen mit bis zu 130 Stundenkilometern die Pisten herunter. Und auch bei uns spielen die Bodenbeschaffenheit, also der Zustand des Schnees, das Wetter und ebenso das Material – Ski, Schuhe, Wachs und all das – eine wichtige Rolle. Viele wissen gar nicht, wie komplex die ganze Sache ist. Ich fände es gut, wenn das den Zuschauern in Vorberichten zu Rennübertragungen auch mal richtig erklärt werden würde. Das ist ja nicht uninteressant.

Hast Du Sebastian Vettel schon mal getroffen?

Ja, letztes Jahr in Baden-Baden, als wir beide als Sportler des Jahres geehrt wurden. Allerdings blieb da leider keine Zeit, sich zu unterhalten.

Sebastian Vettel hat im Gegensatz zu Dir keine interaktive Webseite und nutzt kein Facebook und Youtube.

Das muss jeder für sich entscheiden. Anfangs war ich selbst skeptisch. Inzwischen sehe ich aber die Vorteile. Auf diese Weise kann ich zum Beispiel viel leichter Kontakt zu meinen Fans halten – egal, wo ich gerade bin.

Wie ist die Entscheidung für Deine neue Webseite maria.com.de, auf der Du Dich als Mensch „Maria“ in den Vordergrund stellst und Fans einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Alpinen Ski-Rennsports geben, zustande gekommen?

Skifahren ist eine saisonale Sportart, die auch noch mit Helm – sozusagen verkleidet – betrieben wird. Durch die normale Berichterstattung erfährt man relativ wenig über die Person an sich. Auf vielen Fotos erkennt man nicht mal das Gesicht. Dem möchte ich durch meine Homepage etwas abhelfen. Und natürlich ist es auch ein Dankeschön an meine Fans, die mich so toll unterstützen.

Bist Du mit der neuen Webseite und den Social-Web-Kanälen unabhängiger von der TV-, Radio- und Print-Berichterstattung?

Zumindest kann man auf diese Weise sicherstellen, dass das, was man rüberbringen will, ungefiltert bei den Leuten ankommt. In den klassischen Medien wird leider manches ab und an subjektiv verzerrt dargestellt.

Das Internet macht Sportler menschlicher. Eine begeisterte Nachricht, nach einem Sieg oder ein nachdenklicher Kommentar nach einer Niederlage, kann Nähe zwischen Spielern und Fans schaffen, auch wenn es nur wenige Zeichen sind. Sind Kurzbotschaften in Echtzeit die Zukunft der Sport-PR?

PR ist ja eigentlich nicht mein Fach, aber sicher sind sie ein Bestandteil, der in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein wird.

Welches Feedback erhälst Du von Deinen Fans?

Ein sehr, sehr positives. Bei den meisten Kommentaren macht es richtig Spaß, sie zu lesen. Eine schöne zusätzliche Motivation.

Eine typische Sportler-Replik lautet oftmals: “Dafür hätte ich gar keine Zeit.” Sind Facebook und Youtube-Videos tatsächlich so zeitaufwändig?

Eine Facebook-Notiz ist schnell geschrieben, obwohl ich vorher schon immer überlege, was die Leute interessieren könnte und wie viel ich von mir preisgebe. Die wöchentlichen Videos allerdings kosten nicht nur Zeit, sie sind auch eine ziemliche Investition – vor allem in der Qualität, aber das ist es mir wert.

Kommt nach dem Sport die TV-Moderatoren-Karriere?

Mal schauen. Aber das Arbeiten mit der Kamera macht schon Spaß.

Ich wünsche Dir eine tolle Skisaison und viel Erfolg bei deinen Social-Media-Aktivitäten.

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