Grüne Spiele – OJa München 2022!

von Daniel Mack und Theresa Schopper

Genau 50 Jahre nach 1972 könnte München wieder Olympia-Gastgeber werden – und wäre dann als einzige Stadt in der Olympischen Geschichte Veranstalter sowohl von Sommer- als auch Winterspielen.

Nach 50 Jahren wieder Olympia in Deutschland?

Olympische und Paralympische Winterspiele 2022 in München zusammen mit Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land sind die Chance es besser zu machen als Sotschi 2014 oder Pyeongchang 2018 mit massiven Umweltzerstörungen. Deutschland könnte in neun Jahren zeigen, wie ein Weltereignis ökologisch, ökonomisch und im Dialog mit der Bevölkerung durchgeführt wird.

Nachhaltiger gehts kaum

Olympische und Paralympische Winterspiele 2022 in München könnten neue Maßstäbe für nachhaltige und grüne Spiele definieren. Der Großteil der benötigten Sportanlagen ist bereits vorhanden. Mehr als 80 Prozent der Sportstättenflächen werden bereits heute intensiv durch den Sport genutzt, sei es als Pisten oder Schanzenanlagen, Hallen oder Bahnen.

Auch für die restlichen gibt es eine gesicherte Nachnutzung, wo sie nicht nur temporär für die Winterspiele genutzt und im Anschluss wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Nachhaltiger und mit weniger Aufwand geht es kaum. 

Konzeptstudie München 2022

Wir könnten zeigen, wie Nachhaltigkeit neben einem hohen Schutzniveau auch lokale und regionale Wertschöpfungsketten stärken und Arbeitsplätze sichern kann. Olympia kann so als Impulsgeber für Sport, Wirtschaft, Umwelt und Soziales dienen. Und überdies wäre es grundfalsch, anderswo härter in die Umwelt einzugreifen, anstatt in München vorhandene Hallen oder  in den Alpen vorhandene Anlagen zu nutzen.

Finanziell ausgeglichen

Aufgrund der vorhandenen Sportstätten, der Verkehrsinfrastruktur sowie der Übernachtungskapazitäten, werden sich die Kosten eine völlig andere Dimension haben, als in Sotschi: die zusätzlichen von der öffentlichen Hand zu finanzierenden Investitionen werden dauerhaft einen Mehrwert für die Region bringen, der zum Beispiel Garmisch-Partenkirchen vom Durchgangsverkehr entlasten wird.

Maximale Transparenz

Es ist gut, dass Münchens neuer Anlauf transparenter wird.  Mit ihrem Ethikcode für eine mögliche Olympiabewerbung 2022 haben die Gesellschafter DOSB, Landeshauptstadt München, Freistaat Bayern, Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land die demokratische Einbindung der Bevölkerung, sowie einen aktiven Dialog mit den betroffenen Interessensgruppen festgeschrieben. In den „Richtlinien der Bewerbungsgesellschaft“ wird festgehalten, dass die Mitglieder der Gremien, sowie die Geschäftsführer und Führungskräfte der Bewerbungsgesellschaft alle „materiellen und nicht-materiellen Interessen“ in einem „öffentlich zugänglichen Interessensregister“ offen legen sollen.

Nur meckern gilt nicht

Temporäre Anlagen statt Betonbauten für Jahrzehnte

Temporäre Anlagen statt Betonbauten für Jahrzehnte

In Zeiten von Bürgerbeteiligung und Globalisierung ist es richtig und wichtig, dass sich auch die Sportpolitik Forderungen nach nach Transparenz und Ethik stellt. Die deutsche Olympiabewerbung mit München kann dazu beitragen, bei dieser Entwicklung mit grundsätzlichen ethischen und politischen Zielsetzungen voran zu gehen.

Das ist ein neuer Weg, der auch über Deutschland hinaus ein Signal setzen kann; gerade angesichts der Vorgänge um die Vergabe der FIFA-WM 2018 und 2022 scheint das bitter nötig. Aber nur meckern gilt nicht – wer meint, es besser zu können, muss das beweisen.

Olympische Winterspiele für München, Bayern und Deutschland wären großartig.

In den Medien

München TV: Olympiabewerbung 2022: Grüne geteilter Meinung!
BILD: Zwei Grüne-Politiker werben für Münchner Olympia-Projekt
BR: Bayerische Grünen-Chefin wirbt für München

31 Kommentare

  1. Ralf S. says:

    nolympia.de: Die Mythen und Halbwahrheiten der Olympia-Bewerber – Teil 2

    Mythos: „84% der Sportanlagen bestehen bereits“
    Hier genügt einfaches Addieren und Prozentrechnen in der Konzeptstudie der Bewerber für 2022, um diesen Mythos als falsch zu erkennen.
    Alleine in München können nur zwei (Olympiastadion, Olympiahalle) von sieben Sportstätten ohne Umbau (Olympiaschwimmhalle) oder Neubau (Event-Arena, Olympia-Eissportzentrum, Eisschnelllaufhalle, Halfpipes) genutzt werden.
    Insgesamt sind es in allen Austragungsorten von 18 Sportanlagen laut Konzept 2022 zehn bestehende Anlagen, sieben neu zu errichtende und zwei umzubauende (wobei die Nordische Kombination aufgeteilt ist: Neben dem Umbau des Olympia-Skistadions müssen zusätzlich Loipen auf zu verbreiternden Waldwegen mit zu erwartenden Rodungen errichtet werden). Demnach bestehen nicht 84%, sondern lediglich 53% der Sportanlagen (nimmt man die umzubauenden Anlagen als „bestehend“ an, sind es 63%), und das nach dem
    eigenen Konzept der Bewerber.
    Wenn man die notwendigen Um- und Neubaumaßnahmen z.B. für die Buckelpiste am Hausberg (die heute nicht besteht) hinzurechnet, verringert sich der Anteil der „bestehenden“ Sportanlagen weiter.
    Zählt man wiederum alle „kleinflächigen Rodungen“, „Erdbauarbeiten“ „Ertüchtigungsmaßnahmen“ und andere Erweiterungen, die im Konzept für 2022 bereits beschrieben sind, hinzu, ändert sich die Zahl noch weiter nach unten.

  2. Anton Speierl says:

    Lieber Herr Mack, die Krankheit unserer Zeit ist doch die Größenwahnkrankheit, die sich hier wieder zeigt. Man muss diese Krankheit benennen und bekämpfen, aber nicht in nachhaltige Mäntelchen kleiden, dadurch bleibt sie weiter bestehen! Das ist doch nur der Trend, den alle jetzt machen, alles sei nachhaltig usw. Auch Flughäfen behaupten, dass es nachhaltig sei, neue Startbahnen zu bauen, indem sie sie mit ein paar Ausgleichsquadratmetern schönreden. Da sagen wir doch auch nicht ja dazu und fallen drauf rein. Und außerdem: Nachhaltig kann es doch nicht sein, wenn wir die Verluste übernehmen müssen!

  3. Benjamin says:

    Gibt Grüne gegen Olympia und Grüne für Olympia. Warum man nach außen so auftreten soll, dass es nur eine Meinung gibt und die vielen Sportfans unterdrückt werden soll, finde ich ziemlich bedenklich.

    @Gegner: arbeitet Euch doch mal an den Argumenten von Daniel Mack und Theresa Schopper ab. Wo liegen die beiden denn so gravierend falsch?

    • Ralf S. says:

      Die „Argumente“ finden sich zum Teil wortgleich in den OlympiJA-Dokumenten. Wie wäre es, das ganze mal kritisch zu hinterfragen, anstatt nur nachzuplappern („Großteil der Anlagen bereits vorhanden“, „Ethikcode“, „aktiver Dialog“, „in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt“, etc.).

  4. Angela Wilson says:

    wie wär’s denn wenn alle unsere sportbegeisterten Grünen erst einmal ihren nächsten Wintersporturlaub in München buchen würden ? Dann könnten sie gleich mal die Tauglichkeit der Münchner Schotterebene für die olympischen Winterspiele überprüfen. Und sollte es dann dort dem einen oder anderen nicht alpin oder „winterlich“ genug sein, würde ich halt für eine Buchung im dem einst berühmten Wintersportort Garmisch Partenkirchen plädieren. Der seit Jahren kontinuierliche Niedergang dieses einst berühmten Wintersportorts liegt nämlich nicht an mangelndem Marketing – das man nun durch „Imagegewinn“ aufpeppeln will – sondern vor allem an der schon lange nicht mehr gegebenen natürlichen Schneesicherheit und damit Qualität seiner Abfahrten. Man sollte deswegen dort eher auf einen neuen sanften Tourismus setzen als auf dieses totgerittene Pferd. Nachhaltigkeit bei der Ausrichtung von olympischen Winterspielen in unseren Breiten- und Höhengraden sind ein Widerspruch in sich – das betrifft übrigens das gesamte bayerische Voralpenland von Reichenhall bis rüber ins Allgäu. Winterspiele sind eben nicht nur spektakuläre Auftaktveranstaltungen und Fiebern vor der dem Fernsehen, sondern erst mal massivste Manipulationen von Natur und Umwelt, bevor auch nur ein einziges Bild um die Welt geht. Und dass hier nicht mehr die einst idealistische olympische Idee Vordergrund steht, sondern hauptsächlich Kommerz und unreflektiertes Wachstum um jeden Preis, zeigt doch schon die Sponsoren- und Unterrstützerliste der Bewerbung.

    Ich betreibe übrigens seit inzwischen 63 Jahren aktiv und immer noch diverse Wintersportarten und war sehr froh, als sich die LDK in Würzburg gegen die Bewerbung aussprach. Man kann also sehr gut sportbegeistert sein und dennoch gegen diese Bewerbung stimmen.

  5. Matthias S says:

    Wenn ihr Euch nicht klar an den Beschluss der BDK haltet und PR für ein Konsortium von Unternehmen macht, dann solltet ihr austreten.

    Für alle Leser der Beschlusstext!

    http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Beschluesse/Olympia-Olympiabewerbung-Muenchen-Beschluss-BDK-Freiburg-11-2010.pdf

    • Daniel Mack says:

      Bitte die Unterschiede zwischen 2018 und 2022 beachten. Es gibt keinen BDK Beschluss gegen Olympia 2022 in München. Die BDK im Oktober in Berlin hat entschieden, dass der entsprechende Antrag nicht befasst wird. Das ist auch ein Statement.

  6. Ralf S. says:

    „Der Großteil der benötigten Sportanlagen ist bereits vorhanden.“

    Schön, daß Sie der OlympiJA-Propaganda auf den Leim gegangen sind. Ich zähle mal auf, was fehlt:
    1) Langlaufloipen und -stadion in Ruhpolding
    2) Halfpipe am Olympiaberg
    3) Trickski-Schanzen im Olympiastadion
    4) Eishockeyhalle 1 im Olympiapark
    5) Eishockeyhalle 2 im Olympiapark
    6) Eisschnelllaufhalle im Olympiapark
    7) Kleinschanze in Garmisch-Partenkirchen
    8) Buckelpiste in Garmisch-Partenkirchen
    9) Parcours für Ski- und Boarder-Cross in Garmisch-Partenkirchen
    10) Slopestyle-Parcours in Garmisch-Partenkirchen
    11) Loipen für die Nordische Kombination in Garmisch-Partenkirchen

    Auf wie viele “vorhandene Sportanlagen” sind Sie nochmal gekommen?

    • Daniel Mack says:

      Im Vergleich zu 2018 wurde das Konzept von zwei auf drei Veranstaltungszentren verteilt. Dadurch sind jetzt von den insgesamt 16 Sportstätten
      11 bereits vorhanden, 3 würden temporär errichtet.

      Im Münchner Olympiapark würden das ehemalige Radstadion und das alte Eissportzentrum durch moderne Hallen ersetzt werden. Im Park würde außerdem Halfpipe und Aerials stattfinden.

      In Garmisch-Partenkirchen würden neben den alpinen Ski-Wettbewerben (alles vorhanden, siehe WM 2009) auch weiterhin die Wettbewerbe im Skispringen und der Nordischen Kombination (1 Schanze vorhanden, 1 Neubau) ausgetragen.

      Am Königssee würde Bob, Rennrodeln und Skeleton stattfinden (Anlage vorhanden).

      Biathlon und Langlauf würde in Ruhpolding stattfinden (Anlage vorhanden, WM fand erst kürzlich statt).

      So wäre München 2022 die nachhaltigste Bewerbung in der Geschichte Olympischer Winterspiele.

      • Ralf S. says:

        Informieren Sie sich doch bitte endlich! Für die Langlaufwettbewerbe müssen in Ruhpolding temporär Loipen und Stadion angelegt werden. Die Langläufer können weder Loipen noch Stadion der Biathleten nutzen.

        Und nun zählen Sie mir doch bitte mal haarklein auf, welche 11 Sportstätten bereits vorhanden sein sollen? Da müssen Sie vermutlich auch die Garmischer Schanzen miteinrechnen, obwohl eine davon komplett ersetzt und die andere bis 2022 u.U. bereits wieder saniert werden muß.

        Wie Sie meiner Auflistung entnehmen können, ist die Aussage, der „Großteil der benötigten Sportanlagen“ sei bereits vorhanden, definitiv nicht richtig. Natürlich müssen in einigen Fällen keine neuen Flächen versiegelt werden, aber auch die Ersatzbauten werden viel Geld verschlingen.

  7. Sepp Hohlweger says:

    Aud der LDK in Würzburg hatten wir einen Mehrheitsbeschluss gegen eine mögliche Olympiabewerbung 2022 gefasst. Könnte das unsere noch Landesvorsitzende bitte respektieren. Was sie privat denkt ist Ihre Sache. Was in der Öffentlcihkeit kolportiert wird die offizielle Meinung der Partei. Und die ist ja eine Andere!
    Wir machen die ökologischsten Spiele, wir sind die Guten. Ich sehe hier eindeutig das IOC in der Pflicht einen entsprechenden Kriterienkatalog zu entwickeln, der nichts anderes mehr zu lässt, als nachhaltige, umwelt- und sozialverträgliche olympische Spiele. Solang aber Großkonzerne mit vermutlich großzügigem Sponsoring die Entscheidung unabhängig von solchen Kriterien beeinflussen, wird es eben Sotchi oder Pjöngchang und warscheinlich Peking als Austragungsorte geben. Das IOC ist in der Pflicht, soll die olympische Idee nicht vollends scheitern. Kommerz dominiert immer mehr den Sport. Die Athleten sind nur noch die staffage für die wirtschaftlichen Interessen der Konzerne.

  8. edwin hertlein says:

    ihr glaubt wohl auch noch an den osterhasen, oder? meint ihr wirklich, dass sich das ioc von einem „ökologischen konzept“, das bei näherer betrachtung ganz so ökologisch gar nicht ist, (oder soll das olympische dorf in münchen auf einer asphaltpiste errichtet werden, um nur ein beispiel zu nennen?) überzeugen läßt? was war denn das hauptargument des ioc für sotschi? das überzeugende „ökologische konzept“? nein, das hauptargument war gazprom. und was war das hauptargument des ioc für pjöngjang? das überzeugende „ökologische konzept“? nein, das hauptargument war samsung. beide male ist mit münchen beziehungsweise salzburg, jeweils unter beteiligung des berchtesgadner landes, „das überzeugendste konzept“ (so der o-ton unserer hiesigen olympiabefürworter) mit pauken und trompeten durchgefallen. wenn ihr 1972 mit heute vergleicht, dann vergleicht ihr nicht mal äpfel mit birnen, ihr vergleicht, sagen wir ein schönes gesicht mit einer häßliche fratze. erst gestern hab ich ein altes buch über die olympischen spiele von 1968 wieder in der hand gehabt. zu heute wie tag zu nacht. damals war das ioc noch kein milliarden-unternehmen, mit sponsoren wie coca-cola, mc donalds oder dow chemical (schon vergessen? das sind die mit dem agent orange.), das mit den veranstaltungsorten „sittenwidrige knebelverträge“ (o-ton von juristen der salzburger landesregierung zur letzten olympiabewerbung salzburgs) abschliest. das sich vertraglich steuerfreiheit für alle seine mitglieder für die dauer ihres aufenthalts im lande des veranstaltungsortes sowie diplomatische immunität zusichern läßt. das sich auch zum teil die aufhebung demokratischer grundrechte, etwa die unverletzlichkeit der wohnung, zusichern läßt, etwa, wenn ich auf meinem balkon in sichweite der a 8, also der zufahrtsroute zu unserer bobbahn, ein pepsibanner anbringen würde. nicht unerwähnt möchte ich an dieser stelle lassen, daß aus meiner sicht die 30 millionen euro, die zuletzt für die sanierung der kunsteisrodelbahn am königssee ausgegeben worden sind, ein nicht unerheblicher teil davon aus dem konjunkturprogramm, das ja vornehmlich für die energetische sanierung hätte genutzt werden sollen, viel besser in den örtlichen schulturnhallen angelegt wäre. so warten wir hier in teisendorf seit jahren auf die sanierung unsere schulturnhalle, kostenpunkt 3 millionen euro. man hätte also mit dem geld, das für die bobbahn ausgegeben worden ist, 10 solcher schulturnhallen sanieren können! jetzt will ich an dieser stelle aber mal aufhören. wenn ich nämlich alle argumente, die aus meiner sicht gegen eine weitere bewerbung (für uns ist das jetzt die sechste!) sprechen, schreib ich wahrscheinlich noch morgen früh.

  9. Herr Mack, was sagen Sie zu den Menschen, die wegen Olympia jahrelang mit Großbaustellen, Schuldenbergen, zerstörten Landschaften, explodierende Mieten leben müssen. Die Olympia-Sportler kommen und gehen nach 17 Tagen wieder, aber die Menschen in den Ausrichterorten müssen ab Olympiazuschlag 2015 den Rest ihres Lebens mit dem olympischen Konsequenzen klar kommen. Da geht es teilweise um existentielle Fragen So wurde in Garmisch – Partenkirchen 200 Sozialwohnungen verkauft, um die Skisprung-Schanze zu bezahlen! Was sagen sie diesen Menschen aus den Sozialwohnungen? Was sagen Sie zu den Menschen aus den 80 Wohnungen am Olympiapark, deren Wohnungen wegen Olympia abgerissen werden sollen?

  10. Ralf S. says:

    „Mit ihrem Ethikcode für eine mögliche Olympiabewerbung 2022 haben die Gesellschafter […] die demokratische Einbindung der Bevölkerung, sowie einen aktiven Dialog mit den betroffenen Interessensgruppen festgeschrieben.“

    Und wann soll es nochmal losgehen mit der Ethik? Erst nach einem erfolgreichen Bürgerentscheid? Achso!

    Ich darf an Propaganda-Begleitschreiben zu den Wahlbenachrichtigungen, Wahl“empfehlungen“ in den Lautsprecherdurchsagen der Münchner S-Bahn sowie wahrheitswidrige Aussagen zum Host City Contract durch die OlympiJA-Seite erinnern…

  11. Sebids says:

    Also zumindest die hier in den Kommentaren vorgebrachten Argumentationslinien sind traurig. Weil es schon mal Anschläge gab, sollen jetzt keine Spiele mehr stattfinden? Finde ich arg komisch. Auch komisch finde ich die Forderung nach einem Ausschlussverfahren, das ist ja schier unglaublich. Ich persönlich kann jedenfalls sagen, dass ich es zumindest cool finde, den Mut zu haben und auch als Grüne für die eigene Meinung einzutreten, dass zeigt für mich ein sehr positives Demokratie- und Diskursverständnis. Das sollte auch mal gesagt werden. Ganz unabhängig von meiner eigenen Meinung zu Olympia.
    Liebe Grüße,
    Sebids

  12. Doris Kraeker says:

    Jede/r Grüne kann privat eine Meinung zu Olympia haben. Aber Theresa Schopper ist seit 10 Jahren die grüne Landesvorsitzende in Bayern und solche sollte sie hier keine Pro-Meinung laut propagieren. Das ist ja eine Watsche für Katharina Schulze, die gestern so überzeugend im Bayerischen Fernsehen war.

  13. David says:

    Mutige Grüne! Trotzdem unwählbar aufgrund dieses ewigen schlechtredens und der miesmacherischen Stimmung.

  14. Karin Amsel says:

    Die Winterspiele waren schon mal da, damals hieß diese Sportstätte noch „Garmisch“ und nicht „München“.

    Und so schön wie damals wird es diesmal leider nicht mehr werden. Das geht damit los, dass unsere deutschen Baufirmen heute nicht mehr im Budget und im Zeitplan fertig werden. Man muss sich ja nur den Berliner Flughafen ansehen, Stuttgart 21, die Elbphilharmonie oder diverse Bauprojekte in München. Neue olympische Spiele werden nur zu gigantischen Bauproblemen führen, die wenn überhaupt nur unter massiver Überteuerung überhaupt pünktlich fertig werden.

    Dann sind die Olympia Funktionäre derart korrupt, dass alles ganz vorbei ist. Da wird die Sportverpflegung an den McDonalds Konzern übertragen. Bestechungsgelder noch und nöcher. Damit stünde München in einer Reihe mit Sotschi, Qatar und Toklo. Mit undemokratischen Regimes, Ausbeutern und Frauenunterdrückern. Und Funktionären, die die Spiele gegen genügend Geld auch mal in radioaktiv vertrahlter Umgebung abhalten. Nein, nein, diese Funktionäre sollen lieber in Sotschi und Tokio sitzen, und uns in München in Ruhe lassen.

    Außerdem, wer sagt denn, dass es nicht wieder zu Terroranschlägen kommt? Vor einigen Jahren erst kam der Film „München“ in die Kinos, der zeigt, was in USA und Israel von den olympischen Spielen im Gedächnis bleibt: nämlich Terrorschläge von islamischen Terroristen. Nein, nein, das wollen wir in München nicht wieder.

  15. Bei den Grünen gibt man seine Meinung nicht beim Parteieintritt ab. Es ist erlaubt, auch andere Meinungen zu vertreten, die nicht im Partei-Mainstream liegen. Und das ist gut so!
    Es ist aber auch zu akzeptieren, wenn Parteigremien mehrheitlich anders beschließen, was aber nicht einem Maulkorb gleich kommt. Der kontroverse Diskurs ist Teil des Grünen Prinzips.

  16. Horst S says:

    ich glaube weder dass am ende wirklich schon 80% der sportstätten stehen noch finde ich es gut damit zu suggerieren, dass wenig gebaut würde. parkplätze noch und nöcher, umgehungsstraßen, tunnels. der ganze landkreis GAP wird in den jahren vor den spielen eine einzige baustelle werden. das ist natürlich super für den tourismus. wir alle lieben ja urlaub auf der baustelle, gell?

    • Daniel Mack says:

      Hallen und Flächen im Olympiapark München, Biathlonanlagen in Ruhpolding (auch für Langlauf), Pisten der Ski WM 2009 in Garmisch oder die Bob- und Rodelbahn in Königsee? All das ist vorhanden. Zum Glück!

  17. Frank says:

    Diese Kommentare zeigen, dass die Grünen mehr Leute brachen, die wie Theresa und Daniel Wirtschaft und Umwelt zusammendenken und nicht einfach zu allem NEIN sagen.

    • Daniel Mack says:

      Prüfen, hinterfragen, an machbaren Konzepten arbeiten. Ein NEIN wäre nicht nur zu einfach, es würde auch die Chance verhindern im Dialog mit der Bevölkerung in München, Bayern und Deutschland etwas zu schaffen, dass als Signal verstanden wird es anders zu tun als Sotschi oder Katar mit der Fußball-WM!

  18. Nina Seeliger says:

    Dieser Text wundert mich schon gar nicht. Mack und Schopper sind dermaßen sporthörig, dass sie wohl keinen Lobbyisten brauchen, der denen sowas erzählt.

    Dass zwei Grünen-Politiker die Sache greenlabeln sollte mit einem Ausschlussverfahren enden. Wer offensiv gegen die Interessen der Partei agiert muss austreten.

  19. Jens says:

    Welche Lobby steckt hinter diesem Text?? Kann kein Zufall sein, dass das direkt vor der Bürgersbstimmung erscheint und so poliert geschrieben wurde….

    Da wird ja alles pauschal gelobt und gefeiert. Nicht ein Wort der Kritik oder der Distanzierung. Stattdessen werden die Parteifreunde so ausgekontert, indem eine unterlegene Meinung verbreitet wird.

  20. Georgi says:

    Ist ja schön, dass es noch vernünftige Grüne gibt, die eine Haltung haben. Trotzdem muss man sich fragen, wieso sich Mack und Schopper bei den Grünen nicht durchgesetzt haben mit ihrem Kurs für den Sport.

    Darauf hätte ich gerne eine Antwort.

    • Daniel Mack says:

      Ganz einfach: auf dem Parteitag Ende 2010 hat die (knappe) Mehrheit unserer BDK (Bundesparteitag) Nein zu München 2018 gesagt. Ich verstehe, dass Megaevents kritisch hinterfragt werden. Das ist auch gut so! Trotzdem finde ich, dass wir – wenn wir meckern – es auch besser machen müssen. Deshalb setze ich mich so für München ein. Außerdem wird es nach 50 Jahren wieder Zeit für Olympische Spiele bei uns.

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